EU-Aufsicht 

ESMA nimmt Tokenisierung und KI ab 2027 ins Visier

Die europäische Wertpapieraufsicht richtet ihren Blick auf Tokenisierung und KI. Ab 2027 sollen nationale Behörden erfassen, welche Firmen die Technologien einsetzen, und erste Prüfungen durchführen.

Ludwig Schlick
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Eine Bitcoin-Münze auf einer Europa-Fahne

Beitragsbild: picture alliance

| Die ESMA koordiniert die Arbeit der nationalen Finanzaufsichtsbehörden

Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA macht Tokenisierung und künstliche Intelligenz ab 2027 zum Schwerpunkt ihrer EU-weiten Aufsicht. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Nationale Aufsichtsbehörden sollen erfassen, wo sich Tokenisierung entwickelt und wie Unternehmen beide Technologien in Produkten einsetzen, die Anleger unmittelbar betreffen.

Für stark betroffene Firmen sind bereits erste Überprüfungen angesetzt. Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, wie Unternehmen den Einsatz neuer Technologien gegenüber ihrer Kundschaft kommunizieren. Nach Angaben der ESMA soll die Maßnahme Fachwissen aufbauen und ein abgestimmtes Vorgehen ermöglichen.

Diese Risiken hat die Behörde im Blick

In einem begleitenden Merkblatt nennt die Aufsicht mehrere Gefahren. Dazu zählen verzerrte oder irreführende Ergebnisse von KI-Systemen sowie Finanzprodukte, die für Anleger schwer zu durchschauen sind. Kritisch sieht die ESMA außerdem, dass viele Unternehmen bei diesen Technologien von wenigen externen Anbietern abhängig sind.

Solche Schwerpunkte legt die Behörde alle drei Jahre fest, höchstens zwei zur gleichen Zeit. Sie dienen dazu, die Arbeit der nationalen Aufsichtsbehörden bei Themen zu bündeln, die den gesamten Binnenmarkt betreffen. Parallel läuft weiterhin ein 2025 gestarteter Schwerpunkt zu Cybersicherheit und operativer Widerstandsfähigkeit.

Der Zeitpunkt der Ankündigung fällt auf, denn die Tokenisierung nimmt in Europa gerade spürbar Fahrt auf. Erst am Montag startete die EZB ihr System Pontes, über das Banken tokenisierte Wertpapiere direkt in Zentralbankgeld abwickeln können. Mit dabei sind mehrere deutsche Institute.

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