- Wie das Wall Street Journal berichtet, soll es beim Weltwirschaftsforum in Davos zwischen verschiedenen CEO US-amerikanischer Großbanken und dem Chef der Krypto-Börse Coinbase, Brian Armstrong, ordentlich gekracht haben.
- Demnach sei der JPMorgan-CEO Jamie Dimon in ein Treffen Armstrongs mit dem früheren britischen Außenminister Tony Blair geplatzt und habe ihn der Lüge bezichtigt. Laut Bericht fiel dabei die Phrase “You’re full of sh*t” (zu Deutsch: Sie reden nur Unsinn).
- Hintergrund ist der andauernde Streit zwischen dem Handelsplatz und den Finanzinstituten um den Clarity Act. Armstrong hatte vor knapp zwei Wochen dem Krypto-Gesetz öffentlich seine Zustimmung entzogen und ein Votum platzen lassen. Er nannte dabei ein Zinsverbot auf Stablecoins als Hauptgrund und machte die US-Banken dafür verantwortlich. Im Anschluss wiederholte er diese Position mehrmals öffentlich in TV-Auftritten und auf X.
- Die Bankenlobby zeigte sich über dieses Vorgehen mehr als verärgert. Sie argumentiert gegen Zinsen auf Stablecoins. Durch den deutlich höheren Zinssatz auf Coinbase würden Nutzer incentiviert, ihr Geld in Krypto umzuschichten, was zu Liquiditätsproblemen vor allem bei Regionalbanken führen könnte. Diese könnten dann beispielsweise keine Kredite mehr an Unternehmen vergeben.
- Neben JPMorgan soll es auch zu Reibereien mit den Bossen der Bank of America, Citigroup sowie Wells Fargo gekommen sein. Brian Armstrong wollte das Weltwirtschaftsforum nutzen, um zu verhandeln. Einige Top-Manager hätten ihn jedoch abblitzen lassen, schreibt das Wall Street Journal.
- Lediglich Brian Moynihan, Chef der Bank of America, soll in für 30 Minuten empfangen haben, aber mit einer klaren Position: Wenn er das Problem lösen wolle, solle er einfach eine Banklizenz beantragen.
- Allgemein verzögert sich das Vorhaben um den Clarity Act nun auf unbestimmte Zeit – auch weil der Bankenausschuss des Senats aktuell andere Themen priorisiert. Der Gesetzgebungsprozess dürfte sich damit frühstens ab März fortsetzen, sagen Beobachter.
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