Regen und Sonnenschein im Lightning Network
Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Quelle: beautiful landscape rainbow and lightning over the sea

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Die Lightning-Adoption schreitet voran. Seit einigen Tagen veröffentlicht das Unternehmen Blockstream täglich eine neue Anwendung, die das Lightning Network nutzt. Doch das Second-Layer-Network leidet noch an Kinderkrankheiten. 

Das Lightning Network, die off-Chain-Lösung zu Bitcoins Skalierungsproblem, ist in aller Munde. Durch sie soll nicht nur das klassische Problem der Transaktionsgebühren nachhaltig gelöst sein, sondern über Atomic Swaps auch ein schneller Umtausch in andere Kryptowährungen möglich werden.


Lightning-Adoption schreitet voran, erste Anwendungen sind geschrieben

Vor wenigen Tagen hat BTC-ECHO berichtet, dass das Lightning Network nun im Main Net angekommen ist. Die Anzahl der Lightning Nodes ist inzwischen bei fast 1.500 angekommen, die SegWit-Adoption schreitet schneller voran als die Bitcoin-Cash-Akzeptanz.

Diese positiven Nachrichten kulminieren aktuell in der Wortneuschöpfung LApps. LApps sind Lightning Apps, das heißt Anwendungen, welche ohne das Lightning Network nicht laufen würden. Seit einer knappen Woche veröffentlicht Blockstream nun täglich eine neue LApp.

Diese haben primär Micro-Payment-Lösungen im Blick und wollen gerade im Content-Sektor Bezahllösungen auf Bitcoin-Basis anbieten. Man fühlt sich an SatoshiPay erinnert: Über FileBazaar sollen Micro-Payments für Nutzer, die Fotos, Videos oder Dokumente anbieten, möglich sein. Lightning Publisher for WordPress ist ein bezeichnender Name: Blogger können damit einzelne Posts hinter eine Paywall setzen. Mit Nanotip kann man anderen Litecoin-Nutzern Kleinstbeträge als Anerkennung zahlen – Reddit-Nutzer fühlen sich hier schnell an Tipbots erinnert. PayPerCall schließlich soll das Konzept Mikrotransaktionen auf verschiedenste API-Calls erweitern.

Geldverlust durch Nutzung des Lightning-Netzwerkes

Soweit deckt sich die Erfahrung des Lightning-Netzwerkes mit dem, was man bei dem Blick aus dem Fenster wahrnimmt. Die Frühlingsgefühle werden jedoch durch eine unangenehme Nachricht getrübt: Ein Nutzer gab an, dass seine Bitcoin-Transaktion über das Lightning Network verlorenging.

Ein Nutzer mit einer fehlerhaften Channel-Database (d. h. einer Datenbank, in der die verfügbaren Payment Channels für das Netzwerk enthalten sind) tat das, was jeder getan hätte: Er stellte ein altes Backup wieder her.

Nun war jedoch das Problem, dass dieses Backup veraltet war. Die Lightning Node des Unglücklichen sendete also falsche Status der Payment Channels. Andere Nodes erkannten diesen Fehler, interpretierten ihn als Angriffsversuch und handelten entsprechend.

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Streng genommen funktionierte das Lightning Network wie es sollte: Es erkannte, dass die Datenbank inkorrekte Informationen bezüglich der Kontenbalancen gespeichert hatte. Gewollt wäre dies gleichbedeutend mit einem Double-Spending-Versuch.

Ein dermaßen strenges Vorgehen ist wichtig: Über das Lightning Network kündigt der Sender im ersten Schritt nur an, dass er einen bestimmten Betrag x an den Empfänger senden möchte – eine tatsächliche Transaktion findet später statt. Nun wären derartige Ankündigungen nicht viel mehr als Versprechen wert, wenn diese nicht dezentral kontrolliert und abgeglichen werden.

Und genau dieser Kontrolle ist der arme Nutzer zum Opfer gefallen. Einen großen Verlust hat der Nutzer übrigens nicht zu beklagen: Er wollte umgerechnet lediglich 20 Euro versenden.

Fehler im Application Layer, nicht im Lightning Network

Der Fehler war also weniger einer des Lightning-Netzwerkes selbst als vielmehr der Anwendungsebene. Der Lightning Client sollte Transaktionen auf Basis einer alten Channel-Database erst gar nicht zulassen, sodass derartige Fehler nicht geschehen können.

Man sieht an dem Vorfall, dass das Lightning Network sicherlich noch seine Hausaufgaben machen muss. Für den einzelnen Bitcoin-Nutzer bedeutet das, dass er vorerst bei Lightning-Transaktionen vorsichtig sein und nicht zu hohe Beträge versenden sollte. Gerade dies sollte sich jedoch mit einem Netzwerk, welches Mikrotransaktionen befürwortet, schnell realisieren lassen.

BTC-ECHO

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