Freitag, der 12. Juni, dürfte kein gewöhnlicher Börsentag werden. Wenn am Morgen an der Nasdaq die bekannte Opening Bell ertönt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen prominenten Neuzugang: SpaceX. Der Börsengang des Raumfahrtkonzerns von Elon Musk wird seit Monaten mit Spannung verfolgt. Schließlich könnte es sich um das größte IPO aller Zeiten handeln – und SpaceX (Kürzel SPCX) auf Anhieb zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt machen.
Entsprechend groß ist die Erwartung an der Wall Street. Doch nicht nur institutionelle Investoren dürften auf ihre Chance lauern, sondern auch viele Privatanleger in Deutschland. Für Letztere gibt es nun gute Nachrichten: Trotz des erwarteten Andrangs besteht die Möglichkeit, sich bereits vor dem offiziellen IPO SpaceX-Aktien zu sichern oder zumindest auf die Kursentwicklung zu spekulieren. BTC-ECHO erklärt, wie das funktioniert.
So kommst du an SpaceX-Aktien
Manche Börsen und Broker bieten Privatanlegern die Möglichkeit, vorab Aktien zu reservieren. “Zeichnen” nennt sich das im Fachjargon. In Deutschland wird das wohl über Trade Republic möglich sein. Die Neobank hatte ihre Kunden bereits am Donnerstag in einer Mitteilung darüber informiert, beim geplanten SpaceX-Börsengang als Partner dabei zu sein.
Wer mitmachen will, braucht ein Depot sowie ausreichend Geld auf dem Verrechnungskonto. Ist das gegeben, kann über die App am 11. Juni, einem Tag vor dem IPO, Interesse hinterlegt werden.
Wichtig: Eine Zeichnung bedeutet noch nicht, dass man die Aktie am Ende auch tatsächlich erhält. Aufgrund der erwarteten hohen Nachfrage kann es passieren, dass Anleger nur einen Teil der gewünschten Stückzahl bekommen – oder im Zweifel gar keine Zuteilung erfolgt.
Eine weitere Option ist der Sekundärmarkt. Dort verkaufen Investoren, die bereits früh bei SpaceX eingestiegen sind, ihre Anteile weiter. Das Kapital fließt in diesem Fall allerdings nicht an das Raumfahrtunternehmen selbst, sondern an die bisherigen Anteilseigner.
Diese Variante bringt jedoch zwei entscheidende Nachteile mit sich. Erstens unterliegen die Aktien einer Sperrfrist, dem sogenannten Lock-up. Während dieser Zeit dürfen die Wertpapiere nach dem IPO nicht verkauft werden. Zweitens richtet sich der Sekundärmarkt eher an vermögende Anleger, da häufig Mindestvolumen zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar verlangt werden.
Für die meisten Privatanleger dürfte daher gelten: Sie müssen bis nach dem Börsengang warten. Spätestens dann sollten die meisten Börsen und Broker SpaceX-Aktien auf ihren Plattformen handelbar machen.
So kannst du auch ohne Aktien auf SpaceX wetten
Wer nicht bis zum Börsenstart warten möchte, kann auch einen Blick auf die Futuresmärkte werfen. Einige Anbieter, darunter die Krypto-Börse Coinbase, ermöglichen den Einstieg über sogenannte Pre-IPO Futures. Damit können berechtigte Anleger bereits vor dem offiziellen Handelsstart auf die Wertentwicklung von SpaceX setzen – teils mit bis zu fünffachem Hebel.
Du willst am SpaceX-IPO über Coinbase teilnehmen? Neukunden erhalten bei der Börse aktuell 30 € in BTC geschenkt, wenn sie mindestens die gleiche Summe auf der Plattform investieren.
Solche Produkte sind allerdings mit erheblichen Risiken verbunden. Anleger erhalten weder Stimmrechte noch echte Unternehmensanteile. Zudem ist das Liquidationsrisiko höher, unter anderem wegen der geringeren Liquidität auf privaten Handelsplattformen. Wie riskant das sein kann, zeigte zuletzt ein Flash Crash eines SpaceX-Kontrakts auf Hyperliquid. Dabei wurden innerhalb von nur 30 Minuten Positionen im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar liquidiert.
Lohnt sich die Aktie?
Der Hype um SpaceX ist enorm. Kein Wunder: Das Unternehmen arbeitet an Projekten, die lange wie reine Science-Fiction klangen – von Energiegewinnung im All über Rechenzentren im Orbit bis hin zur Besiedlung des Mars.
Auch deshalb rechnen viele mit dem teuersten Börsengang der Geschichte. SpaceX peilt einen Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie an. Damit käme das Unternehmen auf eine Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar – und würde entsprechend hohe Erwartungen wecken. Erwartungen, die Elon Musks Raumfahrtfirma erst einmal erfüllen muss. Denn die Bewertung entspräche etwa dem 100-fachen Umsatz des Jahres 2025.
Dazu kommen hohe Kosten. SpaceX schreibt weiterhin deutliche Verluste, im vergangenen Jahr fast 5 Milliarden US-Dollar. Von den drei Geschäftsbereichen Space, KI beziehungsweise xAI und Connectivity beziehungsweise Starlink war nur letzterer profitabel. Der größte Kostentreiber ist der KI-Bereich. Dort hat SpaceX die Ausgaben im vergangenen Jahr noch einmal mehr als verdoppelt – auf 12,7 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlicher Druck auf die Aktie könnte nach dem Q2-Bericht entstehen. Dann läuft die Lock-up-Frist für rund 20 Prozent der frühen Investoren aus. Weitere 10 Prozent könnten hinzukommen, falls die Aktie an fünf von zehn Handelstagen mindestens 30 Prozent über dem IPO-Preis notiert. Weitere 7 Prozent der Anteile werden zwischen 70 und 135 Tagen nach dem Börsengang freigegeben. Wichtig dabei: Die Anteile von Elon Musk sind davon nicht betroffen, da sie einer längeren Sperrfrist unterliegen.
Stützend auf den Kurs könnte sich hingegen die Aufnahme in verschiedene ETFs auswirken. Der Technologieindex Nasdaq100 hatte eigens Regeln angepasst, um SpaceX schneller aufnehmen zu können. Zurückhaltender zeigt sich dagegen der S&P 500. Dort dürfte das Raumfahrtunternehmen voraussichtlich erst nach zwölf Monaten aufgenommen werden.
Fest steht: Der SpaceX-Börsengang dürfte Geschichte schreiben. Ob die Aktie anschließend ähnlich steil steigt wie die Raketen des Unternehmens, steht in den Sternen.
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Dieser Artikel erschien erstmals am 6. Juni 2026 und wurde vor der erneuten Veröffentlichung überprüft und gegebenenfalls angepasst.
