TRON-Gründer steigt aus: „Projekt hat die Idee der Blockchain verraten.“

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TRON-Gründer steigt aus: „Projekt hat die Idee der Blockchain verraten.“

Lucien Chen, Gründer und CTO der Tron Foundation, verlässt das Unternehmen und geht in Zukunft eigene Wege. In seiner Erklärung zum Ausstieg kritisiert Chen, dass die Kryptowährung TRX nicht mehr viel mit dem Grundgedanken eines dezentralisierten Internets gemeinsam habe. Deshalb will der Tron-Gründer jetzt ein neues Blockchain-Projekt starten.

Der auf Medium veröffentlichte ausführliche Blog-Post sorgte nicht nur bei den Investoren der Tron-Foundation für große Überraschung. In dem Beitrag schreibt Lucien Chen, dass Tron in den letzten zwei Jahren zunehmend vom rechten Weg abgekommen sei. „Als technischer Mensch bin ich sehr traurig darüber, dass TRON vom Glauben an ein dezentralisiertes Internet abgewichen ist“, so Chen.

Deshalb steigt der TRON-Gründer aus dem Projekt aus

Konkret gibt Chen drei Gründe für seinen Ausstieg an:

  1. Tron ist nicht mehr dezentral.

Der Konsensalgorithmus DPOS (Delegated Proof of Stake) sowie der Super Representativ Node haben laut Chen ein ernsthaftes Voting-Problem und seien de facto zentralisiert. Einige wenige Nodes verfügten demnach mehr als 90 Prozent der gesamten Stimmen, während die normalen Kleinanleger kein Stimmrecht hätten. Dies widerspreche der Grundidee der Blockchain.

  1. Tron ist nicht mit dem Internet verbunden

Als Technologie-Plattform habe Tron versagt, weil es bislang keine funktionierenden Internet-Apps gebe. Das Versprechen dezentralisierter Apps (dApps) habe sich nicht erfüllt, reale kommerzielle Anwendungen lägen noch in weiter Ferne. Die ursprünglich auf Ethereum basierende Plattform sei im Moment deshalb nicht mehr als ein Glücksspiel- und Finanzierungsprojekt.

  1. Tron widerspricht der Grundidee der Blockchain

Als dritten Grund gibt Chen an, dass Tron völlig von der ursprünglichen Idee der Blockchain abgewichen sei. Während die Blockchain auf einem dezentralen System basiere, habe sich Tron in die entgegengesetzte Richtung entwickelt.

Die Token-Verteilung ist zentralisiert, die Super Representatives sind zentralisiert, die Code-Entwicklung ist zentralisiert. Sogar die Community ist zentral organisiert. Im Tron-Ökosystem fehlt es an Diversität und unterschiedlichen Meinungen. Das Projekt hat sich zu einem rein monetären Instrument entwickelt, ohne dass etwas von der Idee des dezentralen Internets übriggeblieben ist.

Lucien Chen

Neues Projekt soll die Idee von TRON wiederbeleben

Aufgrund der obigen Gründe, so Chen, habe er sich „mit tiefem Bedauern“ dazu entschlossen, Tron und dem Mitgründer Justin Sun den Rücken zu kehren und ein neues Projekt namens „Volume Network“ (VOL) zu starten. Volume Network soll ein vollständig dezentralisiertes Blockchain-Projekt werden, genau so wie Chen es sich bei seinem Einstieg bei Tron vorgestellt habe.

Die Dezentralisierung soll dabei vor allem auf Mining basieren. Das Problem bei Tron sei vor allem gewesen, dass der Proof-of-Stake-Mechanismus zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Stimmen geführt habe. Mit dem Mining will er genau das verhindern.

Beim Volume Network soll dabei eine neue Methode des Festplatten-Mining zu Einsatz kommen. Dies sei nachhaltiger und umweltfreundlicher als das derzeitige Modell, das auf ASICs und teure GPUs setze. Außerdem werde die Schwelle für potentielle Interessenten gesenkt.

Innovatives Konsens-Modell setzt auf Proof of Space and Time

Im Unterschied zu vielen Kryptowährungen, die derzeit auf den Proof-of-Work-Mechanismus setzen, will Chen beim Volume Network den Konsens-Algorithmus „Proof of Space and Time“ (PoST) einführen. Bei diesem Modell sollen Teilnehmer eines dezentralen Netzwerks ihr finanzielles Interesse nachweisen, indem sie Speicherplatz zur Verfügung stellen.

PoST funktioniert ähnlich wie der Proof-of-Space-Mechanismus, der auch schon von BitTorrent ins Spiel gebracht wurde. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass dabei auch die Variable Zeit eine Rolle spielt. Miner müssen nach dem Erhalten der Block-Daten einige rechenintensive mathematische Operationen ausführen und dann die passenden Blöcke auswählen, indem sie die Ergebnisse der Verifikation mit den Blockdaten kombinieren.

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