Series-A-Finanzierung 

Venice AI wird zum Unicorn – doch was wird aus dem VVV-Token?

Venice AI sammelt 65 Millionen US-Dollar ein und erreicht eine Milliardenbewertung. Doch profitiert davon wirklich der VVV-Token oder vor allem die Equity-Investoren?

Johannes Dexl
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Venice-Token vor Chart

Beitragsbild: Shutterstock, KI-bearbeitet

| VVV legte nach der Funding-Bekanntgabe zunächst zu, gab dann jedoch wieder einen Großteil der Gewinne ab

Die von ShapeShift-Gründer Erik Voorhees gegründete KI-Plattform Venice AI hat erstmals externes Kapital aufgenommen und dabei den Unicorn-Status erreicht. In einer Series-A-Runde sammelte das Unternehmen 65 Millionen US-Dollar ein. Die Bewertung liegt laut Ankündigung bei einer Milliarde US-Dollar.

Angeführt wurde die Runde von Dragonfly. Zudem beteiligten sich Coinbase Ventures, F-Prime, North Island Ventures und Morgan Creek. Für Venice AI ist es die erste externe Finanzierungsrunde seit dem Start im Jahr 2024.

Das Timing fällt in eine Phase, in der Datenschutzfragen rund um Künstliche Intelligenz stärker diskutiert werden. Anthropic musste zuletzt den ausländischen Zugang zu zwei seiner neuesten KI-Modelle einschränken. OpenAI sieht sich zudem mit einer Sammelklage konfrontiert, in der dem Unternehmen vorgeworfen wird, private ChatGPT-Nutzerdaten an Dritte weitergegeben zu haben.

Venice AI positioniert sich als Privacy-Alternative zu zentralisierten KI-Plattformen. Das Unternehmen gibt an, 3,5 Millionen Nutzer zu haben und Zugriff auf mehr als 200 KI-Modelle anzubieten. Zwischen Nutzer und Modell wird ein Proxy geschaltet, der je nach Modell und Einstellung verschiedene Datenschutzstufen ermöglichen soll.

Equity oder Token: Wer profitiert wirklich?

Im Krypto-Space sorgt die Finanzierungsrunde aber für eine zweite Debatte, denn die neuen Investoren kauften offenbar keine VVV-Token, sondern Unternehmensanteile an Venice AI. Damit stellt sich die Frage, ob der Wert des Projekts wirklich den Token-Haltern zugutekommt oder vor allem den Equity-Investoren. VVV verbrieft keinen Anspruch auf Unternehmensgewinne, sondern dient vor allem dem Zugang zur KI-Infrastruktur.

Die bullishe These: Wenn Venice AI wächst, könnte auch die Nachfrage nach VVV steigen. Zudem sollen Teile der Plattformumsätze für Buybacks und Burns genutzt werden. Trotzdem gibt es ein Risiko, denn die 65 Millionen US-Dollar fließen in die Firma, nicht in den Token. Derlei Token-Equity-Konstruktionen haben im Krypto-Markt in der Vergangenheit häufig zu Interessenkonflikten geführt.

Der Venice Token legte nach der Nachricht zwar zunächst zu. Doch Venice AI seinen wachsenden Unternehmenswert langfristig wirklich in VVV übersetzen? Auf dem Krypto-Markt gehören nach dem Start der Robinhood Chain unterdessen insbesondere kleinere DeFi-Projekte zu den besten Performern.

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