Anonyme Transaktionen Russland: Behörde sagt Monero und Dash den Kampf an
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Der russische Präsident Vladimir Putin bei einem Militärempfang in Belgrad

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Russischen Behörden sind Privacy Coins offenbar ein Dorn im Auge. Nun soll ein neues Programm gestartet werden, dass die Anonymität gewisser Transaktionen “deutlich verringern” möchte.

Einer Meldung des russischen Nachrichtenservices RBC zufolge macht die russische Regierung gegen anonyme Bitcoin-Transaktionen mobil. Laut Cointelegraph hört das neue russische Analysesystem auf den Namen „Transparent Blockchain“. Dahinter steckt dem Vernehmen nach Russlands Federal Financial Monitoring Service, auch Rosfinmonitoring genannt. Dieser Regierungsdienst zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung plant Berichten auf RBC zufolge den Aufbau einer neuen Analyseplattform. Diese soll der Verfolgung von Kryptowährungstransaktionen dienen. Die Mechanismen, die dahinter stehen, sollen auf künstliche Intelligenz (KI) zurückgreifen.


In seinem Bericht beruft sich der Nachrichtendienst RBC auf eine Mitteilung auf einen Brief an den stellvertretenden Minister für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien Maxim Parshin. Darin heißt es, Rosfinmonitoring plane die Entwicklung eines Systems zur Analyse von Transaktionen mit Kryptowährung mithilfe künstlicher Intelligenz (KI). Das Projekt, das im Dokument als „Transparente Blockchain“ bezeichnet wird, soll laut der Behörde in das Bundesprojekt „Künstliche Intelligenz“ aufgenommen werden.

Anonymität „deutlich verringert“

Dieses neue System soll in der Lage sein, die Anonymität von Transaktionen in Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Omni (OMNI) sowie datenschutzorientierten Kryptowährungen wie Dash (DASH) und Monero (XMR) „teilweise zu verringern“. RBC verweist in seinem Artikel auf zwei namentlich nicht genauer genannte Quellen in der Krypto-Szene, denen die „Transparente Blockchain“ bereits ein Begriff sei. Die Benutzer des Systems könnten laut Rosfinmonitoring Behörden, die Bank von Russland und „weitere Finanzorganisationen“ sein. Das Projekt wird als einzigartig für Russland beschrieben. Die Behörde rechtfertigt diese neuartige Entwicklung laut RBC damit, dass „virtuelle Vermögenswerte, einschließlich verschiedener Kryptowährungssysteme, von Kriminellen in einer Vielzahl illegaler Systeme eingesetzt werden. Dazu gehören Drogenhandel, Steuerhinterziehung, Cyberkriminalität, Auftragsmorde, Verkauf von Informationen aus geschlossenen Datenbanken, Finanzierung von Extremismus.“ 


Laut RBC hat das Projekt bisher ausschließlich außerbudgetären Mittel erhalten, die jedoch zur finalen Umsetzung nicht ausreichten. Nach vorläufigen Daten wird die russische „Transparente Blockchain“ von 2021 bis 2023 etwa 760 Millionen Rubel (umgerechnet 10,3 Millionen US-Dollar) aus dem Bundeshaushalt benötigen. Zielkunden der neuen Plattform seien in erster Linie große Finanzinstitute wie die russische Zentralbank. In den USA gibt es mit Chainalysis einen Dienstleister, der die Bundesbehörden mit Krypto-Transaktionsdaten versorgt. Dieser ist jedoch selbst nicht in staatlicher Hand.

Zuletzt hatte ein Dekret des russischen Präsidenten Putin aufhorchen lassen. Darin wurde zwar der private Besitz von Bitcoin & Co. ausdrücklich erlaubt, eine Akzeptanz als offizielles Zahlungsmittel aber nicht.


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