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Not your Keys, not your Bitcoin: Krypto-Exchange QuadrigaCX verliert Private Key zu Cold Storage

Die kanadische Bitcoin-Börse QuadrigaCX teilt auf ihrer Website mit, dass sie die Private Keys zu ihren Cold Wallets verloren hat. Sollten die Schlüssel weiter unauffindbar sein, können Investoren ihre dort hinterlegten BTC abschreiben. Der Fall zeigt einmal mehr: Wer sichergehen will, übernimmt Verantwortung für die eigenen Keys.

David Scheider
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Quelle: Shutterstock

Das Bitcoin-Mantra no Single Point of Failure reicht nur so weit, wie die Bereitschaft der Anleger, Verantwortung für die eigenen Krypto-Investitionen zu übernehmen. Bequemlichkeit im Bitcoin Space – die älteren Semester dürften an den Fall Mt.Gox noch gute Erinnerungen haben – wird allzu oft bestraft. Denn auch in dezentralen Systemen gibt es Szenarien, in denen einzelne Akteure oder Institutionen durch Missmanagement den Verlust von Bitcoin-Einheiten herbeiführen können. Es gibt sie also doch, die Single Points of Failure.

Krypto-Börsen sind dafür ein gutes Beispiel. Berichte über Totalverluste von Einlagen auf Exchanges häufen sich; meist sind Hacker in die Verantwortung zu nehmen. Das Tragische: Kommt es zum Verlust von Bitcoin, darf man sich in aller Regel von seinen Coins verabschieden. Was als Wertversprechen gilt, kann sich gnadenlos umkehren: Der Verlust des Private Key ist der Verlust des dazugehörigen Vermögens.

Besitze deine Bitcoin

Das Motto not your keys, not your bitcoin hat im Falle der kanadischen Exchange QuadrigaCX abermals an Bedeutung gewonnen: Die Börse hat den Zugang zu ihrem Cold Storage verloren. Wie der Aufsichtsrat der Bitcoin-Börse auf ihrer Website mitteilt, sieht sich das Unternehmen seit geraumer Zeit mit Liquiditätsproblemen konfrontiert:

In den letzten Wochen haben wir intensiv an der Lösung unserer Liquiditätsprobleme gearbeitet, zu denen der Versuch gehört, unsere Krypto-Reserven in den Cold Wallets zu lokalisieren und zu sichern […]. Leider waren diese Bemühungen [bisher] nicht erfolgreich.

Im konkreten Ablauf dürfte dieser Fall einzigartig sein. Schließlich hat das Unternehmen offenbar versucht, Best Practice zu leben; immerhin lagerte man Bitcoin & Co. im Cold Storage. Blöd nur, wenn man den dazugehörigen kryptographischen Schlüsseln nicht mehr habhaft ist. Sollten die Keys weiter unauffindbar bleiben, dürfen Kunden ihre auf Quadriga eingelagerten BTC abschreiben. So einfach ist es leider.

Private Keys definieren Besitz

Private Keys definieren die Besitzansprüche an Bitcoin letztlich zweifelsfrei. Wer BTC auf einer Exchange ablegt, kann streng genommen nicht von „Besitz“ sprechen. Denn die Private Keys verbleiben solange bei den Börsen, bis Investoren sie abziehen und – auf eigene Verantwortung – verwalten.

Zum zehnten Geburtstag von BTC hat Trace Mayer daher dazu aufgerufen, sein Guthaben von den Börsen abzuziehen.

Wer mehr über Private Keys und seine öffentlichen Pendants erfahren möchte, klicke hier.

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