5 Gründe für einen Bitcoin ETF

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Die Bestrebungen, einen Bitcoin ETF aufzusetzen, verliefen bisher im Sande. Daran konnte weder die Beharrlichkeit der Winklevoss-Brüder (die BTC-Milliardäre unternahmen bereits zwei Anläufe) noch die Kooperationsbereitschaft von VanEck mit den US-Regulierungsbehörden etwas ändern. Doch der Bitcoin ETF wird kommen, da ist sich die Krypto-Gemeinde ausnahmsweise einmal einig.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Doch was bringt der Bitcoin ETF? Ist das Narrativ des institutionellen Geldes, das den Markt in neue Sphären katapultiert, bloß eine Wunschvorstellung? Und wieso will die libertäre Krypto-Gemeinde, die am Gegenentwurf zu klassischen Finanzmärkten arbeitet, überhaupt, dass die Wall Street Teil des Spiels wird?

Wir haben uns dem Thema ETF angekommen – hier sind fünf gute Gründe für einen Bitcoin ETF.

1. Legitimation


Die offizielle Genehmigung eines Bitcoin ETF wäre der legitimierende Ritterschlag für die Kryptowährung. Obgleich Bitcoin heute schon ein reguliertes Asset ist und kaum Unklarheit über die steuerliche Behandlung besteht, scheuen sich Anleger nach wie vor, in Bitcoin zu investieren.

Uns deucht: Würde Bitcoin in den erlauchten Kreis der ETF-fähigen Finanzprodukte einziehen, dürfte dies seiner öffentlichen Anerkennung zu Gute kommen.

Denn börsengehandelte Fonds sind steuerlich und rechtlich genau definierte Anlageobjekte. Dass sich willige Krypto-Investoren in rechtlich unsichere Fahrwasser begeben, müsste also niemand mehr befürchten.

2. Sicherheit

Aus Investorensicht ist ein ETF eine wesentlich bequemere Variante, um das Portfolio mit Bitcoin zu erweitern, als die Kryptowährung auf einer Exchange zu kaufen und das Wallet-Management zu übernehmen. All dies setzt schließlich ein gewisses Maß an Expertise und Eigenverantwortung voraus.

Dass selbst fachkundige Investoren nicht immer nur Best Practice umsetzen, zeigt sich an all den verlorenen Private Keys; die dazugehörigen BTC sind seither auf Nimmerwiedersehen im luftleeren Raum verlorengegangen.

Manager von Multi-Millionen-Dollar-Fonds können sich einem solchen Risiko nicht aussetzen. Genehmigungsfähige ETFs sollten jedoch hinreichend sicher sein, ein SEC Approval scheint sonst nahezu ausgeschlossen.

3. Institutionelles Geld

Seien wir ehrlich: Die Genehmigung eines Exchange Traded Fund wäre ein Erdbeben. Der Markt würde oben genanntes wohl umgehend einpreisen – in dem Wissen, dass Bitcoin spätestens jetzt Teil der traditionellen Finanzmärkte ist. „Am Tag der Verkündung wird Bitcoin durch die Decke gehen“, fasst Ari Paul, CEO der Krypto-Investmentfirma BlockTower, die erwartbare Kursreaktion zusammen.

Und dann wäre da noch die Sache mit der institutionellen FOMO. Galaxy-Digital-CEO Mike Novogratz erwartet eine sich selbst potenzierende Spirale aus institutionellen Investments. Demnach müssen sich Fondsmanager ab einem gewissen Punkt vor ihren Anlegern dafür rechtfertigen, eine der lukrativsten Anlageklassen in der Geschichte der Menschheit verpasst zu haben.

Das Narrativ geht aktuell noch in die gegenteilige Richtung: Etablierte Fonds, die den Einstieg in den Krypto-Markt vermelden, lösen heutzutage noch eine mittelgroße Sensation aus. Die Berichterstattung über Krypto-Investments der Ivy-League-Unis Harvard, Stanford und MIT haben ein riesiges Medienecho herbeigeführt.

4. Aufmerksamkeit

Der Bitcoin-Kurs entwickelt sich seit jeher in Hype-Zyklen. Periodisch folgt auf Bullenmarkt Bärenmarkt und so weiter, ihr versteht. Jedenfalls geht dabei die gespendete Aufmerksamkeit am Phänomen Bitcoin einher mit der Kursentwicklung. Beobachtbar ist dies an der augenscheinlichen Korrelation von Google-Suchanfragen zum Thema und Kursentwicklung:

Das erwähnte Medienecho würde den Kryptowährungen aller Wahrscheinlichkeit nach wieder zu mehr „Momentum“ verhelfen. Achtung: Korrelation heißt nicht Kausalität. Suchanfragen werden keinen Bull Run triggern; zweifelsfrei ist Aufmerksamkeit aber ein hohes Gut.

Und etwas mehr davon zu Gunsten Bitcoins wäre eine gute Sache.


5. Der Domino-Effekt

Wieso meinen wir eigentlich automatisch die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC, wenn wir über das Thema ETF berichten? Antwort: Die USA spielen als (noch) größte Volkswirtschaft der Erde eine Vorreiterrolle. Die größten Vermögensverwalter der Welt sind alle auf amerikanischem Boden ansässig.

Big Money liegt nun einmal im US-Finanzmarkt. Sollte ein Bitcoin ETF dort auf eine rege Nachfrage treffen, hätte das Symbolwirkung und die europäischen Finanzmärkte würden folgen.

Eine positive Nachricht aus Washington würde wohl dafür sorgen, dass der schweizerische Bitcoin ETP Konkurrenz bekäme – und das im besten Sinne.

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