Solarbetriebene Mining-Farm gescheitert – Investoren erhalten Geld zurück

Tanja Giese

von Tanja Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Quelle: Shutterstock

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Das spanische Start-up CryptoSolarTech hatte Lobenswertes geplant: die Errichtung einer Krypto-Mining-Anlage, die ihre Stromversorgung allein mit Solarenergie abdeckt. Der im letzten Sommer gestartete ICO hatte dafür 68 Millionen US-Dollar eingebracht. Nun scheitert das Projekt an einer fehlenden Baugenehmigung. Den Investoren verspricht CryptoSolarTech jedoch eine Rückzahlung ihrer Gelder.

ICOs versprechen insbesondere Start-ups, schnell an notwendige Finanzmittel zu gelangen. Zahlreiche Meldungen über Exit Scams, bei denen die Verantwortlichen mit dem gesammelten Geld über alle Berge verschwanden, haben dem ICO-Boom des letzten Jahres einen bitteren Nachgeschmack verliehen. Aber auch unvorhersehbare Umstände können dazu führen, dass das Versprechen hinter dem ICO nicht eingehalten wird. Wie man als gewissenhaftes Unternehmen dann fair mit den Investoren umgehen kann, zeigt das spanische Start-up CryptoSolarTech.

Vom erfolgreichen ICO zum Verlierer des Jahres

Im Juni 2018 startete das spanische Start-up CryptoSolarTech einen ICO, um eine solarbetriebene Mining-Farm bauen zu können. Die Idee, umweltbewusst Bitcoin & Co. zu minen, stieß im Hintergrund der kritischen Stimmen bezüglich des hohen Energiebedarfs von Mining-Farmen offenbar auf zahlreiche offene Ohren. Obwohl die Zielsumme nur 900.000 Euro betrug, konnte das Start-up insgesamt 68 Millionen US-Dollar einsammeln – in weniger als zwei Monaten.

Dennoch musste der ausgegebene Token CST bis zum Ende des Jahres einen Großteil seines Wertes einbüßen. In der Rankingliste der größten Verlierer des Jahres, die das Analyseunternehmen Diar aufgestellt hat, erreicht CryptoSolarTech den siebten Platz. Dennoch gelang es dem Start-up, das chinesische Energieunternehmen Risen Energy als Partner zu gewinnen. Risen Energy erklärte sich bereit, die Entwicklung der 300-Megawatt-Photovoltaikanlage zu unterstützen und die Verantwortung für das Elektrizitätsprojekt zu übernehmen. BTC-ECHO berichtete über diese Kooperation. Zudem gab es bereits Pläne, die Zusammenarbeit durch eine Erweiterung um die Bereiche Forschung und Entwicklung von Blockchain- und IoT-Technologien zu vertiefen.


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Doch wie das Unternehmen am 20. Februar via Twitter bekannt gab, kann es die solarbetriebene Mining-Farm nicht umsetzen. Der spanische Anwalt Sergio Carrasco hatte einen Screenshot eines offiziellen Briefs an die Investoren gepostet:

 

Carrasco kommentierte:

Hoppla, es scheint, dass Cryptosolartech den Betrieb einstellt … #surprise #NOT Zumindest sagen sie, sie werde das zurückgeben, was der ICO eingebracht hatte.

Ohne Genehmigung kein Bau

Grund des Scheiterns: Es gibt keine Baugenehmigung. Warum CryptoSolarTech die Mining-Farm nicht bauen darf, ist bislang nicht bekannt. Investoren, die bei dieser Hiobsbotschaft innerlich von ihrem Geld Abschied nehmen, kann CryptoSolarTech jedoch beruhigen. Alle Investoren sollen ihr Geld zurück erhalten. Damit vermeidet das Unternehmen trotz des Scheiterns des Projekts, in die Exit-Scam-Schublade gesteckt zu werden. Zwar ist das Vorgehen des Start-ups lobenswert, da es seine Investoren nicht im Regen stehen lässt. Doch möchte man meinen, dass elementare Bedingungen für den Aufbau einer Mining-Farm – wie eine Baugenehmigung – final geklärt sind, bevor ein ICO gestartet wird.

Glücklicherweise sind nicht alle Mining-Projekte, die mit umweltfreundlicher Energie der Kritik der Umweltschützer entgegentreten wollen, zum Scheitern verurteilt. Erst letzten Monat gab Bitfury bekannt, mobile Datencenter in Paraguay aufzubauen, die ihre Energie aus der Wasserkraft erhalten.


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