Bitcoin-Steuer Was gibt es zu beachten, wenn Gewinne oder Verluste realisiert werden?

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Gemeinsam mit der SutorBank realisiert coindex® die erste deutsche Plattform für intelligente Kryptoportfolios. Mit coindex® kann man einfach und indexbasiert sein persönliches Portfolio aus digitalen Vermögenswerten kaufen, verwalten und verwahren.

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Quelle: Shutterstock

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Neues Jahr, neues Glück: Wie realisiert man Gewinne und Verluste? Einige Dinge, die auch bei der Steuerabgabe wichtig werden.

In der achtteiligen Kolumne „Kryptowerte als Geldanlage“ beschäftigen sich Marius Krämer und Peter Weger von coindex® mit Fragen rund um ein Investment in Kryptowerte.


Jede Geldanlage geht zu Ende. Das heißt, ein Vermögenswert, der irgendwann gekauft wurde, wird wieder verkauft – entweder mit Gewinn oder auch mit Verlust.

In diesem Artikel geht es um wichtige Punkte, die man bei dem Realisieren von Profiten oder Verlusten beachten muss – unter anderem bezüglich der Versteuerung.

Profit realisieren

Ob nach zwei Monaten, einem Jahr oder in zehn Jahren – irgendwann ist es an der Zeit, Gewinne zu realisieren. Jeder kennt Geschichten von Menschen, die über Nacht mit digitalen Vermögenswerten reich geworden sind. Auch die Anleger, die im vergangenen Jahr zu einem günstigen Zeitpunkt eingestiegen sind, konnten satte Gewinne realisieren. An diesem Punkt angekommen, merken viele Anleger, dass sie eigentlich gar nicht genau wissen, wie sie jetzt vorgehen sollten. Welche Folgen haben die ungewöhnlichen, unter Umständen sehr hohen Zahlungseingänge auf das Bankkonto?

Die beiden wichtigsten Angelegenheiten sind das Melden von Gewinnen bei der Bank und beim Finanzamt.

Prüfungspflicht der Banken

Wenn hohe Gewinne aus der Geldanlage in Kryptowerte auf das Konto der Bank eingehen, dann wird die Bank diese Transaktion als „ungewöhnliche Kontobewegung” einstufen. In so einem Fall muss die Bank prüfen. Es gibt Banken, die dem Thema offen gegenüber stehen. Andere wiederum sind noch sehr konservativ eingestellt. Es gibt Geschichten, in denen die Bank ohne Vorwarnung mit der Kündigung des Kontos reagiert hat, als sie erfuhr, dass das Geld aus Krypto-Transaktionen stammt.

Hier kann es helfen, vorab das Gespräch mit der Bank zu suchen, denn natürlich müssen die Banken Gesetze einhalten und Geldwäscherichtlinien umsetzen. Dementsprechend wird die Bank unter Umständen mehr Informationen anfordern und eventuell Verdachtsanzeige stellen. Um Probleme zu vermeiden, sollten Anleger ihre Hausbank vorab über die Höhe der Transaktionen informieren und Rückfragen verlangen, falls Zweifel bestehen. Abgesehen davon möchte die Bank sehen, dass sich ihr Kunde ordnungsgemäß um die Steuer kümmert. Hier kann es helfen, ein Schreiben des Steuerberaters einzureichen, das bezeugt, dass die Einnahmen selbstverständlich dem Finanzamt erklärt werden – eine wichtige Grundlage für die Bitcoin-Steuer.

Bitcoin-Steuer: Gewinne dem Finanzamt vortragen

Gewinne, die durch Handel und Investment in Kryptowerten erzielt werden, sind steuerpflichtig und müssen dem Finanzamt vorgetragen werden. Je nachdem, wie komplex und umfangreich das Engagement ist, kann die Steuererklärung eine große Herausforderung darstellen. Es reicht nicht, dem Fiskus die Veräußerungsgewinne mitzuteilen und die Adressen der Börsen oder des Finanzdienstleisters zu nennen. Das Amt muss die Möglichkeit haben, den Steuersachverhalt genau zu prüfen. Deshalb muss eine detaillierte Transaktionshistorie vorgelegt werden, die chronologisch aufgearbeitet ist. Bei komplexen Sachverhalten könnte das Hinzuziehen eines Steuerberaters helfen.

