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Krypto-Verluste zum Vorteil nutzen Wie man seine Steuerlast zum Jahreswechsel minimieren kann

Die meisten Anlegerinnen und Anleger werden in dem ausklingenden Krypto-Jahr 2022 Verluste verzeichnet haben. Wie die zum Vorteil genutzt werden können und man die Steuerlast minimieren kann, erläutert Pekuna-Chef Werner Hoffmann im Gastbeitrag.

Werner Hoffmann
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Beitragsbild: Shutterstock

| Privatanlager müssen realisierte Gewinne mit der jährlichen Einkommenssteuererklärung anzeigen. Das kann sich bei Verlusten jedoch auch auszahlen.

Der Jahreswechsel ist immer eine gute Gelegenheit, um über seine Steuerstrategie nachzudenken – besonders, wenn man in Krypto-Assets investiert. Denn die Kryptomärkte haben in diesem Jahr so stark geschwankt, dass selbst die berühmtesten Achterbahnen neidisch werden würden. Im Folgenden ein paar Tipps, wie man seine Steuerlast im Jahreswechsel minimieren kann.

Krypto-Verluste mit Tax Loss Harvesting nutzen

Eine Möglichkeit, die viele Investoren in Betracht ziehen, ist das sogenannte Tax Loss Harvesting. Die Strategie wird von Investoren in traditionellen Märkten seit Jahrzehnten genutzt und erfreut sich in jüngster Zeit auch bei Kryptowährungen immer größerer Beliebtheit. Dabei geht es darum, Verluste aus innerhalb der Jahresfrist realisierten Kapitalverkäufen steuerlich geltend zu machen, um so die Steuerlast zu verringern.

Die Idee hinter dieser Strategie ist es, Kursverluste auf Anlagen, die im Laufe des Jahres entstanden sind, steuerlich geltend zu machen, um so die Steuerbelastung zu reduzieren.

Ein Beispiel: Angenommen, ein Investor hat im Januar eine Kryptowährung zu einem Preis von 1.000 Euro gekauft und im Dezember liegt er nur noch bei  500 Euro. In diesem Fall kann der Anleger den Verlust von 500 Euro steuerlich geltend machen, indem er die Assets verkauft, damit den Verlust realisiert. Entsprechend lässt sich dadurch die Steuerbelastung reduzieren. Wichtig ist, dass dies innerhalb der Jahresfrist geschieht. Daher eignet sich gerade die Zeit zum Jahresende dafür, dies zu prüfen, es lassen sich dann einfach alle Transaktionen des Kalenderjahres untersuchen.

Für Krypto-Investoren ist die Nutzung vom Tax Loss Harvesting besonders wichtig, da die Volatilität im Krypto-Markt oft hoch ist und Verluste schnell entstehen können. Durch die Nutzung dieser Strategie können Investoren ihre Steuerbelastung reduzieren, wodurch sie mehr Geld für zukünftige Investitionen zur Verfügung haben.

Es ist zudem wichtig, bis zum Ende des Jahres Screenshots von allen Krypto-Börsen zu machen. Bei der Steuererklärung kommt man dann einfacher an die benötigten Informationen. Die Screenshots sollten alle Bestände enthalten – so haben Sie alle relevanten Informationen, um Ihre Steuern zu berechnen und zu bezahlen. Heben Sie die Screenshots an einem sicheren Ort auf, damit sie im Falle von Verlust oder Beschädigung leicht wiederhergestellt werden können. Und wenn man bei der Börse eingeloggt ist, sollte man die Gelegenheit nutzen, um auch gleich die Transaktionsdaten herunterzuladen und zu sichern.

Weiterhin sollte bei allen verwendeten Krypto-Börsen der Log-in geprüft, zudem die dort gespeicherten Daten gesichert werden. Wenn Sie Ihre Handelsaktivitäten und Transaktionen herunterladen können, sollten Sie auch das unbedingt tun. So haben Sie alle für Ihre Steuererklärung benötigten Unterlagen. Einige Börsen könnten in Zukunft ihren Betrieb einstellen oder ihre Dienste ändern, deshalb ist es wichtig, jetzt die Gelegenheit zu nutzen, um die Daten zu sichern und so vor Schätzungen des Finanzamtes gewappnet zu sein.

Krypto-Steuern: Der frühe Vogel fängt den Wurm

Ebenfalls sinnvoll ist es, bereits im Dezember mit dem Krypto-Steuerreport zu beginnen. Wenn Sie Ihre Transaktionen und Handelsaktivitäten prüfen, können Sie möglicherweise Verluste realisieren (Tax Loss Harvesting) und so unter die Freigrenze von 600 Euro kommen. Zusätzlich haben Sie durch das frühe Anfangen ausreichend Zeit, um alle relevanten Informationen zu sammeln und zu überprüfen, damit Ihr Steuerreport korrekt und vollständig ist. Sie sollten zudem prüfen, ob Sie die Freigrenze von 600 Euro im laufenden Steuerjahr bereits ausgenutzt haben; falls nicht, ist dies eine schöne Möglichkeit, einen Gewinn bis zu dieser Höhe komplett steuerfrei zu realisieren. 

Zu guter Letzt ist es wichtig, Rücklagen für Steuerzahlungen zu bilden, indem Sie Fiat-Geld auf einem Bankkonto zur Seite legen, insbesondere nach großen Gewinnen aus Krypto-Trades. Hier empfiehlt es sich wirklich, die Rücklagen in Fiat und nicht in Stablecoins zu halten. Dies ist vor allem von Bedeutung, wenn es bei Ihren Krypto-Transaktionen zu starken Kursveränderungen oder sogenannten “Stablecoin Crashes” kommt. Crasht ein Stablecoin, kann sein Wert plötzlich stark sinken, Sie können dadurch große Verluste erleiden und möglicherweise ihre Steuern nicht mehr bezahlen. Daher ist es wichtig, dass Sie genügend Rücklagen in Form von Fiat-Geld auf einem Bankkonto zur Verfügung haben – um Ihre Steuern bezahlen zu können, auch wenn Sie mit Ihren Krypto-Investitionen Verluste erlitten haben. So können Sie finanzielle Engpässe vermeiden und Ihren Steuerpflichten in jedem Fall nachkommen.

Wie schon vorab betont, ist es sehr wichtig, bereits im Dezember mit dem Krypto-Steuerreport zu beginnen. Wie sagt man so schön: “Besser früh als nie – vor allem, wenn es um Steuern geht!”

Über

Werner Hoffmann ist Experte für das Thema Krypto-Steuern. Er beschäftigt sich seit Jahren Vollzeit mit diesem Thema und hat seine Expertise in dem Bereich Steuern aus erster Hand beim Aufbau der Steuer-IT als Beamter erlangt. Mit seiner 2018 gegründeten Firma Pekuna hat er dutzende Kunden bei der steuerlichen Aufbereitung ihrer Kryptotransaktionen geholfen.

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