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Für die Pressefreiheit BTC-ECHO verklagt TV-Star Sophia Thomalla

IT-Girl Sophia Thomalla machte Werbung für ein zweifelhaftes Krypto-Unternehmen und beschwerte sich anschließend, dass Medien darüber berichteten, wie unseriös ihr Werbepartner ist. Die Tochter von Schauspielerin Simone Thomalla wollte daraufhin die Berichterstattung mit einer Unterlassungserklärung unterbinden. Dafür soll sich die 32-Jährige jetzt vor Gericht (Az.: 2-03O481/21) verantworten.

Stephan Schröter
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Sophia Thomalla

Quelle: picture alliance/dpa | Annette Riedl

Berlin – Wer Trash-TV liebt, kommt an Sophia Thomalla im deutschen Fernsehen nicht mehr vorbei. 

Sie ist Moderatorin bei der RTL+ Reality-Show “Are you the one” und der Dating-Show “Date or drop”. Ohne viel Schnörkel in der Sprache kritisiert sie in ihren Sendungen die jungen Kandidaten, führt sie vor und macht sie teilweise lächerlich.

Sophia Thomalla: Keine Scheu vor Krypto-Werbung

Geht es allerdings um ihre eigene Person, mag Sophia Thomalla Kritik nicht gern – schon gar nicht öffentlich. 

Anfang Januar vergangenen Jahres berichtete BTC-ECHO über ein wahrscheinlich gut dotiertes Engagement von Sophia Thomalla im Krypto-Space. Sie machte Werbung für ein zweifelhaftes Unternehmen, die GSB Gold Standard Pay Ltd. Das Unternehmen steckt hinter dem G999 Coin, einer angeblich hochinnovativen Kryptowährung. 

Sophia Thomalla ließ sich dabei wohlwollend mit dem Geschäftsführer des Unternehmens, Josip Heit, fotografieren, der als unseriöser Geschäftsmann verrufen ist. Sein Geschäftsmodell mit der Blockchain wurde in dem BTC-ECHO-Artikel kritisch analysiert.  

Hat sie nicht gewusst, wofür sie wirbt? 

Die ZDF-heute-Show nahm Sophia Thomallas Werbung für das Krypto-Unternehmen zum Anlass und machte sich über sie und den Krypto-Sektor lustig. Auch das Handelsblatt berichtete über Thomallas Werbe-Engagement.

Wenig später forderte die Neu-Freundin von Tennis-Ass Alexander Zverev (24) eine Unterlassungserklärung von BTC-ECHO. 

Über die Anwaltskanzlei “IRLE Moser” wollte Sie erreichen, dass BTC-ECHO darauf verzichten soll, zukünftig zu schreiben: “Zweifelhaftes Projekt G999 im Fokus: Wofür wirbt Sophia Thomalla da?” und: “Das deutsche IT-Girl Sophia Thomalla rührt seit Dezember die Werbetrommel für ein fragwürdiges Krypto-Projekt.”

War es ihr plötzlich peinlich, für G999 Werbung gemacht zu haben? Oder war es ihr peinlich, sich vorher nicht über diese Firma informiert zu haben? Beides ist bisher ungeklärt. 

Jetzt geht es vor Gericht

BTC-ECHO-Anwalt Severin Riemenschneider von der Media Kanzlei: “Es ist schon bemerkenswert, Berichterstattung über etwas verbieten zu wollen, was mit Werbefotos dokumentiert ist. Das ist ein Eingriff in die Pressefreiheit.”

BTC-ECHO hat die Unterlassungserklärung nicht abgegeben und wird weiter darüber berichten, wenn Prominente Werbung für zwielichtige Firmen machen.

Was bedeutet das für das IT-Girl Thomalla? Sie wird sich jetzt wegen der Unterlassungserklärung gegen BTC-ECHO vor Gericht verantworten müssen. BTC-ECHO hat sie wegen Eingriffs in die Pressefreiheit verklagt. 

Rechtsanwalt Riemenschneider: “Es spricht für sich, dass Frau Thomalla zunächst in ihrer Abmahnung gerichtliche Schritte ankündigte, diese aber nie versuchte durchzusetzen. Als BTC-ECHO in die Offensive ging, ließ sie durch ihre Anwälte mitteilen, dass diese für die Klage nicht zustellungsbevollmächtigt seien. Dabei hatte Frau Thomalla die Adresse selbst angegeben. Scheinbar möchte sie sich nun dem selbst initiierten Verfahren entziehen.”

Das Landgericht Frankfurt ließ das jedoch nicht gelten und beschloss, dass die Klage wirksam zugestellt worden ist. Im Juni könnte es jetzt zum Prozess kommen.

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