Money Talks OnlyFans verschiebt Sex-Verbot
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Eine Nonne

Quelle: Shutterstock

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OnlyFans ist eine der beliebtesten Pay-per-View-Plattformen für Pornos. Ab dem 1. Oktober sollten diese verbannt werden – Schuld seien die Banken, meint OnlyFans-Gründer Tim Stokely. Immerhin: Das Verbot wurde mittlerweile aufgeschoben.

Die Plattform OnlyFans hatte vielen ihrer Creators (so die Bezeichnung für diejenigen, die dort Inhalte gegen Bezahlung posten) den Sommerurlaub wohl ziemlich vermiest. Der Hintergrund: ab dem 1. Oktober dieses Jahres sollte Material mit explizit sexuellem Inhalt dort nicht mehr zu sehen sein. Das Gros der Creators bei OnlyFans macht aber genau das, in vielen Fällen sogar als Haupteinnahmequelle.


Mit rund 130 Millionen aktiven Nutzern rangiert OnlyFans ganz oben in der Gunst der Follower. Auch an den Einnahmen der Plattform dürfte sich das Sex-Verbot bemerkbar machen; OnlyFans behält von dem, was diese Fans an ihre Lieblinge zahlen, eine 20-prozentige Provision.

Die Proteste der Fans und Content-Produzenten haben nun zumindest kurzfristig Früchte getragen: Auf Twitter teilte OnlyFans die Aufschiebung des Porno-Verbots mit.

Vielen Dank an alle, die sich Gehör verschafft haben. Wir haben die notwendigen Zusicherungen erhalten, um unsere vielfältige Kreativ-Community zu unterstützen, und haben die geplante Änderung der Richtlinien zum 1. Oktober ausgesetzt. OnlyFans steht für Inklusion und wir werden weiterhin ein Zuhause für alle Kreativen bieten,

Die Plattform hat angekündigt, zeitnah eine offizielle E-Mail an die Creators zu schicken. Aufgeschoben heißt bekanntlich nicht aufgehoben – das ist auch vielen Sexarbeitern aufgefallen, die den Tweet kommentiert haben.


OnlyFans-CEO sieht sich von Banken unfair behandelt

Der Gründer und Geschäftsführer von OnlyFans, Tim Stokely, stiehlt sich derweil aus der Verantwortung. Gegenüber der Financial Times gibt er einer “unfairen” Behandlung seiner Banken die Schuld für den plötzlichen Porno-Ausstieg. Nacktheit soll zwar erlaubt bleiben. Doch das alleine reicht weder den Urhebern noch den Followern. Die Banken, von denen Stokely spricht, sorgen sich offenbar um ihren guten Ruf. Niemand will nachgesagt bekommen, eine Porno-Plattform zu unterstützen. Ohne kooperierende Banken, so der OnlyFans-Chef, würden die Urheber auch nicht an ihr Geld kommen:

Wir zahlen über einer Million Urheber jeden Monat über 300 Millionen US-Dollar .Um sicherzustellen, dass diese Gelder auch bei den Urhebern ankommen, müssen wir den Bankensektor in Anspruch nehmen.

Insbesondere die Bank of New York Mellon habe jede Überweisung, die mit dem Unternehmen in Verbindung steht, “markiert und abgelehnt”, was Zahlungen an die Urheber natürlich erschwert. 

Die Metro Bank aus UK und JPMorgan Chase aus den USA denken offenbar ähnlich. Stokely argumentiert allerdings auch, der Ruf von OnlyFans sei besser, als diese Finanzinstitute denken. Pornographie sei schließlich nicht illegal. Stokely dementierte Berichte, wonach Mastercard die treibende Kraft für die Plattform gewesen sei, sexuelle Inhalte ab 1. Oktober zu verbieten. Beim Kreditkartenanbieter gelten ab diesem Datum nämlich auch andere Regeln für „Spezialhändler“. Der Verdacht kam auch deswegen auf, weil Mastercard im Falle von Pornhub gemeinsam mit Visa schon einmal den Moralapostel mimte. Seither akzeptiert die Plattform nur noch Kryptowährungen. 


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