Dass der Bitcoin-Kurs seit Anfang Oktober um mehr als 30 Prozent korrigierte, jagt gerade Krypto-Neueinsteigern vielfach Angst ein. Doch Michael Saylor, der Gründer von Strategy (ehemals MicroStrategy), lässt sich so leicht nicht ins Bockshorn jagen. In einem auf X geteilten Interviewausschnitt betont der US-Unternehmer: “Volatilität ist Vitalität. Bitcoin ist ein volatiles Asset, und wenn Sie dieses Asset halten wollen, benötigen Sie einen Zeithorizont von mindestens vier Jahren.” Noch besser sei es aber, direkt mit einem zehnjährigen Anlagehorizont in Bitcoin zu investieren. Gleiches gelte für die nochmals volatilere MSTR-Aktie. Die starken BTC-Kursschwankungen sind laut Saylor sogar positiv, denn “wenn Bitcoin nicht so volatil wäre, wäre es vermutlich auch nicht so renditeträchtig.”
Tatsächlich handle es sich bei der extremen Bitcoin-Volatilität um ein echtes Geschenk von Satoshi Nakamoto für die wirklich überzeugten Hodler. Saylor erläutert: “Wenn Sie wüssten, dass Bitcoin ohne Volatilität für immer um zwei Prozent pro Monat steigen würde, wären weder Sie noch ich im Geschäft, denn alle konventionellen Finanzinvestoren und Journalisten würden den Markt dominieren, Warren Buffett würde alles besitzen und wir hätten keine Chance.” Dementsprechend müssten sich Privatanleger eigentlich dankbar dafür schätzen, dass die drastischen BTC-Kursschwankungen ihnen “die Großen” noch immer vom Leib halten.
Ganz ähnlich drückte sich kürzlich der Bitcoin-Influencer Anthony Pompliano aus: “Hodler sind daran gewöhnt. Wer aber daran nicht gewöhnt ist, sind die Leute von der Wall Street. Sie kennen diese Volatilität nicht.” Ihre mangelnde Erfahrung würde aktuell zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen, aber sollte Bitcoiner nicht verunsichern. Seine nüchterne Einschätzung zum Marktcrash: “Ich denke, dass der Rückgang um 35 Prozent gegenüber dem Allzeithoch eine ziemlich gesunde Korrektur ist.”
Bitcoin-Firma Strategy versus Finanzgigant JPMorgan
Seit Jahresbeginn ist die MSTR-Aktie um 41 Prozent eingebrochen und handelt nun rund 60 Prozent unterhalb ihres Allzeithochs aus dem Juli. Laut JPMorgan-Analysten hat der Strategy-Sinkflug neben der Bitcoin-Korrektur auch damit zu tun, dass der Indexanbieter MSCI ab Januar 2026 Krypto-Treasury-Unternehmen aus wichtigen Aktienindizes entfernen könnte. In diesem Zusammenhang warnten die Finanzanalysten vor potenziellen Zwangsverkäufen: Bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar könnten allein aus den passiven ETFs abfließen, die den MSCI World und andere beliebte Indizes abbilden.
In den sozialen Netzwerken hatten Unterstützer von Strategy und Bitcoin daher sogar zu einem Boykott von JPMorgan aufgerufen. Michael Saylor wehrte sich gegen die MSCI-Vorwürfe, denn Strategy sei eben keine bloße Holding Company oder gar ein passives Investmentvehikel: “Unser Vertrauen in Bitcoin ist unerschütterlich und unsere Mission bleibt unverändert: Wir wollen die weltweit erste digitale Geldinstitution aufbauen, die auf soliden Geldgrundlagen und finanziellen Innovationen basiert.”
Doch während Strategy trotz aller Schwierigkeiten weiter Woche für Woche Bitcoin akkumuliert, öffnet sich selbst JPMorgan-CEO Jamie Dimon allmählich für das Thema. Auf einem Investmentforum meinte er jüngst: “Kryptowährungen sind real. Blockchain ist real. Stablecoins sind real.” Darüber hinaus wird ein voraussichtlich im Dezember startendes Kreditbesicherungsprogramm der Großbank institutionellen Kunden ermöglichen, sowohl Bitcoin als auch Ethereum als Sicherheiten für besicherte Kredite zu hinterlegen. Ein erstaunlicher Fortschritt, vor allem angesichts der Tatsache, dass Dimon noch Anfang letzten Jahres vor einer plötzlichen Rückkehr von “Satashi” und der “Löschung aller Bitcoin” durch den mysteriösen Erfinder warnte.
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