„Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf

Quelle: Shutterstock

„Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf

Für die Bitcoin Community ist das Lightning-Netzwerk Ausdruck tiefer Hoffnung auf unendliche Skalierbarkeit der Kryptowährung Nr. 1. Daher konzentrieren sich aktuell eine ganze Menge Ressourcen auf die Second-Layer-Lösung. Eine aktuelle Studie bescheinigt dem Payment-Netzwerk jetzt allerdings große Mängel.

„Die Netzwerk-Teilnahme ist für die Mehrheit der großen Routing Nodes, die das Netzwerk derzeit zusammenhalten, wirtschaftlich unvernünftig. Entweder muss der Traffic oder die Transaktionsgebühren um ein Vielfaches steigen, um das Payment Routing wirtschaftlich zu gestalten.“

So lautet das vernichtende Fazit einer Studie, die Wissenschaftler von drei verschiedenen ungarischen Instituten durchgeführt haben. Die Studie mit dem Titel A Cryptoeconomic Traffic Analysis of Bitcoin’s Lightning Network“ beschäftigt sich mit dem, was der Name bereits nahelegt: Der ökonomischen Realisierbarkeit des Lightning-Netzwerks. Konkret ging es in dem Paper um die Ergebnisse einer Simulation, die die Computerwissenschaftler anhand von öffentlichen Lightning-Daten durchgeführt hatten.

Für die Studie haben sich die Autoren einen sogenannten Traffic Simulator zunutze gemacht. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem man das Lightning Routing anhand von mehr oder weniger großen Payment Traffics testen kann. Allen voran interessiert die Wissenschaftler, ob der Betrieb eines Routing Node ökonomisch sinnvoll ist.

Betrieb von Routing Nodes macht sich nicht bezahlt



Routing Nodes seien ein „essentieller Bestandteil von Lightning“, heißt es in der Studie. Schließlich seien sie für die Verarbeitung von Zahlungen zuständig. Für die Bereitstellung von Liquidität zweigen sich die Node-Betreiber in aller Regel eine kleine Gebühr ab, die sie für ihre Dienste kompensieren soll.

Wie das Paper allerdings zeigt, scheinen diese Gebühren nicht ansatzweise für entstandene Kosten zu entschädigen. Mit anderen Worten: Der Betrieb einem Routing Node lohnt sich nicht.

Konkret heißt das: Nach Inhalt der Studie gibt es aktuell einen einzigen Node, der profitabel wirtschaften kann. Einzig rompert.com kann demnach einen hinlänglichen Umsatz einfahren – und das nur, weil deren Gebühren deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen. Denn wie die Autoren schreiben, erhebt rompert.com Gebühren für das Verarbeiten von LN-Transaktionen, die denen von First-Layer-Transaktionen ähneln.



Allerdings, so die Autoren, unterminiere dieser Umstand das Wertversprechen des Lightning-Netzwerks. Schließlich war es von Anfang an dafür konzipiert, Transaktionen so günstig wie möglich zu halten. Im Gegensatz zu rompert.com verlangen Routing Nodes wie LNBIG.com lediglich Gebühren in Höhe von nur 0,2 Prozent des Transaktionsvolumens. Bei einer Transaktion von 60.000 Satoshi seien daher bloß 200 Satoshi als Gebühr angefallen.

Abhilfe schaffen könnte demnach lediglich ein deutlicher Anstieg der Gebühren oder des gesamten Zahlungsverkehrs im Netzwerk.

Privatsphäre-Bedenken

Auch in Sachen Privatsphäre lassen die Autoren kaum ein gutes Haar an Lightning. Denn entgegen der landläufigen Auffassung seien LN-Transaktionen keinesfalls privat.

Trotz Union Routing stellen wir fest, dass starke statistische Erkenntnisse über den Absender und Empfänger von LN-Zahlungen gesammelt werden können, da ein erheblicher Teil der Zahlungen nur einen einzigen Router betrifft, der die Teilnehmer leicht de-anonymisieren kann.

Diese Schwachstelle lässt sich der 21-seitigen Studie zufolge allerdings leicht umgehen: Nutzer könnten sich bewusst dazu entscheiden, längere Routing Channels zu wählen. Mit dem Nebeneffekt zwar, dass Zahlungen langsamer vonstatten gehen, dafür aber weniger einfach zurückzuverfolgen sind.

