Hash Wars 2.0 Roger Ver: Bitcoin ABC will den Chain Split für Bitcoin Cash

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

Bitcoin-Münze auf einem Spalt

Quelle: Shutterstock

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Bei Bitcoin Cash steht am 15. November das nächste Upgrade an. Derweil droht der Streit um eine Zwangsabgabe für BCH-Miner zu eskalieren – ein Chain Split wird immer wahrscheinlicher.

Bei Bitcoin Cash brodelt es: Im Netzwerk herrscht Zwist über eine geplante „Steuer“ für Bitcoin Cash Miner. Diese sollen künftig acht Prozent der 6,25 BCH, die sie pro erfolgreich geminten Block erhalten, an Projekte abdrücken, die sich der Wartung und Weiterentwicklung von Bitcoin Cash widmen.


Die Idee wurde Anfang des Jahres von Jiang Zhuoer, dem CEO des Bitcoin Mining Pools BTC.TOP vorgestellt – offenbar mit Rückendeckung einiger anderer Mining-Pool-CEOs. Neben Jihan Wu (Antpool, BTC.com) und Haipo Yang (ViaBTC) fällt auch der Name Roger Ver.

Das Problem: Der CEO von Bitcoin.com bestreitet, den Infrastructure Funding Plan (IFP) jemals unterstützt zu haben. Seine zunächst noch diplomatisch-abwiegelnde Kritik an dem Vorstoß hat sich in den letzten Wochen und Monaten zunehmend verschärft. Namentlich auf Bitcoin ABC hat Ver es abgesehen.

Das Team hinter der Bitcoin Cash Software, die auf 42 Prozent der Netzwerkknoten läuft, gehört zu den treibenden Kräften hinter dem IFP. Die Steuer ist bereits im Code von Bitcoin ABC und soll am 15. November mit dem turnusgemäßen Bitcoin Cash Upgrade aktiviert werden.

Schon früh regte sich Widerstand gegen das Vorgehen von Bitcoin ABC. Kritiker bemängeln unter anderem einen Interessenkonflikt: So gehört Bitcoin ABC zu den vier Empfängern, die anfänglich vom IFP profitieren sollen. Bitcoin ABC rechtfertigt das damit, dass es als eine der großen BCH-Clients einen maßgeblichen Anteil zum Erhalt des BCH-Ökosystems beigetragen hat und beiträgt.

Roger Ver bedankt sich für Bitcoin Cash Hard Fork und Air Drop

Zuletzt schoss Ver auf Twitter scharf in Richtung Bitcoin ABC und malt den Teufel einer feindlichen Hard Fork an die Wand:

Bitcoin ABC und @deadalnix haben angekündigt, dass sie sich am 15. November von #BitcoinCash abspalten werden. Wir wünschen ihnen viel Glück mit ihrem neuen Coin und danken ihnen für den Air Drop an alle BCH-Holder.

Tatsächlich stehen die Chancen für einen Chain Split nicht schlecht. Am Ende werden die Miner mit ihrer Hash Rate darüber entscheiden, welche Version des Bitcoin Cash Protokolls sich durchsetzt. Und hier hat sich das Bild für Bitcoin ABC in den letzten Wochen zunehmend verdunkelt. So erfreut sich BCHN, eine alternative Version von Bitcoin ABC ohne den umstrittenen IFP, einer wachsenden Unterstützung. Obwohl nur 10 Prozent aller Netzwekknoten BCHN verwenden, werden derzeit mehr Blöcke mit dem BCHN-Client gemint als mit anderen Implementierungen.

Explosives Wachstum von BCHN | Quelle: Coin Dance

Der sprunghafte Anstieg bei BCHN dürfte vor allem auf das verstärkte Engagement von Binance zurückgehen. Die Bitcoin Börse gehört mit ihrem Mining Pool zu den prominentesten IFP-Gegnern. In den letzten Wochen hat Binance ihr BCH-Mining deutlich hochgefahren.

Binance (gelb) lässt die Miner auf seit Juli auf Hochtouren laufen. Quelle: Coin Dance

Mittlerweile mint Binance fast jeden dritten BCH-Block.

Binance dominiert das BCH Mining. Quelle: Coin Dance

Sollte es im Netzwerk nicht zu einer Einigung kommen, scheint ein Chain Split unvermeidbar. So verwendet die Mehrheit der Node-Betreiber eine der beiden IFP-losen Versionen Bitcoin Unlimited (45 Prozent) oder BCHN (10 Prozent). Der 15. November wird zum Schicksalstag für Bitcoin Cash. Bis dahin befindet sich BCH mitten in einem Hash War – mal wieder.

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