Perun: Sichere Smart Contracts für Ethereum

Eine kleine Forschungsgruppe aus Warschau hat ein White Paper vorgelegt, das eine Skalierungslösung für die Ethereum-Blockchain darlegt. Damit sollen deutlich komplexere Smart Contracts möglich sein, die ein höheres Maß an Sicherheit garantieren. Sogar Ethereum-Gründer Vitalik Buterin zeigt sich interessiert an den Vorschlägen der Entwickler.



Die Richtung, in die sich das neue Projekt bewegen soll, wird schon durch die Namensgebung angedeutet. Perun ist der Name des obersten Gottes der slawischen Mythologie. Äquivalent zu Zeus, Jupiter und auch Odin ist er neben seiner Rolle als Göttervater auch der Gott des Gewitters, des Donners und der Blitze. Die Blitz-Metapher ist ein Wink mit dem Zaunpfahl – auch das Bitcoin-Core-Developer-Team nutzt diese bei seiner Skalierungslösung Lightning Network.

Was genau soll Perun bringen?

Damit ist die Messlatte gelegt und der Anspruch des Forschungsteams formuliert. Aus dem veröffentlichten White Paper geht hervor, was die Entwickler mit Perun vorhaben. Darin wird Perun als Protokoll-System für den Aufbau von virtuellen Zahlungen und State Channel Networks beschrieben.

Zahlungskanäle werden als eine effiziente Methode zur Durchführung von günstigen Micropayment-Transaktionen in Kryptowährungen beschrieben. Im Gegensatz zu den herkömmlichen On-Chain-Transaktionen haben Zahlungskanäle den Vorteil, dass sie eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Transaktionen zwischen Parteien erlauben, ohne die Blockchain zu involvieren. Perun will nun mit der Channel Virtualization eine neue Technik einführen, die es ermöglicht, virtuelle Zahlungskanäle über sogenannte Multistate-Channels aufzubauen.

Damit soll auch das Problem der Skalierbarkeit von Smart Contracts angegangen werden. So sind Off-Chain-Lösungen ein wichtiger Ansatz, die Nutzung von hochkomplexen Smart Contracts deutlich auszuweiten. Die vom Perun-Team favorisierte Möglichkeit sind State Channel Networks. Über bloße Off-Chain-Transaktionen hinausgehend ermöglichen die State Channel Networks die Ausführung beliebiger komplexer Smart-Verträge. In ihrer Ausarbeitung stellen die Teammitglieder diese Lösungen vor und bieten formale Sicherheitsdefinitionen und -nachweise, die den Wert des Protokolls unterstreichen sollen.

Ethereum-Entwickler Buterin ist gespannt

Die Vorschläge des Perun-Developer-Teams treffen bei Ethereum nicht auf taube Ohren. In der Tat adressieren sie reale Probleme des Ethereum-Netzwerks, speziell in Bezug auf Smart Contracts und deren Sicherheit. Fehler in der Codierung eines Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain können zu schwerwiegenden Schäden führen. Entsprechend wichtig ist ein verstärkter Fokus auf Sicherheit.

Auch Vitalik Buterin äußerte sich zum Perun-White-Paper und antwortete dem Team. Dabei bescheinigte er den Forschern „exzellente Arbeit“ und drückte seine Hoffnung aus, dass die Lösungen die Ethereum-Community weiterbringen. Ebenso erkundigte er sich danach, ob es bereits Teams von Developern gäbe, die an einer Implementierung des Perun-Protokolls arbeiten. Genau diese Frage ist für den Erfolg von Perun entscheidend. Ob und inwieweit sich dieser Lösungsvorschlag für die Skalierung von Ethereum-Smart-Contracts breitflächig durchsetzen wird, werden die nächsten Monate zeigen.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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