Digitale Zentralbank Libanons CBDC: Nur ein verzweifelter Versuch?
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Quelle: Shutterstock

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Auch der Libanon befasst sich laut der nationalen Nachrichtenagentur konkret mit CBDC-Plänen. Der Hintergrund: die Inflation im Land ist hoch, der Schuldenberg ebenfalls.

Bestrebungen von Zentralbanken, digitale Staatswährungen (CBDC) zu lancieren, gibt es mittlerweile rund um den Globus. Insbesondere China liegt hier im internationalen Vergleich sehr weit vorn. Nun gibt es mit dem Libanon einen weiteren Kandidaten, der mit in dieses Rennen eingestiegen ist. Die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf die Nationale Nachrichtenagentur Libanons, dass die digitale Währung das „Vertrauen“ in das Bankensystem des Landes stärken soll. 


Die Nationale Nachrichtenagentur Libanons zitiert dazu den Gouverneur Riad Salameh:

Der Libanon hat keine natürlichen Ressourcen, und wir müssen das Gold behalten, weil es ein Vermögenswert ist, der auf ausländischen Märkten liquidiert werden könnte, wenn wir einer unvermeidlichen, schicksalhaften Krise gegenüberstehen

Gouverneur Riad Salameh

Das Projekt soll auch laut weiterer Medienberichte im Jahr 2021 an den Start gehen. Salameh erwähnte bereits 2019, dass der Libanon ein CBDC-Projekt plane. Damals war das Ziel des Vorhabens, der lokalen Wirtschaft ein rein bargeldloses Transaktionssystem zur Verfügung zu stellen. Seinerzeit hatte man jedoch die Bedenken bezüglich Geldwäsche und Sicherheit noch nicht ausgeräumt.

Libanon denkt schon länger über CBDC nach

Im vergangenen Oktober verabschiedete das Parlament im Libanon ein Gesetz über elektronische Transaktionen und personenbezogene Daten. Artikel 61 dieses Gesetzes enthält die erste offizielle Erwähnung von „elektronischen und Krypto-Währungen“ in einem Rechtsprechungstext. Das Parlament wich dieser Frage aus, indem es der Zentralbank die volle Verantwortung für den Erlass eines Rechtsrahmens für diese Währungen übertrug.


Das libanesische Pfund hat derzeit mit einer drastischen Inflation zu kämpfen. Der Libanon gehört zu dem am stärksten verschuldeten Staaten überhaupt. Vor diesem Hintergrund erscheint das Bestreben zur Verbreitung einer CBDC als ein mehr oder minder verzweifelter Versuch, diesen Abwärtstrend zu stoppen.

Die Lage ist im nordafrikanischen Staat indessen noch längst nicht so dramatisch wie in Venezuela. Dort sinkt der Bolívar oft schon im Tagesverlauf und fristet ein mehr oder weniger wertloses Schattendasein. Der Erfolg des Petro, der Öl-gedeckten venzolanischen Digital-Währung lässt zudem ebenfalls auf sich warten.

Seit diesem Oktober sind die Bahamas der erste Staat weltweit, der mit der offiziellen und umfassenden Herausgabe einer CBDC begonnen hat. Die 393.000 Einwohner des Inselstaates können damit auf die „Sand Dollar“ getaufte Währung zurückgreifen. Sie ist im Verhältnis 1:1 an den Bahama Dollar gebunden, der wiederum 1:1 an den Kurs des US-Dollar angebunden ist. 


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