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Wechselkurs von Petro zu Bolívar auf 1:36.000 angehoben – Inflation hat Venezuela fest im Griff

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Quelle: Shutterstock

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Nicolás Maduro hebt den Wechselkurs von Bolívar zu Petro auf ein Verhältnis von 1:36.000 an. Der Schritt zeigt: Die Inflation im Land grassiert nach wie vor unerbittlich.

Venezuelas Wirtschaft ist im Sinkflug. Die Bürger verlassen in Scharen das Land in alle Richtungen, die Inflation bewegt sich in Sphären, die kaum noch messbar sind und eine ineffektive Reform jagt die nächste.

Nun will der venezolanische Präsident Nicolás Maduro der Hyperinflation – die Rate beträgt aktuell etwa 2 Millionen Prozent – mit einer weiteren Währungsreform beikommen: In einer Ansprache vor dem venezolanischen Parlament verkündete der Nachfolger des ikonischen Präsidenten Hugo Chávez, dass der Petro nun im Verhältnis 1:36.000 umgetauscht werden könne. Damit erhöht sich der Wechselkurs zum Bolívar um den Faktor vier. Gleichzeitig vermeldete Maduro einen Anstieg des gesetzlichen monatlichen Mindestlohns auf 18.000 Bolívar – umgerechnet etwa 17 Euro.

Das Anheben des Tauschkurses von Petro zu Bolívar ist ein weiteres Zeichen für die galoppierende Inflation in dem südamerikanischen Land. Schließlich drückt sich darin eine Abwertung des „analogen“ im Verhältnis zum digitalen Geld aus.

Petro-Hype verpufft


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Der Schritt täuscht indes nicht darüber hinweg, dass der Start der ersten staatlichen Kryptowährung ein Schuss in den Ofen war. Berichten zufolge funktionieren die Wallets noch nicht, die Akzeptanz ist gering und eine Zirkulation des Geldes daher praktisch nicht möglich.

Für ein Projekt, welches das Land aus seiner wirtschaftlichen Notlage hieven sollte, ist dies eine katastrophale Bilanz.

Derweil verliert man als außenstehender Beobachter bei drei offiziellen Währungen im Land einstweilen den Überblick. Nachdem der Bolívar Soberano (der „Souveräne Bolívar“) am 20. August die völlig entwertete Währung Bolívar Fuerte ersetzte, beflügelte der Währungspluralismus eher die Schwarzmärkte als die Wirtschaft des Landes. Denn die Tauschrate entsprach nicht den realen Werten der beiden Währungen.

Auch der Plan, durch die Währungsreform die Hyperinflation einzudämmen, scheiterte. Der angehobene Wechselkurs zum Petro – der dritten Landeswährung – beweist das.

Zumal ein Blick auf den Smart Contract der Dash Copycat Petro zeigt: Die Geldmenge kann beliebig erhöht werden.

Venezolaner bevorzugen Bitcoin

Die venezolanische Kryptowährung kommt bei der Bevölkerung indes denkbar schlecht an. Selbst wenn die technologische Implementierung funktionieren würde, bezweifeln Wirtschaftsexperten eine Adaption seitens der Bevölkerung. Henkel Garcia, Direktor des in Caracas ansässigen Beratungsunternehmens Econometrica, sagte gegenüber Bitcoin.com:

„[Die Regierung] versucht, dem Petro zu mehr Zirkulation zu verhelfen. Sie ignoriert, dass die Verwendung einer Währung ein freiwilliger Akt ist, bei dem Vertrauen eine wesentliche Rolle spielt.“

Wie wichtig der Faktor Vertrauen ist, zeigt unterdessen der Anstieg des Bitcoin-Handelsvolumens in dem Land. Wie BTC-ECHO berichtete, steigt seit geraumer Zeit die Nachfrage nach der Kryptowährung Nr. 1 in Venezuela stetig an. All der Unkenrufe bezüglich des aktuellen Bärenmarktes zum Trotz, zeigt das eines ganz eindeutig: Wenn Menschen in Staaten mit dysfunktionalen Währungen Bitcoin bereits mehr Vertrauen entgegenbringen als der eigenen Landeswährung, ist das ein äußerst positives Signal für Kryptowährungen.


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