"Wir marschieren nicht blindlings los" 

Algorand will Quantencomputer austricksen – diese Änderungen kommen jetzt

Algorand stellt eine Roadmap für quantensichere Kryptografie vor. Bis 2027 soll die Blockchain umfassend modernisiert werden.

Dominic Döllel
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Das Bild zeigt die Algorand-Münze vor einem schwarzen Hintergrund.

Beitragsbild: Shutterstock

| Algorand will quantensicher werden

Die Layer-1-Blockchain Algorand hat einen Fahrplan vorgestellt, um ihr Netzwerk bis Ende 2027 weitgehend gegen die Risiken von Quantencomputern abzusichern. Die ersten Maßnahmen sollen im dritten Quartal 2026 starten.

“Die Frage ist nicht mehr, ob der Übergang zu quantensicherer Kryptografie stattfinden wird. Die Frage ist, ob Organisationen darauf vorbereitet sein werden”, schreibt die Algorand Foundation in ihrer jüngst veröffentlichten Roadmap.

Vorbereitungen für Algorand laufen seit 2022

Nach Angaben der Foundation beschäftigt sich Algorand bereits seit mehreren Jahren mit dem Thema. Schon 2022 führte das Netzwerk sogenannte State Proofs ein, die auf dem Signaturverfahren Falcon basieren. Diese Technologie soll einen quantensicheren Nachweis des Blockchain-Zustands ermöglichen.

Nun plant Algorand den nächsten Schritt. Künftig sollen native Falcon-1024-Konten eingeführt werden. Sie sollen dieselben Funktionen wie reguläre Wallets bieten, gleichzeitig aber auf eine Kryptografie setzen, die speziell für das Zeitalter der Quantencomputer entwickelt wurde. Unterstützung ist unter anderem für AlgoKit, die Entwickler-SDKs und die Wallet Pera vorgesehen.

Die Foundation prüft zudem weitere Signaturverfahren wie ML-DSA. Langfristig sollen Nutzer zwischen verschiedenen Sicherheitsmodellen wählen können.

Hybrider Ansatz für mehr Sicherheit

Vollständig auf neue Verfahren umzusteigen, hält Algorand derzeit jedoch für verfrüht. Die Foundation verweist darauf, dass quantensichere Kryptografie bislang nicht denselben Praxistest durchlaufen habe wie etablierte Verfahren.

Deshalb setzt das Projekt auf hybride Konten. Diese kombinieren klassische elliptische Kurven-Kryptografie mit dem Falcon-Verfahren. Dadurch sollen Risiken auf beiden Seiten reduziert werden. “Wir marschieren nicht blindlings los”, heißt es in der Roadmap. Stattdessen arbeite man an einem “kryptografisch agilen” Netzwerk mit mehreren Schutzebenen.

Neben den Konten stehen auch weitere Bestandteile des Protokolls auf der Agenda. Dazu gehören die Zufallsfunktion VRF, die eine zentrale Rolle im Konsensmechanismus spielt, sowie die Signaturen der Validatoren. Für beide Bereiche will Algorand bis 2027 quantensichere Alternativen entwickeln.

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