Bitcoin-Handelsvolumen steigt wieder – Was sich daraus ableiten lässt

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Bitcoin-Handelsvolumen steigt wieder – Was sich daraus ableiten lässt

Das Handelsvolumen der Königin unter den Kryptowährungen steigt seit geraumer Zeit wieder an. Doch blickt man auf das unrühmliche Phänomen des Wash Tradings wird klar, dieser Kennzahl ist nicht zu trauen.

Eines vorweg: Ein höheres Handelsvolumen impliziert nicht zwangsläufig höhere erwartete Kurse. Trotzdem lässt es einige Schlüsse über die Marktsituation zu.

Werfen wir einen Blick auf das tägliche BTC-Handelsvolumen, stellen wir etwa fest, dass dieses seit geraumer Zeit steigt. Darauf aufmerksam gemacht hat Marktanalyst Kevin Rooke via Twitter:

Bitcoins tägliches Exchange-Handelsvolumen boomt

Das Volumen steigerte sich um 150 Prozent während der letzten fünf Monate

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen war seit Januar 2018 nicht mehr so hoch

Lediglich neun Tage innerhalb der letzten zwölf Monate wiesen ein Volumen von über 10 Milliarden US-Dollar auf

Davon waren fünf im März 2019

Rooke bezieht sich auf Daten aus dem Hause Coin Metrics, einer Analysefirma mit Sitz in Cambridge. Betrachtet man deren Chart zum Exchange Volume gemessen in US-Dollar, offenbart sich in der Tat eine ansteigende Kurve. Am 24. Februar knackte das Handelsvolumen auf den Bitcoin-Börsen erstmals wieder die Marke von 10 Milliarden US-Dollar. Ein Wert, den das Volumen zuletzt im Mai 2018 erreichte.

Was sagt uns das?

Zunächst ist das Handelsvolumen eine Kennzahl für die Aktivität der Trader, nicht für Kurse. So kann das Handelsvolumen auch mit bearishen Kursaussichten hoch sein. Schließlich erlaubt die wundersame Welt der Derivate eine Gewinnmitnahme auch bei fallenden Kursen. Das Zauberwort lautet Short Position.

Nichtsdestoweniger zeigt der Anstieg des BTC-Handelsvolumens die Rückkehr der Investoren in den Markt. Obgleich nach den abermaligen Crashs vom Allzeithoch Ende 2017 offenbar Interesse verlorenging, scheint BTC an Momentum gewonnen zu haben. Oder?

Wash Trading steht im Raum

Vom höheren Volumen profitieren indes zunächst die Börsen, denn ein geringes Handelsvolumen ist Gift für Exchanges.

Wer will schon Order auf verwaisten Handelsplätzen platzieren, wenn nicht garantiert werden kann, dass die Position gemacht wird? Zudem rangieren Bitcoin Exchanges nach der Gründung zunächst im Niemandsland der öffentlichen Aufmerksamkeit, ein hohes Handelsvolumen suggeriert indes die Aktivität vieler Händler. Und so ist der Weg für Exchanges nicht mehr weit, sich eines ebenso bewährten wie fragwürdigen Mittels zu bedienen, welches in regulierten Märkten überdies illegal ist: Die Rede ist von Wash Trading.

Wash Trading ist der Fachbegriff für eine Spielart der Marktmanipulation, bei der die Börse Anbieter und Nachfrager eines Assets zugleich ist. Die Betreiber der Handelsplätze traden Bitcoin & Co. also mit sich selbst – und steigern so Volumen.

Schenkt man dem jüngsten Bericht von Blockchaintransparency Glauben, so ist Wash Trading weiter verbreitet als ursprünglich angenommen. Lediglich zwei der zehn Top-Exchanges spricht Blockchaintransparency vom Vorwurf frei.

Vor diesem Hintergrund bleibt allerdings auch zu konstatieren: Wash Trading gab es schon immer und wird es im unregulierten Krypto-Space wohl auch noch eine Weile geben. Und das in bearishen wie in bullishen Märkten. Das dazugewonnene Handelsvolumen wird sich nicht allein auf Fake-Volumen zurückführen lassen. So ist der Anstieg am Ende des Tages doch mehr als nur eine Dosis Hopium.

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