Bullenmodell erklärt Bitcoin-Kurs (BTC) bei 100.000 US-Dollar? Stock to Flow in der Kritik

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Bulle Plüschtier auf weißem hintergrund, symbol für bitcoin-bullen

Quelle: Shutterstock

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Das Stock-to-Flow-Modell sieht den Bitcoin-Kurs ab Mai 2021 bei 100.000 US-Dollar. Wie realistisch das Bullenmodell ist und was es mit effizienten Märkten zu tun hat.

Mit effizienten Märkten ist es so eine Sache. Einerseits, so sagt man, spiegeln die Kurse die gebündelten Erwartungen und Informationen aller Marktteilnehmer. Märkte sind dementsprechend komplexe Mechanismen, die Informationen zu Knappheit, Nachfrage, Angebot und Bedürfnisse transportieren. Menschen entwickeln Märkte, da keine zentrale Planungsinstanz der Komplexität aus Angebot und Nachfrage gerecht werden könnte. Doch die daraus resultierende sogenannte Effizienzmarkthypothese steckt immer wieder in der Kritik. Nach Ansicht der Vertreter der„starken Effizienzmarkthypothese“ würde sich nicht einmal Insiderhandel lohnen. Diese Annahme führt jedoch zu Paradoxien. Insbesondere in Bitcoin-Kreisen diskutiert man seit geraumer Zeit die Vereinbarkeit der Effizienzmarkthypothese mit empirischen Kursmodellen wie dem Stock-to-Flow-Modell von PlanB.

Was ist das Stock-to-Flow-Modell?


PlanB ist ein anonymer Bitcoin Researcher, der eigenen Angaben zufolge als quantitativer Analyst bei einem großen Hedgefonds tätig ist. Zu Bekanntheit im Bitcoin Space gelangte der Quant durch einen Artikel, der mit 22.000 “claps” zu einem der erfolgreichsten Medium-Beiträgen zum Thema Bitcoin avanciert ist.

Darin untersucht er die Hypothese, inwiefern ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Bitcoin-Kurs und seiner Knappheit, gemessen in Stock (bereits umlaufende Geldmenge) und Flow (jährlich hinzukommende Geldmenge) besteht. In kurz: Nach Inhalt des Artikels ist der Verlauf des Bitcoin-Kurses mithilfe des Stock-to-Flow-Modells fast einwandfrei erklärbar – eine Sensation.

Bunte Line: Bitcoin-Kurs. Blaue Linie: Stock-to-Flow-Modellkurs. Der Zusammenhang ist mit bloßem Auge erkennbar. Quelle: https://digitalik.net/btc/#.
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Modeling Bitcoin‘s Value with Scarcity ist bereits in 31 Sprachen übersetzt. Allein dies lässt den Schluss zu, dass es sich bei PlanBs Idee um keine Insiderinformation mehr handelt. Im Gegenteil: Bei Stock-to-Flow handelt es sich um das wohl populärste Kursmodell im Bitcoin-Kosmos überhaupt. Dies führt zu einem Paradoxon. Schließlich tendieren effizienten Märkte dazu, Informationen wie das anstehende Halving einzupreisen, bevor sie geschehen. Allein, das tun sie nicht. Denn obwohl das Stock-to-Flow-Modell BTC ab Mitte 2021 bei 100.000 US-Dollar sieht, schlägt sich dieses „Wissen“ (sofern man bei zukünftigen Ereignissen von Wissen sprechen kann) nicht auf den Kurs aus. Wie passt das zusammen?

Informationsasymmetrien wird es immer geben

In dem Paper On the Impossibility of Efficient Markets gehen die Autoren Grossman und Stiglitz genau dieser Frage nach. Ihrer Ansicht nach gilt die Effizienzmarkthypothese nur bedingt. Auch in effizienten Märkten muss noch Raum für unbekannte, nicht eingepreiste Informationen sein. Schließlich ist das Beschaffen ebendieser auch mit Kosten verbunden.

Diese „Informationsbeschaffungskosten“ müssen sich auch noch einpreisen. In anderen Worten: Grossman und Stiglitz räumen mit dem Mythos um die starke Effizienzmarkthypothese auf und plädieren für ein Marktmodell, nach dem Märkte lediglich alle öffentlich bekannten Informationen Einpreisen. Nicht aber Insiderinformationen.

Wer also Aufwand betreibt, um unbekannte, marktrelevante Informationen an die Oberfläche zu befördern, kann diese zu seinem Vorteil nutzen. Es muss also auch in effizienten Märkten immer Anreize für die Informationssuche geben. Die Autoren fassen das wie folgt zusammen:

Preise können verfügbare Informationen nicht perfekt widerspiegeln, weil Informationen kostspielig sind. Diejenigen, die Ressourcen für ihre Beschaffung aufwenden, würden andernfalls keine Kompensation erhalten. Es besteht ein grundlegender Konflikt zwischen der Effizienz, mit der Märkte Informationen verbreiten, und den Anreizen, sich Informationen zu beschaffen.

Was das für den Bitcoin-Kurs bedeutet

Das Paradoxon um den Bitcoin-Kursverlauf löst sich damit auf. Denn obwohl der Bitcoin-Markt im Hinblick auf Liquidität, Preisfindung, Arbitrage, etc. als effizient einzustufen ist, gibt es auch hier Raum für die Ausbeutung von Informationsvorteilen. Zwar mag das Stock-to-Flow-Modell unter Bitcoinern populär sein. Außerhalb der Blase dürfte es indes bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren haben.

Wenn man also anstatt der starken Effizientmarkthypothese lediglich die mittelstarke annimmt, führt dies auch nicht zu Widersprüchen. In der Geschichte der Finanzwissenschaft finden sich immer wieder Beispiele für Modelle, die lange profitabel ausgebeutet werden konnten, obwohl sie bereits recht populär waren. Berühmtestes Beispiel dafür ist das Black-Scholes-Modell.

Das anstehende Bitcoin Halving steht nicht zwangsläufig im Konflikt mit den Annahmen der Markteffizienzhypothese. Obwohl das Stock-to-Flow-Modell einen damit verbundenen Kursanstieg prophezeit, preist sich dieses „Wissen“ bisher nicht ein. In der Vergangenheit folgte der Kurs den Vorhersagen des Modells zudem mit einem gewissen zeitlichen Abstand. Dass der Bitcoin-Kurs also genau Mitte Mai 2021 100.000 US-Dollar erreicht, ist eher unwahrscheinlich.

Alles andere wird die Zeit zeigen.

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