5 Gründe, wieso Bitcoin unterbewertet ist

Quelle: Shutterstock

5 Gründe, wieso Bitcoin unterbewertet ist

Während so mancher Pessimist Bitcoin auf Null gehen sieht, halten andere Bitcoin gar für unterbewertet. Die Prognosen schillernder Figuren im Ökosystem könnten bullisher kaum sein. Legendär beispielsweise ist die Glaskugel-Vorhersage von Mr. „Ich-kenne-Satoshi“ McAfee. Der Exil-Präsidentschaftskandidat wettete einst sein bestes Stück darauf, dass BTC bis Ende 2020 eine Million US-Dollar wert sein wird.

Während letztere Prognose kaum mehr zu schaffen ist, deuten einige Indikatoren tatsächlich darauf hin, dass Bitcoin mit einem Kurs von etwa 5.500 US-Dollar stark unterbewertet ist. Hier sind 5 Gründe, weshalb der Bitcoin-Kurs in der langen Frist steigen wird.

1. Knappheit

Bitcoin ist das knappste Asset in der Menschheitsgeschichte. Wie Crypto Researcher Hasu im Interview mit BTC-ECHO erläuterte, kann es echte Knappheit nur im Digitalen geben. Schließlich lässt sich die 21-Millionen-Cap im Code mit mathematischer Sicherheit nachweisen.

Bitcoins Supply nähert sich asymptotisch an 21 Millionen BTC an. Alle vier Jahre halbiert sich die Inflationsrate. Bildquelle: BitcoinWiki.

Während vergleichbare Güter wie Gold oder Silber bei erhöhter Nachfrage eine Angebotsreaktion folgen lassen (bei höherer Gold-Nachfrage schürfen die Goldminen verstärkt nach dem Edelmetall und erhöhen so das Angebot), ist Bitcoins Angebot starr. Man spricht von der sogenannten Preiselastizität des Angebots – und die ist bei BTC so gering wie nirgendwo sonst. Eine erhöhte Nachfrage schlägt sich also mit Sicherheit auf den Kurs aus, denn selbst wenn bei einem Nachfrageschock mehr Miner ans Netz gehen, lässt sich die Menge nicht inflationieren. Einzig die Difficulty steigt, sodass im Durchschnitt alle zehn Minuten ein Block emittiert wird.

2. Coinbase Reward Halvings

Bitcoins Kursentwicklung verläuft zyklisch. Das Gute an der transparenten Struktur der Blockchain ist, dass sich Modelle für den zukünftigen Verlauf des Bitcoin-Kurses bauen lassen. So geschehen im sogenannten Stock-to-Flow-Modell. Twitter-Nutzer und Krypto-Marktanalyst PlanB propagiert seit geraumer Zeit den Zusammenhang zwischen Boom-and-Bust-Zyklen des Bitcoin-Kurses und den alle vier Jahre stattfindenden Coinbase Reward Halvings.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Demnach veranlasst allein die Erwartung einer Verknappung des Angebots im Vorfeld des Halvings Marktteilnehmer zu Akkumulation von Coins. In der Retrospektive zeichnete das Stock-to-Flow-Modell ein augenscheinlich genaues Bild des BTC-Kursverlaufs. Derzeit sind es noch etwa 13 Monate bis zur nächsten Reward-Halbierung – und siehe da, die Kurse steigen langsam wieder an. Das Modell sieht einen Kurs von mindestens 55.000 US-Dollar für das Top des nächsten Zyklus vor.

3. Netzwerkeffekte

Hieran knüpft auch der dritte Preistreiber an: die Netzwerkeffekte. Technologien, die am besten in einem Netzwerk funktionieren, weisen ein exponentielles Wachstum auf. Das galt für die Verbreitung von Telefonanschlüssen wie für das Internet gleichermaßen.

Auf die Netzwerkeffekte, welche die Verbreitung des Bitcoin-Protokolls beflügeln dürften, wies zuerst Trace Mayer hin. Es sind sieben an der Zahl:

  1. Spekulation: Hodler spekulieren auf steigende Kurse und akkumulieren in bearishen Kursphasen
  2. Akzeptanz im Einzelhandel: günstigere und schnellere Zahlungsabwicklung
  3. Akzeptanz der Konsumenten: etwa durch Rabatte auf Bitcoin-Zahlungen
  4. Sicherheit: Oben genannte Gründe führen zum Einstieg von Minern. Die sorgen für eine erhöhte Sicherheit im Netzwerk.
  5. Akzeptanz im traditionellen Finanzsektor: Der klassische Finanzsektor wird sich die Renditen der besten Vermögensanlage seit Menschengedenken nicht mehr lange entgehen lassen.
  6. Open-Source-Struktur: Bitcoin ist ein dezentrales Open-Source-Projekt. Je mehr Individuen investiert sind, desto mehr Menschen haben ein Interesse am Gelingen des Projekts.
  7. Weltreservewährung Bitcoin: Ja, Bitcoin hat aufgrund all dieser Gründe das Zeug zu einer Weltreservewährung. Alle Transaktionen sind Konsens zwischen allen Teilnehmerinnen im Netzwerk und dadurch unbezweifelbare mathematische Wahrheit.

