Was hat es mit Bitcoin Cash auf sich?

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Kurz vor der erwarteten SegWit2x-Umstellung zum 1. August stiftet ein neues Skalierungskonzept namens Bitcoin Cash Verwirrung.  

Der vermeintliche Notfallplan, der im Falle eines Scheiterns von SegWit2x vorgesehen ist, wird von dem Client BitcoinABC getragen. Hinter diesem Client stehen primär der Mininggigant Bitmain und Roger Ver, die ein Interesse an einer Nicht-SegWit-Lösung haben.


Der mutmaßliche Grund ist, dass ihre Antminer mit der eigens entwickelten Software nicht von SegWit profitieren würden bzw. sogar einen potentiellen Wettbewerbsvorteil aufgeben müssten. Ihre patentierte Software-Lösung, die eine höhere Hashleistung ermöglicht, würde von SegWit ausgenommen werden. Entsprechend gibt es ökonomische Gründe, die das Interesse an einer alternativen Skalierungslösung oder sogar einem ganz neuen Coin erklären.

Bitcoin Cash hätte eine Hard Fork zur Konsequenz, die dazu führen würde, dass es keinerlei Kompatibilität zur Bitcoin-Blockchain mehr geben würde. Es würde ein vollkommen neuer Coin mit Bitcoin-Historie entstehen.

Es sind drei grundlegende Änderungen durch Bitcoin Cash gegeben:

1) Die Blockgröße soll von gegenwärtig 1 MB auf 8 MB erhöht werden. Im Vergleich dazu ist bei SegWit2x nur eine Verdopplung auf 2 MB vorgesehen.

2) Die Mechanismen Wipeout und Replay Protection sorgen dafür, dass es nicht mehr möglich ist, dass eine Kommunikation zwischen beiden Chains stattfinden kann. Diese Umprogrammierung unterbindet jedwede Kompatibilität zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash.

3) Es wird ein neuer Algorithmus implementiert, der es ermöglicht schneller Blöcke zu minen.

Wird Bitcoin Cash zum Ethereum Classic der Bitcoin-Blockchain?

Natürlich gibt es keine 100% Sicherheit dafür, dass SegWit2x reibungslos umgesetzt wird. Dennoch sieht es nicht schlecht aus, da der überwiegend größere Teil der Miner ihre Bereitschaft für SegWit bereits signalisiert hat. Auch ein UASF rückt damit in immer weitere Ferne.

Es besteht also nur eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass sich Bitcoin Cash mit einem Fork von der hauptsächlichen Bitcoin-Blockchain abtrennt. Es könnte aufgrund dessen zu Netzwerkinstabilitäten kommen, doch für diejenigen die sich an Bitcoin halten, dürften keine Probleme auftreten. Einige Dienste haben währenddessen schon angekündigt Bitcoin Cash (BCC) nicht zu unterstützen. Wer nach dem möglichen Fork neben seinen Bitcoin auch Bitcoin Cash bekommen möchte, der sollte sicher gehen, dass er den Private Key zu seinem Wallet besitzt. Für diejenigen, die danach nur noch Bitcoin Cash nutzen wollen, ist dieser Schritt natürlich zwingend.

Die anfänglich große Verunsicherung wird sich wahrscheinlich, ohne großen Schaden für das Bitcoin-Original, nach einiger Zeit wieder legen.

BTC-ECHO

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