Nach dem spektakulären Swap, der ein Trader 50 Millionen US-Dollar kostete, hat das Aave-Team nun eine Erklärung zu dem Vorfall abgegeben. Vergangene Woche hatte ein Nutzer über das Aave-Interface 50 Millionen USDT in den Governance-Token AAVE getauscht. Wegen mangelnder Liquidität erlitt der Trade jedoch einen Price Impact von 99 Prozent. Der Trader erhielt lediglich 324 AAVE-Token im Wert von rund 36.100 US-Dollar.
Laut Aave lag die Ursache nicht in einem Fehler des Protokolls selbst. “Das Aave-Protokoll selbst war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, da der Swap außerhalb des Protokolls über ein Drittanbieter-Swap-Protokoll ausgeführt wurde”, heißt es in der Stellungnahme auf X. Die Transaktion lief über den dezentralen Aggregator CoW Swap, der in die Benutzeroberfläche von aave.com integriert ist.
Der ungewöhnlich große Trade traf laut Analyse auf einen Markt mit sehr geringer Liquidität. Dadurch entstand ein extrem hoher Price Impact. Aave erklärt: “Der Nutzer erhielt ein Preisangebot, das bereits 99,9 Prozent unter dem erwarteten Marktwert lag, verursacht durch die außergewöhnlich große Order in einem Markt mit sehr geringer Liquidität”.
Die Benutzeroberfläche habe den Trader zudem ausdrücklich gewarnt. Im Swap-Widget erschien laut Aave der Hinweis: “Hoher Price Impact (99,9 Prozent). Diese Route kann aufgrund geringer Liquidität weniger zurückgeben”. Zusätzlich musste der Nutzer den Swap mit dem Hinweis eines “möglichen Wertverlusts von 100 Prozent” aktiv bestätigen.
Erst danach konnte die Transaktion ausgeführt werden. “Der Nutzer bestätigte diese Warnung manuell und akzeptierte damit ausdrücklich das ungünstige Preisangebot”, schreibt Aave.
Aave kündigt Schutzmaßnahmen an
Als Reaktion plant das Entwicklerteam zusätzliche Schutzmechanismen. Eine neue Funktion namens “Aave Shield” soll künftig standardmäßig alle Swaps blockieren, deren Price Impact über 25 Prozent liegt. Nutzer müssten diese Schutzfunktion bewusst deaktivieren, um eine Transaktion mit höherem Risiko dennoch auszuführen.
Für den Trader kommt diese Schutzmaßnahme zu spät. Immerhin: Die beim Swap angefallene Gebühr von rund 110.368 US-Dollar will Aave laut eigener Aussage erstatten.
