Wechselkurs von Petro zu Bolívar auf 1:36.000 angehoben – Inflation hat Venezuela fest im Griff

Quelle: Shutterstock

Wechselkurs von Petro zu Bolívar auf 1:36.000 angehoben – Inflation hat Venezuela fest im Griff

Nicolás Maduro hebt den Wechselkurs von Bolívar zu Petro auf ein Verhältnis von 1:36.000 an. Der Schritt zeigt: Die Inflation im Land grassiert nach wie vor unerbittlich.

Venezuelas Wirtschaft ist im Sinkflug. Die Bürger verlassen in Scharen das Land in alle Richtungen, die Inflation bewegt sich in Sphären, die kaum noch messbar sind und eine ineffektive Reform jagt die nächste.

Nun will der venezolanische Präsident Nicolás Maduro der Hyperinflation – die Rate beträgt aktuell etwa 2 Millionen Prozent – mit einer weiteren Währungsreform beikommen: In einer Ansprache vor dem venezolanischen Parlament verkündete der Nachfolger des ikonischen Präsidenten Hugo Chávez, dass der Petro nun im Verhältnis 1:36.000 umgetauscht werden könne. Damit erhöht sich der Wechselkurs zum Bolívar um den Faktor vier. Gleichzeitig vermeldete Maduro einen Anstieg des gesetzlichen monatlichen Mindestlohns auf 18.000 Bolívar – umgerechnet etwa 17 Euro.

Das Anheben des Tauschkurses von Petro zu Bolívar ist ein weiteres Zeichen für die galoppierende Inflation in dem südamerikanischen Land. Schließlich drückt sich darin eine Abwertung des „analogen“ im Verhältnis zum digitalen Geld aus.

Petro-Hype verpufft

Der Schritt täuscht indes nicht darüber hinweg, dass der Start der ersten staatlichen Kryptowährung ein Schuss in den Ofen war. Berichten zufolge funktionieren die Wallets noch nicht, die Akzeptanz ist gering und eine Zirkulation des Geldes daher praktisch nicht möglich.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Für ein Projekt, welches das Land aus seiner wirtschaftlichen Notlage hieven sollte, ist dies eine katastrophale Bilanz.

Derweil verliert man als außenstehender Beobachter bei drei offiziellen Währungen im Land einstweilen den Überblick. Nachdem der Bolívar Soberano (der „Souveräne Bolívar“) am 20. August die völlig entwertete Währung Bolívar Fuerte ersetzte, beflügelte der Währungspluralismus eher die Schwarzmärkte als die Wirtschaft des Landes. Denn die Tauschrate entsprach nicht den realen Werten der beiden Währungen.

Auch der Plan, durch die Währungsreform die Hyperinflation einzudämmen, scheiterte. Der angehobene Wechselkurs zum Petro – der dritten Landeswährung – beweist das.

Zumal ein Blick auf den Smart Contract der Dash Copycat Petro zeigt: Die Geldmenge kann beliebig erhöht werden.

Venezolaner bevorzugen Bitcoin

Die venezolanische Kryptowährung kommt bei der Bevölkerung indes denkbar schlecht an. Selbst wenn die technologische Implementierung funktionieren würde, bezweifeln Wirtschaftsexperten eine Adaption seitens der Bevölkerung. Henkel Garcia, Direktor des in Caracas ansässigen Beratungsunternehmens Econometrica, sagte gegenüber Bitcoin.com:

„[Die Regierung] versucht, dem Petro zu mehr Zirkulation zu verhelfen. Sie ignoriert, dass die Verwendung einer Währung ein freiwilliger Akt ist, bei dem Vertrauen eine wesentliche Rolle spielt.“

Wie wichtig der Faktor Vertrauen ist, zeigt unterdessen der Anstieg des Bitcoin-Handelsvolumens in dem Land. Wie BTC-ECHO berichtete, steigt seit geraumer Zeit die Nachfrage nach der Kryptowährung Nr. 1 in Venezuela stetig an. All der Unkenrufe bezüglich des aktuellen Bärenmarktes zum Trotz, zeigt das eines ganz eindeutig: Wenn Menschen in Staaten mit dysfunktionalen Währungen Bitcoin bereits mehr Vertrauen entgegenbringen als der eigenen Landeswährung, ist das ein äußerst positives Signal für Kryptowährungen.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Kursanalyse

Bisher konnte sich der gleitende Mittelwert der letzten hundert Tage als stabiler Support beweisen. Jedoch kann die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses als Bärenflagge gedeutet werden. Jenseits von Bitcoin gab es, trotz eines eher sorgenvollen Berichts der G7-Staaten, positive Neuigkeiten um Stable Coins. 

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Angesagt

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.