Krypto-Adoption 

KBC öffnet Krypto-Handel: Erste Großbank in Belgien bietet Bitcoin und Ethereum an

Die KBC ermöglicht als erste große Bank in Belgien den Kauf und Verkauf von BTC und ETH. Der Handel läuft im MiCAR-Rahmen – jedoch ohne Transferierbarkeit zu externen Wallets.

Johannes Dexl
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Frau läuft vor Gebäude der KBC-Bank

Beitragsbild: Shutterstock

| KBC ist eine der größten Banken Belgiens
  • Als erste große Bank in Belgien ermöglicht KBC ihren Kunden den direkten Handel mit Krypto-Assets. Ab dem 16. Februar können Privatanleger über die Online-Investmentplattform Bolero Bitcoin und Ethereum kaufen und verkaufen – nach Angaben der Bank erstmals in Belgien in einem vollständig regulierten Bank-Umfeld.
  • KBC begründet den Schritt mit wachsender Nachfrage, vor allem bei digitalaffinen und jüngeren Anlegern. Auf Bolero seien rund 60 Prozent der Kunden unter 40 Jahre alt, zudem gehöre der Begriff “Bitcoin” zu den meistgesuchten Begriffen auf der Plattform. KBC verweist außerdem auf Studien, wonach bereits rund 45 Prozent der Belgier in ihren Dreißigern in Krypto-Assets investieren.
  • Der Handel erfolgt als “Execution-only”: Anleger treffen ihre Entscheidungen selbst und erhalten keine Anlageberatung. Bevor Kunden freigeschaltet werden, müssen sie einen Wissens- und Erfahrungstest absolvieren, der sicherstellen soll, dass ihnen die Risiken von Krypto-Investments bewusst sind. Zusätzlich will Bolero über die eigene “Bolero Academy” Lernmaterialien bereitstellen.
  • Zudem handelt es sich um ein sogenanntes “Closed-loop”-Modell. Krypto-Assets können ausschließlich innerhalb von Bolero gekauft und verkauft werden, Ein- und Auszahlungen zu externen Wallets oder anderen Plattformen sind nicht möglich. Damit sollen Risiken rund um Betrug, Geldwäsche und unautorisierte Transfers reduziert werden. Zudem setzt die Bank auf strikte KYC- und KYT-Prozesse, Verwahrung und technische Sicherungsmaßnahmen innerhalb der eigenen Infrastruktur, sodass Kunden sich nicht selbst um Private Keys kümmern müssen.
  • Gleichzeitig betont KBC die Kehrseite: Krypto-Assets seien hochriskant, starke Preisschwankungen bis hin zum Totalverlust möglich. Zudem sind Kryptowährungen nicht durch Einlagensicherungssysteme geschützt und hängen von teils junger, nicht immer ausreichend getesteter Technologie ab. Auch die Akzeptanz als Zahlungsmittel sei weiterhin begrenzt.
  • Ob andere belgische Banken nachziehen, ist offen. Während KBC mit Bolero vorangeht, verweisen Wettbewerber bislang eher auf regulierte Alternativen wie börsengehandelte Produkte oder beobachten die Entwicklung des regulatorischen Rahmens. Klar ist: Mit MiCAR und der nun konkreten Umsetzung im belgischen Markt dürfte der Druck steigen, Kunden den Zugang zu Krypto-Assets zumindest als reguliertes Angebot zu ermöglichen – ohne dabei die erheblichen Risiken aus dem Blick zu verlieren.
  • Nach der neuerlichen Unsicherheit rund um die US-amerikanischen Handelszölle kam es bei Bitcoin und Co. währenddessen zu einem massiven Abverkauf.

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