Abgesehen davon kann man sich Kopfschmerzen ersparen, wenn man Tools wie Cryptotax benutzt, um seine Transaktionen steuergerecht aufzuarbeiten.

Wie Gewinne aus der Krypto-Geldanlage im Einzelfall besteuert werden, lässt sich nicht pauschal beantworten. Allgemein wird in Deutschland die Fi-Fo-Methode (First-in-First-out-Methode) angewendet. Dabei wird angenommen, dass der jeweils zuerst angeschaffte Kryptowert auch jeweils zuerst wieder verkauft wird. Auf der Basis dieser Annahme und den Aufzeichnungen aller Geschäfte mit Datum und Umrechnungskurs lässt sich die Steuerpflicht berechnen.

In Deutschland gibt es zudem eine Sonderregel von deren Existenz jeder Investor wissen sollte. Der Gesetzgeber hat für andere Wirtschaftsgüter (dazu zählen Kryptowerte) in § 23 EStG eine Spekulationsfrist von einem Jahr festgelegt. Demnach sind private Veräußerungsgeschäfte nur steuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr beträgt. Wenn also ein Investor in Kryptowerte investiert und erst nach Überschreiten der Haltefrist mit Gewinn verkauft, dann ist dieser Gewinn steuerfrei. Gerade für Sparer mit einem langen Anlagehorizont kommt diese Regelung sehr gelegen.

Gewinne unversteuert einzufahren ist das beste Szenario für Anleger. Doch in der Welt des Investments läuft nicht immer alles nach Plan – statt Gewinne sind Verluste oftmals Realität.

Verluste realisieren

Niemand kann die Entwicklungen am Finanzmarkt vorhersagen. Manchmal muss man in den sauren Apfel beißen und sein Investment mit Verlust verkaufen, bevor die Verluste außer Kontrolle geraten. Realisierte Verluste sind nichts Schönes, jedoch können diese in der Steuererklärung berücksichtigt werden.

In Deutschland können Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften (dazu zählt auch die Geldanlage in Kryptowerte) innerhalb der gleichen Einkunftsart steuerlich berücksichtigt werden. Hat man Verluste realisiert, können diese ein Jahr zurückgetragen oder in den Folgejahren vorgetragen werden, sodass unter Umständen weniger Steuern zu zahlen sind. Dabei darf die einjährige Haltefrist nicht überschritten werden (Haltefrist-Regelung s. o.). Wichtig zu verstehen ist hierbei, dass ein Verlust tatsächlich realisiert werden muss, d. h. es muss ein Verkauf stattgefunden haben. Kursverluste beim reinen Halten von Kryptowerten sind keine realisierten Verluste.

Fazit zur Bitcoin-Steuer

Ziel einer Geldanlage ist das Realisieren von Profit. Im Zuge dessen gibt es einige Aspekte zu beachten, wenn es darum geht, das gewonnene Geld zurück auf das Konto der Bank zu bringen und die Gewinne dem Finanzamt vorzutragen. Womit jeder Anleger von Anfang an ebenfalls rechnen muss, ist die Möglichkeit, dass seine Geldanlage verlustreich verläuft. Wie man in dem Fall vorgeht, sollte von Anfang an im Investmentplan spezifiziert sein. Eingreifende Korrekturmaßnahmen bevor Verluste zu groß werden, sind immer eine gute Strategie.

Eine Geldanlage verlustreich zu verkaufen, ist nie gewollt. Eventuell kann man die Verluste jedoch steuerlich geltend machen. Bei der Steuererklärung für die Krypto-Geldanlage gibt es vieles zu beachten. Jeder Anleger sollte sich ausreichend mit seinem Einzelfall beschäftigen. Neben hilfreichen Tools wie CryptoTax kann bei komplexeren Sachverhalten auch der Steuerberater herangezogen werden, damit nicht zu viel Geld an das Finanzamt geht.

Dieser Artikel ist der letzte aus der achtteiligen Kolumne „Geldanlage in Kryptowerte“, welche die innovative Anlageklasse aus der Sicht eines Investors betrachtet. Den ersten Beitrag aus der Reihe findest du hier.

Disclaimer: Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung, wurde jedoch nach bestem Wissen und Gewissen von coindex recherchiert.

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