Verbesserung klinischer Studien durch Blockchain: Boehringer Ingelheim und IBM kooperieren in Kanada für mehr Datensicherheit

Brigitte Bernhardt

von Brigitte Bernhardt

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Brigitte Bernhardt

Brigitte Bernhardt hat Architektur studiert, PR und Redaktion gelernt und arbeitet als Fachautorin für verschiedene Medien. In die Kryptowelt ist sie 2017 eingetaucht und war vom ersten Moment fasziniert – von der Technik, von der Idee, den Menschen die Kontrolle über das eigene Geld zu geben und von den Möglichkeiten, die Kryptowährungen und Blockchain für unsere Welt bedeuten.

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Boehringer Ingelheim (Canada) und IBM Kanada wollen die Möglichkeiten der Blockchain in klinischen Studien testen. Die Kooperation ist die erste ihrer Art und soll die Qualität in der Forschung und die Patientensicherheit erhöhen.

Boehringer Ingelheim ist das größte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Die kanadische Tochterfirma hat am 12. Februar 2019 im Rahmen der HiMSS-Konferenz in Orlando, Florida, die Zusammenarbeit mit IBM Canada bekanntgegeben. Die Unternehmen versprechen sich höhere Datensicherheit und mehr Transparenz bei der Durchführung und Auswertung klinischer Studien.

Das Ökosystem für klinische Prüfungen ist sehr komplex, da verschiedene Interessenvertreter beteiligt sind. Dies führt zu eingeschränktem Vertrauen, mangelnder Transparenz und ineffizienten Prozessen (…).

erläutert Dr. Uli Brödl, Vizepräsident für Medizin und Regulierung bei Boehringer Ingelheim (Canada) die derzeitige Situation in der Presseerklärung.

Klinische Studien häufig verfälscht

Die Schwachstellen klinischer Studien liegen dabei etwa bei der fälschungssicheren Archivierung medizinischer Daten und der jederzeitigen Dateneinsicht. Eine große Herausforderung ist zudem die Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellen. Das kann indes nicht nur zu einer verzerrten Darstellung der Studienergebnisse führen; die mangelnde Transparenz erleichtert nicht zuletzt auch die Manipulationen einzelner Studien.

Unvollständige oder fehlerhafte Studien stellen nicht zuletzt auch eine Gefahr für die Patienten dar. Hauptursache für die Fehleranfälligkeit ist die mangelnde Transparenz. Die zahlreichen Fehlerquellen bei medizinischen Studien werden ausführlich in diesem Beitrag auf www.spektrum.de beschrieben.

Blockchain als Lösung für mehr Transparenz

Die Blockchain-Technologie erlaubt es, Daten von Forschungsinstitutionen, Pharmaunternehmen und Ärzten sicher zusammenzuführen und verschlüsselt zu speichern. IBM Canada bringt sein Know-how in Blockchain-Technologien in die Zusammenarbeit ein. Dadurch könne die nötige Transparenz in dem komplexen Testprojekt geschaffen werden, so Boehringer Ingelheim über seinen Kooperationspartner.

IBM freut sich auf die Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim, um herauszufinden, wie die Blockchain-Technologie die Qualität klinischer Studien verbessern kann,

erklärte Claude Guay, General Manager von IBM Services bei IBM Canada.

Das Pilotprojekt in Kanada soll zudem das Potenzial der Blockchain-Technologie zur Kostensenkung durch die teilweise Automatisierung der sehr komplexen Prozesse klinischer Studien beleuchten.

BTC-ECHO berichtete kürzlich über ein weiteres Projekt im Gesundheitsweisen, für das eine Blockchainlösung zum Einsatz kommt. Bitfury hatte – ebenfalls im Rahmen der HiMSS-Konferenz – seine Zusammenarbeit mit zwei Partnerunternehmen bekannt gegeben.

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