JPMorgan steigt ins Tokenisierungsrennen ein. Wie aus einem SEC-Dokument hervorgeht, reichte die US-Großbank am 12. Mai eine Registrierung für einen neuen Geldmarktfonds auf Ethereum ein. Damit begibt sich der Finanzdienstleister in direkten Wettbewerb mit dem Vermögensverwalter BlackRock.
Der “JPMorgan OnChain Liquidity-Token Money Market Fund” investiert ausschließlich in kurzfristige US-Staatsanleihen, Bargeld sowie besicherte Repo-Geschäfte und bildet die Eigentumsrechte der Anleger direkt über Blockchain-Token auf Ethereum ab. Institutionelle Kunden sollen Zeichnungen, Rücknahmen und Übertragungen künftig direkt über die Blockchain durchführen können. Die technische Infrastruktur stammt von Kinexys Digital Assets, der früheren Blockchain-Sparte Onyx von JPMorgan.
JPMorgan will zu BlackRock aufschließen
Mit dem Schritt erhöht JPMorgan den Druck auf BlackRock, das erst vor wenigen Tagen einen ähnlichen Vorstoß im Markt für zwei neue tokenisierte Treasury-Produkte angekündigt hatte. Beide Finanzriesen konkurrieren damit zunehmend um Marktanteile im schnell wachsenden Geschäft mit tokenisierten Real-World-Assets. BlackRock verfügt mit seinem BUIDL-Funds jedoch schon seit 2024 über ein etabliertes Produkt. Zwar zog JPMorgan mit einem eigenen Geldmarktfonds (MONY) ein Jahr später nach, blieb jedoch deutlich hinter dem Produkt BlackRocks. Laut Daten von rwa.xyz hält MONY derzeit etwa 100 Millionen US-Dollar, BUIDL kommt auf 2,3 Milliarden US-Dollar.
Der Markt für tokenisierte Staatsanleihen gilt derzeit als eines der wichtigsten Wachstumsfelder zwischen traditionellem Finanzsystem und Krypto-Industrie. Laut Daten von rwa.xyz ist das Volumen tokenisierter Real-World-Assets innerhalb eines Jahres um mehr als 200 Prozent gestiegen und liegt inzwischen bei über 32 Milliarden US-Dollar.