4. Proof of Work

Wo viele Verbesserungspotenzial sehen, ist in Wahrheit einer der fundamentalen Gründe für die positive Kursentwicklung der Kryptowährung Nr. 1. Proof of Work macht Bitcoin zur sichersten Datenbank der Welt. Einträge können nur mit einem so hohen Energieaufwand geändert werden, dass ein Angriff auf das Netzwerk ökonomisch kaum durchführbar ist. Ferner führt die Erwartung an ein anstehendes Coinbase Reward Halving – damit halbiert sich auch der Lohn der Miner – zu einem Hochfahren der Rechenleistung im Vorfeld der Halbierung. Schließlich wollen die Miner vorab so viele BTC akkumulieren wie möglich. Dies sorgt für eine Erhöhung der Hash Rate und sichert so das Netzwerk zusätzlich ab – ein schier geniales Zusammenspiel aus einer Reihe von Anreizen.

BTC Hash Rate im Zeitraum 1 Jahr. Bildquelle: Blockchain.info

Und siehe da: Tatsächlich steigt die BTC Hash Rate seit geraumer Zeit wieder an.

5. Nutzen

Logisch, eine ökonomisch sinnvolle Anreizstruktur alleine reicht nicht aus. Bitcoin muss vielmehr ein Wertversprechen propagieren, dass durch höhere Kurse zu mehr Aufmerksamkeit gelangt. Der Price Driver Nr. 1 ist also der tatsächliche Use Case von Bitcoin. Und hier, man ahnt es, scheiden sich die Geister. Bitcoin ist nicht zuletzt ein Narrativ. Welchen Nutzen die Kryptowährung Nr. 1 hat, kann für den Einzelnen verschiedene Formen annehmen. Für die Bürger Venezuelas kann Bitcoin eine Art Hedge gegen den sich immer weiter entwertenden Bolivar sein. Für Bürger des Westens hingegen offenbart sich das Wertversprechen von BTC nicht auf den ersten Blick und dient somit zunächst als Spekulationsobjekt.

Bitcoins (möglicher) Weg zur weltweiten Adaption. Quelle: Murad Mahmudov (https://twitter.com/MustStopMurad).

Bitcoin-Nutzer hierzulande gelten als bankenkritisch und sind auf der Suche nach einer neuen Form von Geld, mit dem sie sich gegen Wirtschaftskrisen absichern können. Damit Bitcoin aber über den Status eines Wertspeichers hinauskommt, muss zunächst die Volatilität sinken. Bis dahin bleibt Bitcoins Nutzen für Menschen, die in Ländern mit hinlänglich funktionalem Finanzsystem leben, vage.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bald gibt es 18 Millionen BTC – Was das für den Bitcoin-Kurs bedeutet
Bald gibt es 18 Millionen BTC – Was das für den Bitcoin-Kurs bedeutet
Bitcoin

Ende dieser Woche wird die Marke von 18 Millionen Bitcoin geknackt. Wir klären, wie sich das auf den Kurs auswirkt, was das mit dem Halving zu tun hat und warum Bitcoin bald seltener als Gold sein könnte.

Bitcoin ETF: So will Wilshire die US-Börsenaufsicht überzeugen
Bitcoin ETF: So will Wilshire die US-Börsenaufsicht überzeugen
Bitcoin

Bitcoin ETF: Die US-Börsenaufsicht akzeptiert wieder Kommentare für einen Antrag auf den unter Anlegern ersehnten außerbörslichen Fonds für die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung (BTC). Der Antrag stammt vom US-Unternehmen Wilshire Phoenix und reagiert auf die Bedenken der SEC.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Kursanalyse

Bisher konnte sich der gleitende Mittelwert der letzten hundert Tage als stabiler Support beweisen. Jedoch kann die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses als Bärenflagge gedeutet werden. Jenseits von Bitcoin gab es, trotz eines eher sorgenvollen Berichts der G7-Staaten, positive Neuigkeiten um Stable Coins. 

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Angesagt

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.