Krypto-Projekte greifen immer häufiger auf Token-Rückkäufe zurück, um ihre eigenen Kryptowährungen zu stützen. Seit Jahresbeginn flossen dafür bereits 638 Millionen US-Dollar, wie Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Allium Labs zeigen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 545 Millionen US-Dollar, im gesamten Jahr 2024 dagegen lediglich 366.000 US-Dollar. Einen Großteil der aktuellen Rückkäufe verantworten Hyperliquid und die Memecoin-Plattform pump.fun, die zusammen für fast 90 Prozent des Volumens stehen.
Das Prinzip erinnert an Aktienrückkäufe börsennotierter Unternehmen. Projekte verwenden einen Teil ihrer Einnahmen, um eigene Token am Markt zu erwerben und teilweise dauerhaft aus dem Umlauf zu nehmen. Dadurch sinkt das verfügbare Angebot, was den Kurs theoretisch unterstützen kann. Allium-Forschungsleiter Elton Shehdula sieht darin außerdem eine Möglichkeit für Projekte, Vertrauen in den eigenen Token zu demonstrieren. Ob die Maßnahmen tatsächlich dauerhaft zu höheren Kursen führen, ist allerdings umstritten.
Token-Rückkäufe werden zum neuen Krypto-Trend
Besonders weit geht Hyperliquid: die dezentrale Handelsplattform verwendet 99 Prozent ihrer Einnahmen aus Handelsgebühren für Rückkäufe des HYPE-Tokens und hat seit Dezember 2024 insgesamt rund 1,3 Milliarden US-Dollar dafür eingesetzt.
HYPE legte innerhalb des vergangenen Jahres um rund 70 Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich besser als viele andere Kryptowährungen. Bitwise-CIO Matt Hougan sieht die aggressiven Rückkäufe als einen wesentlichen Grund für die Kursentwicklung.
Andere Projekte verfolgen inzwischen ähnliche Modelle. Sky Protocol hat laut Allium Token im Wert von 26 Millionen US-Dollar zurückgekauft. Auch Lido kündigte im August regelmäßige Rückkäufe an, sobald bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie etwa ein Jahresumsatz von mindestens 40 Millionen US-Dollar. Der LDO-Kurs ist seit Jahresbeginn dennoch um rund 38,2 Prozent gefallen.
“Nur weil ein Projekt Aktienrückkäufe durchführt, heißt das nicht unbedingt, dass es ein gutes Projekt ist“, sagte Shehdula von Allium Labs.

