Robinhood leitet künftig einen Teil seiner Ereigniskontrakte über die Vorhersagemarkt-Plattform OG.com. Der Broker übernimmt zudem Beteiligungen an OG.com und an Crypto.com, das die Plattform betreibt. Den Auftakt bilden Football-Kontrakte, wie das Wall Street Journal berichtet. Bei Ereigniskontrakten setzen Anleger auf den Ausgang konkreter Ereignisse, etwa auf Wahlen, Wirtschaftsdaten oder Sportergebnisse. Der Handel läuft über regulierte Terminmärkte, die Preise bilden sich aus Angebot und Nachfrage.
Crypto.com startete OG.com am 3. Februar 2026 über seine Derivate-Tochter Crypto.com Derivatives North America. Die Plattform untersteht der CFTC und ist in allen US-Bundesstaaten außer New York verfügbar. Geführt wird sie von Nick Lundgren, zuvor Chief Legal Officer bei Crypto.com.
Vierter Partner für Robinhoods Vorhersagemärkte
Robinhood betreibt seinen Hub für Vorhersagemärkte seit März 2025. Den Start machte Kalshi, später kamen ForecastEx und Rothera hinzu. Rothera entstand aus einem Joint Venture mit der Susquehanna International Group und ging im Sommer 2026 an den Start. Seitdem sank der Anteil von Robinhood-Nutzern am Handelsvolumen von Kalshi.
Mehr als eine Million der 27 Millionen Robinhood-Kunden handeln bereits Ereigniskontrakte. Analysten von Bernstein erwarten für das Segment bis 2028 einen Umsatz von 1,7 Milliarden US-Dollar. Damit würde es über den Krypto-Erlösen des Brokers liegen.
Offen bleibt allerdings, wie sich die Aufsichtsbehörden dazu positionieren werden. 44 US-Bundesstaaten stufen Sport-Ereigniskontrakte als Sportwetten ein, die eine Lizenz erfordern. Die CFTC beansprucht jedoch die alleinige Zuständigkeit und hat daher neun Bundesstaaten verklagt. Ende August entschied ein Berufungsgericht gegen die Anbieter, woraufhin Robinhood Rechtsmittel ankündigte. Beobachter rechnen damit, dass der Streit vor dem Supreme Court landet.

