Taobao: Alibaba-Tochter verbietet jegliche Krypto-Werbung

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

taobao

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/lisbon-portugal-november-17-2014-photo-231215539?src=RJnXKhpQ0QD6RUX3GdnfYA-1-7

In einer Pressemitteilung kündigt die Betreibergesellschaft von Taobao an, dass ab dem 17. April keine Werbung für ICOs oder Kryptowährungen erlaubt ist. Mit fast 40 Millionen angemeldeten Benutzern ist das Unternehmen die größte Internet-Auktionsplattform im asiatischen Raum. Hintergrund der Entscheidung ist ein gesetzliches Verbot des chinesischen Staats.

Während sich Alibaba.com als B2B-Plattform an gewerblich tätige Händler richtet, kaufen bei Taobao.com private Kunden ein. Die Alibaba-Tochter Taobao beugt sich der chinesischen Gesetzgebung und verbietet im Online-Auktionshaus jegliche Online-Werbung für ICOs, Kryptowährungen, Anleitungen, Hardware-Wallets, Mining-Geräte und Software – also alles was mit Kryptowährungen zu tun hat. Das Verbot tritt ab dem 17. April in Kraft. Den Betreibern geht es neben der Einhaltung der Gesetzgebung darum, zum Wohl der Verbraucher bei sich ein „sicheres Online-Shopping-Umfeld“ zu schaffen. Gerade wenn es um das Werbe-Verbot für Initial Coin Offererings (ICOs) geht, möchte man Nutzer vor Abzocke schützen. Die neuen Regeln erlauben keine Ausnahme. Es dürfen keine Banner mehr für Produkte oder Dienstleistungen geschaltet werden, die auch nur annähernd mit Digitalwährungen in Verbindung stehen. Wer das Verbot bricht, muss mit Strafen und letztlich mit der Löschung seines Taobao-Accounts rechnen.

Taobao-Mutterkonzern Alibaba.com drängt nach Europa

Auch wenn Krypto-Produkte beim chinesischen Online-Händler Alibaba.com verboten sind, drängt der Konzern derzeit mit aller Macht nach Europa. Für hiesige Firmen steht eine deutschsprachige Webseite zur Verfügung. Momentan strebt die Alibaba Group Holding Limited eine intensivere Zusammenarbeit mit kleineren und mittelständischen Unternehmen aus ganz Europa an. Gefallen den chinesischen Unternehmen, die dort einkaufen, die hiesigen Produkte, so sei nach eigenen Angaben ein Umsatz mit dreistelligen Wachstumsraten möglich.

Um sich der Dimension des Anbieters klar zu werden: Beim chinesischen „Singles’ Day“ im Jahr 2016 wurden auf Alibaba.com doppelt so hohe Einnahmen generiert wie bei Amazon’s Cyber Monday, Black Friday, Thanksgiving Day und Prime Day zusammen. Zudem ist das firmeneigene Bezahlsystem Alipay mit mehr als 520 Millionen Nutzern die größte digitale Bezahlplattform weltweit.


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