Die US-Derivateaufsicht CFTC hat ein neues Regulierungsverfahren für sogenannte Prognosemärkte gestartet. Die Behörde veröffentlichte eine Mitarbeiterempfehlung zu Event-Contracts und leitete zugleich ein offizielles Verfahren ein, um mögliche neue Regeln für diese Märkte zu prüfen.
Im Mittelpunkt stehen Plattformen wie Kalshi oder Polymarket, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können. In der neuen Leitlinie stuft die CFTC entsprechende Event-Contracts erstmals ausdrücklich als eine Form von Finanzinstrumenten ein.
CFTC-Chef Michael Selig bezeichnete Prognosemärkte als wichtigen Innovationsbereich der Finanzindustrie. In einem Beitrag auf X erklärte er: “Prognosemärkte gehören zu den spannendsten Innovationen an den Finanzmärkten”. Zugleich kritisierte er die bisherige Regulierungspraxis der Behörde. “Zu lange hat es die CFTC versäumt, Leitlinien für Märkte bereitzustellen, die von Millionen Amerikanern genutzt werden. Damit ist jetzt Schluss”.
Selig betonte außerdem, dass die CFTC die alleinige Zuständigkeit für Prognosemärkte besitze. Diese Position vertritt die Behörde auch gegenüber mehreren US-Bundesstaaten, die gegen Plattformen wie Kalshi oder Polymarket wegen mutmaßlich illegaler Sportwetten vorgehen.
Druck auf Prognosemärkte steigt
Die neue Initiative der CFTC erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Spannungen rund um Prognosemärkte. Plattformen wie Polymarket oder Kalshi bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Mehrere US-Bundesstaaten versuchen derzeit, gegen entsprechende Plattformen vorzugehen. Auch in Europa gehen einige Länder gegen die Angebote vor. Mehrere mutmaßliche Fälle von Insiderhandel heizen die Verbotsdiskussionen zusätzlich an.
Wieso die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder Event-Wetten in Deutschland als illegal einstuft und welche Strafen Nutzern laut Bundesjustizministerium drohen, erfahrt ihr hier: Hype um Polymarket und Kalshi: Drohen deutschen Nutzern von Prediction Markets Strafen?

