Winklevoss-Zwillinge unter Zugzwang 

Krypto-Börse sorgt für Sorgen: Gemini unter massivem Druck

Nach Jobabbau und dem Rückzug aus UK, EU und Australien kommt es bei Gemini zu einem Umbruch im Top-Management. So steht es um die Krypto-Börse.

Johannes Dexl
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Zwei Männer in Anzug stehen da

Beitragsbild: picture alliance / Richard Drew

| Cameron Winklevoss (links) und Tyler Winklevoss (rechts) haben 2014 Gemini gegründet
  • Krypto-Unternehmer Tyler Winklevoss gibt sich auf X trotz des aktuell düsteren Sentiments demonstrativ optimistisch: “Die Stimmung in der Krypto-Branche ist derzeit so schlecht, dass ich eigentlich ziemlich optimistisch bin.” Hinter den Kulissen hat er mit seinem Bruder Cameron jedoch mit massiven Problemen zu kämpfen.
  • Parallel zu den öffentlichen Durchhalteparolen steht bei Gemini nämlich ein harter Umbau an. Anfang Februar kündigte das Unternehmen an, ein Viertel der Belegschaft abbauen zu wollen und sich aus Großbritannien, der Europäischen Union und Australien zurückzuziehen, um sich stärker auf die Märkte USA und Singapur zu konzentrieren.
  • Kurz darauf folgte ein Beben in der Führungsetage: COO, CFO und CLO verließen das Unternehmen, während Cameron Winklevoss zusätzliche Aufgaben übernimmt und Interimslösungen installiert wurden. Laut einem Bloomberg-Bericht soll es darüber hinaus weitere Entlassungen in den USA gegeben haben.
  • Auch die Geschäftszahlen zeichnen ein angespanntes Bild. In einem aktuellen SEC-Filing stellt Gemini für 2025 zwar steigende Nettoerlöse von rund 165 bis 175 Millionen US-Dollar in Aussicht, bei etwa 600.000 monatlich aktiven Nutzern. Gleichzeitig sollen die operativen Ausgaben jedoch auf 520 bis 530 Millionen US-Dollar anschwellen – deutlich mehr als im Vorjahr. Die Börse wickelte im Januar zudem nur 0,1 Prozent des weltweiten Spot-Krypto-Handels ab, nach bereits mageren 0,6 Prozent im Juni 2025.
  • Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgen On-Chain-Indizien auf mögliche Bitcoin-Verkäufe: Wallet-Tracker wie Arkham zeigen, dass Winklevoss Capital seine BTC-Bestände über die vergangenen zwölf Monate deutlich reduziert haben soll.
  • Strategisch richtet sich der Fokus derweil stärker auf neue Geschäftsfelder: Laut Bloomberg setzt Gemini verstärkt auf eine von der CFTC regulierte Prediction-Markets-Plattform sowie auf Custody- und Kreditkarten-Angebote – ein Pivot in einem zwar boomenden, aber hart umkämpften Markt.
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