Zuletzt hatten Entwickler vor einer Sicherheitslücke im Lightning-Netzwerk gewarnt, die zum Verlust von BTC führen könnte. BTC-ECHO berichtete.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
Bitcoin-Kursprognosen unter der Lupe
Wissen

Bitcoin-Kursprognosen existieren wie Sand am Meer. Neben absurd positiven oder negativen Abschätzungen basieren viele auf Modellen, die man in unterschiedliche Klassen unterteilen kann. Dieser Artikel möchte in diese Modelle einführen.

Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
5 Bitcoin Lightning Games, die du kennen solltest
Bitcoin

Bitcoins Second-Layer-Lösung Lightning wächst weiter. Ein Teil des Wachstums ist Anwendungen wie Blockchain Minigames geschuldet. Hier sind fünf Lightning Games, die du kennen solltest.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
Hamburg Energie testet Blockchain-Plattform für dezentrale Energieversorgung
Insights

Dürreperioden, Waldbrände, Gletscherschmelze: Der Klimawandel zeigt sich von vielen Seiten. Die Problemlösung hängt maßgeblich von einer gelingenden Energiewende ab. Der städtische Energieversorger Hamburg Energie hat nun eine blockchainbasierte Plattform entwickelt, die überschüssigen Industriestrom wieder brauchbar macht.

Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
Ebbe bei Ripple: XRP-Verkäufe um 80 Prozent gesunken
Ripple

Schwere Zeiten für Ripple. Ein Marktbericht zum vierten Quartal 2019 belegt drastische Einbrüche verkaufter XRP. Dennoch stellt 2019 das erfolgreichste Wachstumsjahr des Unternehmens dar.

Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
CryptoPunks – Einzigartige Pixel auf der Blockchain
Blockchain

CryptoPunks, der Kunstmarkt und die Blockchain-Technologie: die Chancen der Blockchain-Technologie.

Lightning, „Ökonomisch irrational“: Studie zeigt Mängel im Lightning-Netzwerk auf
Bitcoin-Dominanz fällt weiter
Kursanalyse

Die bullishe Konsolidierung am Gesamtmarkt lässt die Kurse von Bitcoin und den Altcoins aktuell leicht zurückkommen. Der bullishe Rallye-Ausbruch am Gesamtmarkt ist temporär vertagt, aber weiterhin nicht vom Tisch.

Angesagt

Deloitte-Bericht zeigt ein halbes Dutzend Herausfordeungen für Libra auf
Insights

Facebooks Libra-Projekt schlägt weiterhin hohe Wellen. Nachdem der Coin schon das Licht der Finanzwelt hätte erblicken wollen, haben Regulierungsbehörden dies zu verhindern gewusst. Wie es um die Chancen des scheinbar in Scherben liegenden Projekts bestellt ist, diskutiert ein aktueller Bericht von Deloitte.

Korrelation am Krypto-Markt: Alle Augen auf Ethereum
Ethereum

Während viele Beobachter Bitcoin für das Zugpferd am Krypto-Markt halten, hat es sich herausgestellt, dass es Ether (ETH) ist. Zumindest in Sachen Korrelation. Das geht aus einer aktuellen Studie der Krypto-Exchange Binance hervor.

Mit Kryptowährungen Gutes tun: Spenden für Buschfeuer in Australien
Funding

30 Tote und rund eine Milliarde verendete Tiere – so die erschütternde Bilanz der jüngsten Waldbrände in Australien. Die verheerenden Großfeuer hinterließen unzählige Opfer, die jetzt vor dem Nichts stehen. Einige der Hilfsorganisationen akzeptieren auch Spenden in Bitcoin & Co. Ein wunderbares Beispiel für die Adaption von Kryptowährungen – und leider auch eine Gelegenheit für Cyberkriminalität.

Silicon Valley Coin fördert die Big Techs der Zukunft
STO

Das Silicon Valley ist die Geburtsstätte gigantischer Technologieunternehmen à la Apple, Facebook und Google. Um den neuen Big Techs von morgen auf die Beine zu helfen, hat Andra Capital den Silicon Valley Coin entwickelt, mit dem Anleger in aufblühende Start-ups investieren können.