Mehr als drei Prozent aller jemals existierenden Bitcoin liegen heute in der Schatzkammer von Strategy, der führenden BTC-Treasury-Firma. Um genau zu sein: Nach dem jüngsten Bitcoin-Nachkauf sind es 632.457 BTC im Wert von 71 Milliarden US-Dollar, die Michael Saylor mit seinem Unternehmen besitzt. Doch obwohl sich der Corporate Holder Number 1 im Eiltempo dem großen Ziel von einem Nakamoto (entspricht einer Million BTC) nähert, gab es zuletzt Kritik von einigen MSTR-Anteilseignern. Grund ist die Aufhebung einer Aktionärs-Schutzmaßnahme, die Strategy daran hinderte, neue Aktien unter dem 2,5-fachen seines Nettovermögenswerts (mNAV) zu verkaufen.
Während Michael Saylor die Änderung der Firmenpolitik damit rechtfertigte, dass man “eine größere Flexibilität bei der Umsetzung der Kapitalmarktstrategie erreichen” wolle, befürchten viele Aktionäre, dass ihre Anteile langfristig verwässert werden könnten. Wenn die Bitcoin-Strategiefirma im großen Stil neue Aktien emittiert, sinkt dadurch auch die Anzahl der BTC pro Aktie, welche die Anteilseigner indirekt halten.

Zumindest kurzfristig zeigen die Marktteilnehmer ihre Unzufriedenheit mit der liberaleren Aktienausgaberegelung – derzeit handelt die MSTR-Aktie bei 342 US-Dollar, ein Kursverlust von 15 Prozent gegenüber dem Vormonat. Trotz der Kontroverse um die Entscheidung fackelt die Strategy-Geschäftsführung aber nicht lange und verkauft im Rahmen ihres At-the-Market-Angebots (ATM) weitere 875.301 MSTR-Aktien, wie aus einem bei der SEC eingereichten Dokument hervorgeht. Mit den dadurch eingenommen 309 Millionen US-Dollar könnte die Ex-Softwarefirma bei einem aktuellen BTC-Kurs von 113.000 US-Dollar rund 2.700 BTC erwerben.
Bitcoin-Prognose: 30 Prozent Rendite pro Jahr für die nächsten 20 Jahre
Doch unabhängig von der Strategy-Aktiendebatte hat Michael Saylor für klassische BTC-Investoren eine bullishe Prognose im Gepäck. Nicht zuletzt, weil die Bitcoin-Treasury-Bewegung immer größer wird und inzwischen 116 Firmen weltweit BTC akkumulieren, verkündet der ambitionierte US-Unternehmer: “Meine 20-Jahres-Prognose für Bitcoin lautet 30 Prozent Rendite pro Jahr.” Da die Krypto-Leitwährung in den vergangenen 5 Jahren noch eine durchschnittliche Rendite von über 50 Prozent pro Jahr aufweisen konnte, erscheint diese Hypothese nicht völlig abwegig. Umso beeindruckender ist der BTC-Kurs, der sich für das Jahr 2045 daraus ergeben würde. Steigt Bitcoin vom aktuellen Niveau ausgehend tatsächlich um die von Saylor genannten 30 Prozent pro Jahr, würde ein einzelner Coin in zwei Jahrzehnten sage und schreibe 21,47 Millionen US-Dollar kosten.
Das deckt sich mit der Bitcoin-Kursprognose, die Saylor im Juni auf der BTCPrague verkündete. Seine damalige Begründung: “Bitcoin wird von Regierungen, Banken, Unternehmen und Investoren schneller und aggressiver angenommen als viele vor einem Jahr erwartet haben”. Für den Einstieg sei es aber niemals zu spät, genauso wenig wie es jemals zu spät sei, das Feuer, die Elektrizität und das Internet zu nutzen: “Bitcoin ist Technologie. Es sind nur die unwissenden Spekulanten, die denken, dass es zu spät ist.”
Doch selbst Krypto-Anleger, die von der super-bullishen Prognose überzeugt sind, sollten sich einer Sache bewusst sein: In der Realität verläuft der Bitcoin-Kurs nicht linear – vielmehr kommt es immer wieder zu starken Rücksetzern und volatilen Phasen, die auch deutliche Jahresverluste bedeuten können. Eine BTC-Durchschnittsrendite von 30 Prozent binnen 3 Jahren könnte beispielsweise heißen: 40 Prozent Gewinn in Jahr 1, 20 Prozent Verlust in Jahr 2 und 96 Prozent Gewinn in Jahr 3. Langfristiges Bitcoin-Hodln ist daher nichts für Investoren mit schwachen Nerven. Saylor’s Ratschlag: “Achtet nicht auf das, was jetzt gerade passiert, sondern richtet euren Blick auf den Horizont.”
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