WTO-Blockchain-Report: Ein Festival der Konjunktive

Quelle: Shutterstock

WTO-Blockchain-Report: Ein Festival der Konjunktive

Kann die Blockchain-Technologie den Welthandel revolutionieren? Dieser Frage ist die in Genf ansässige Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) in einem jüngst veröffentlichten Buch nachgegangen. Das von Emmanuelle Ganne erstellte Buch wurde anlässlich eines am 27. November abgehaltenen Blockchain-Workshop veröffentlicht. 

Dass auch die Welthandelsorganisation das Thema Blockchain auf dem Schirm hat, zeigte sich spätestens in dem im Oktober veröffentlichten World Trade Report 2018. Demnach zählt die WTO die Blockchain- und andere Distributed-Ledger-Technologien zu den „großen vier“ Technologien, die den Welthandel maßgeblich verändern können. Worin diese Veränderungen bestehen könnten, dazu hat die WHO am 27. November einen Blockchain-Workshop in Genf abgehalten. Anlässlich des Workshops veröffentlichte die WHO einen Bericht mit dem Titel „Can Blockchain revolutionize international trade?“.

Der Report analysiert mögliche Anwendungsgebiete der Technologie im internationalen Handel. Der Fokus liegt auf den Themen papierfreier Handel, Fragen des Urheberrechts, neue Dienstleistungen im Bereich Finanzen und e-Commerce sowie Beschaffungsmanagement von Regierungen. Verfasserin der Analyse ist Emmanuelle Ganne, die Vizepräsidentin der Allam Advisory Group. Der knapp 150 Seiten fassende Report enthält wenig Neues – dafür eine Menge Aussagen der Sorte „Hätte, könnte, sollte“. Ganne betont das vielbeschworene Potenzial der Blockchain-Technolgie, verweist jedoch auch auf die technischen und regulatorischen Hürden, die es noch zu nehmen gelte.

Hauptprobleme: Interoperabilität und Regulierung

Auf technischer Seite sei nach wie vor die mangelnde Interoperabilität (und Skalierbarkeit) von Blockchains das größte Hindernis für eine volle Entfaltung des Potenzials der Technologie:

„Insbesondere müssen technische Lösungen entwickelt werden, um das Problem der ‚digitalen Insel‘ anzugehen und sicherzustellen, dass Blockchains miteinander kommunizieren können.“

Zudem fehle es noch an einem globalen regulatorischen Rahmen:

„Der breit angelegte Einsatz von Blockchain erfordert einen geeigneten Rechtsrahmen, der die Rechtsgültigkeit von Blockchain-Transaktionen anerkennt, geltendes Recht und Verbindlichkeiten klärt und regelt, wie auf Daten zugegriffen und diese verwendet werden können“,

stellt Ganne fest. Dass es dazu jemals kommen wird, sei indes keinesfalls gewiss. Dies gelte vor allem für Permissionless Blockchains, bei denen es de facto (und de jure) keinen Ansprechpartner für Regulationsbehörden gibt. Ein Beispiel: An wen sollte sich die Bundesregierung wenden, um das Bitcoin-Protokoll in ein regulatorisches Konzept zu zwängen? Eben. Anders verhält es sich freilich mit privaten oder „Enterprise Blockchains“ die beispielsweise beim Hyperledger von IBM im Mittelpunkt stehen.

Um diese Hürden zu nehmen, bedürfe es einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten:

„Angesichts des Potenzials von Blockchain sollten Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Software-Entwickler, Akademiker, Regierungen und zwischenstaatliche Organisationen Hand in Hand arbeiten, um die praktischen und rechtlichen Auswirkungen der Technologie zu bewerten und gemeinsame Lösungen für bestehende Herausforderungen zu entwickeln.“

Falls dieses ambitionierte Ziel erreicht wird, könnte der Welthandel in zehn bis 15 Jahren einen „radikalen“ Wandel vollziehen.

BTC-ECHO

Die TOP 5 Krypto-Broker und Börsen: : Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden - wir haben die besten Broker und Börsen zusammengestellt: Jetzt handeln

Anzeige

Ähnliche Artikel

Nutzerdaten auf der Blockchain – Facebook-CEO Mark Zuckerberg spricht über Pro und Kontra
Nutzerdaten auf der Blockchain – Facebook-CEO Mark Zuckerberg spricht über Pro und Kontra
Blockchain

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg diskutierte in einem Interview mit Harvard-Professor Jonathan Zittrain den Einsatz von Blockchain im Internet.

Krypto-Adaption: Bahrain gibt Bitcoin eine Chance
Krypto-Adaption: Bahrain gibt Bitcoin eine Chance
Regulierung

Bahrain gibt Bitcoin (BTC) eine Chance. Dafür hat die Zentralbank des Landes eine Testumgebung veröffentlicht.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Nutzerdaten auf der Blockchain – Facebook-CEO Mark Zuckerberg spricht über Pro und Kontra
    Nutzerdaten auf der Blockchain – Facebook-CEO Mark Zuckerberg spricht über Pro und Kontra
    Blockchain

    Facebook-Gründer Mark Zuckerberg diskutierte in einem Interview mit Harvard-Professor Jonathan Zittrain den Einsatz von Blockchain im Internet.

    Brasilianische Bank BTG Pactual plant 15-Millionen-US-Dollar-STO
    Brasilianische Bank BTG Pactual plant 15-Millionen-US-Dollar-STO
    Invest

    Die brasilianische Bank BTG Pacual SA plant Angaben ihres CTOs zufolge die Herausgabe eines Security Token.

    Continental, Siemens und Commerzbank testen „Blockchain“ im Geldmarkt
    Continental, Siemens und Commerzbank testen „Blockchain“ im Geldmarkt
    Unternehmen

    Continental, die Commerzbank und Siemens vermelden ihre erste erfolgreiche „Blockchain“-Transaktion.

    Im Visier der Bundesbehörden: FBI bittet Bitconnect-Opfer um Mithilfe
    Im Visier der Bundesbehörden: FBI bittet Bitconnect-Opfer um Mithilfe
    Sicherheit

    Das Federal Bureau of Investigation (FBI) bitte Bitconnect-Opfer bei der Aufklärung der Hintergründe des Scams um Mithilfe.

    Angesagt

    DEX-Duell: Bancor vs. Uniswap
    Krypto

    Der Kampf um die Vorherrschaft der dezentralen Exchanges (DEX) geht in die nächste Runde.

    Krypto-Adaption: Bahrain gibt Bitcoin eine Chance
    Regulierung

    Bahrain gibt Bitcoin (BTC) eine Chance. Dafür hat die Zentralbank des Landes eine Testumgebung veröffentlicht.

    Eine vergessene Anlageklasse: Die Anleihe und ihr Comeback durch Security Token
    Kommentar

    Die Meldung ist wie eine Bombe eingeschlagen: Das Berliner Krypto-Start-up Bitbond hat diese Woche bekanntgegeben, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihrem STO-Antrag stattgegeben hat.

    Bank of China schließt sich Blockchain-Plattform für Immobilien-Entwicklung an
    Blockchain

    Auch in China scheint sich die Blockchain-Technologie weiter großer Beliebtheit zu erfreuen.