AMC-Chef Adam Aron fordert Robinhood auf, den Handel mit Token auf die Aktie des Kinokonzerns einzustellen, und will notfalls die US-Börsenaufsicht SEC einschalten. Ein juristischer Erfolg für AMC könnte weitreichende Folgen für das Geschäft mit tokenisierten Aktien haben.
AMC will den Handel stoppen
Dabei stört sich Aron vor allem daran, dass die Token nicht unter US-Wertpapierrecht registriert sind, obwohl Robinhood ein US-Unternehmen ist. Diese Praxis bezeichnete er indes als “verachtenswert” und “empörend”. Aus Sicht des Kinokonzerns verschärft sich die Situation zusätzlich, weil AMC nicht an der neuen Handelsmöglichkeit ihrer Aktie beteiligt war und davon auch erst im Nachhinein erfuhren.
Die Gegenseite rund um Robinhood-Chef Vlad Tenev zeigte bislang eher wenig Verständnis für die Kritik und reagierte auf Arons ersten Angriff lediglich mit der Frage: “What`s the concern?” Das sorgte nicht gerade für eine Entschärfung der Situation und der AMC-Chef hatte die Tatsache daraufhin als nahezu “existenziell” betitelt. Als Folge des Konflikts kündigte Aron jetzt an, externe Wertpapierrechtler mit einer Prüfung des Angebots zu beauftragen.
Kann AMC Robinhood überhaupt daran hindern?
Ob AMC die Ausgabe der Token in einem möglichen Rechtsstreit überhaupt unterbinden kann, ist jedoch fraglich. Der AMC-Token wird von Robinhood als tokenisierter Schuldtitel an die Kunden ausgegeben und soll vollständig durch echte AMC-Aktien gedeckt sein. Anleger erhalten damit die wirtschaftliche Kursentwicklung, ohne direkte Rechte gegenüber AMC zu haben. Zudem wurde vonseiten der Handelsplattform zu keinem Zeitpunkt behauptet, im Namen des Kinokonzerns neue Aktien auszugeben. Sollte Robinhood hier regulatorisch oder juristisch verlieren, könnte das gesamte Geschäft mit tokenisierten Aktien auf dem Spiel stehen.
