Schätzung des BMF 

Steuer-Hammer: So viele Milliarden erwartet der Staat von Krypto-Anlegern

Die Krypto-Haltefrist steht vor dem Aus. So hoch sollten laut Bundesfinanzministerium die Mehreinnahmen ausfallen.

Johannes Dexl
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Das Bild zeigt Lars Klingbeil in einem Anzug, wie er lächelt. Freut er sich über die potenzielle Abschaffung der Bitcoin Haltefrist?

Beitragsbild: picture alliance / photothek.de | Juliane Sonntag

| Bundesfinanzminister Lars Klingbeil liebäugelt mit der Abschaffung der Haltefrist

Die Bundesregierung plant bei der Krypto-Besteuerung offenbar mit zusätzlichen Einnahmen in Milliardenhöhe. Aus einer Präsentation des Bundesfinanzministeriums zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 und der Finanzplanung bis 2030, welche BTC-ECHO vorliegt, geht hervor, dass der Bereich “Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität sowie Einführung einer Krypto-Besteuerung” im kommenden Jahr einen Konsolidierungsbeitrag von einer Milliarde Euro leisten soll.

Damit bestätigt sich erstmals eine konkrete Größenordnung aus Regierungskreisen. Eine detaillierte Aufschlüsselung, welcher Anteil davon auf die geplante Reform der Krypto-Besteuerung entfällt, enthält das Dokument allerdings nicht. Nach Informationen aus dem Umfeld des Haushaltsentwurfs rechnet das BMF durch die geplante Abschaffung der einjährigen Haltefrist mit Mehreinnahmen von bis zu drei Milliarden Euro. Diese Zahl deckt sich grob mit Schätzungen, die zuletzt in der Krypto-Branche kursierten.

Krypto-Steuer als Teil der Haushaltskonsolidierung

Die geplante Reform ist Teil eines größeren Konsolidierungspakets. Insgesamt sollen steuerliche Maßnahmen, der Abbau von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen sowie die Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität im Bundeshaushalt 2027 rund 6,2 Milliarden Euro beitragen. Den größten Einzelposten macht der Abbau von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen mit drei Milliarden Euro aus. Hinzu kommen unter anderem eine Plastiksteuer mit einer Milliarde Euro, höhere Tabaksteuer mit 0,8 Milliarden Euro und eine höhere Alkoholsteuer mit 0,4 Milliarden Euro.

In der Präsentation nennt das BMF die “Einführung einer Krypto-Besteuerung” ausdrücklich gemeinsam mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität. Das Ministerium verweist darauf, dass gesetzliche, technische und organisatorische Maßnahmen die Finanzverwaltungen effektiver machen und das Entdeckungsrisiko für Steuerkriminalität erhöhen sollen.

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Haltefrist steht weiter zur Debatte

Konkret plant die Bundesregierung laut Kabinettsvorlage, privat gehaltene Kryptowerte künftig den Einkünften aus Kapitalvermögen zuzuordnen. Damit würden Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowerten unabhängig von der bisherigen Jahresfrist steuerpflichtig. Bislang können private Anleger Gewinne nach Ablauf von zwölf Monaten steuerfrei realisieren.

Beschlossen ist die Reform damit aber noch nicht. Der Haushaltsentwurf sieht zwar einen Kabinettsbeschluss am heutigen 6. Juli 2026 vor. Anschließend folgt jedoch das parlamentarische Verfahren. Laut Zeitplan soll die erste Lesung im Bundestag in der Haushaltswoche vom 7. bis 11. September stattfinden, der zweite Durchgang im Bundesrat ist für den 18. Dezember vorgesehen.

Politisch bleibt die Abschaffung der Haltefrist umstritten. Die SPD drängt auf eine steuerliche Gleichbehandlung von Kryptowerten und Wertpapieren. Die Union hatte sich zuletzt gegen eine Änderung der bestehenden Regelung ausgesprochen. Ob die geplante Krypto-Steuer am Ende tatsächlich in der vorgesehenen Form kommt, bleibt damit offen. Eine Initiative ruft aufgrund der aktuellen Gemengelage rund um die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist zu einem öffentlichen Protest auf.

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