Digitale Liebesschlösser Juwelier Christ setzt jetzt auf die Blockchain
Marlen Kremer

von Marlen Kremer

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Herzförmiges Vorhängeschloss hängt an einer Kette

Quelle: Shutterstock

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Das traditionelle Schmuckgeschäft bietet nun seinen Kunden an, eine digitale Liebesbotschaft auf der Bitcoin-Blockchain zu verwahren. Zusätzlich zum Trauring soll die irreversible Nachricht ein Stückchen mehr Ewigkeit versprechen. Außerdem ziehe der Juwelier in Betracht, in Zukunft weiter in die Krypto-Welt einzutauchen.

Eine Liebesbotschaft mit 340 Zeichen, die nicht gelöscht oder verändert werden kann – das verspricht nun der Schmuckhändler Christ. Für weniger als 20 Euro gibt es neben der klassischen Gravur auch einen Eintrag auf der Bitcoin Blockchain. Damit erhofft sich das Traditionshaus, neue Umsätze zu sichern und eine andere Zielgruppe anzusprechen. Um ihr Angebot Klima-bewusst umzusetzen, pflanzt das Unternehmen für jeden Blockchain Eintrag einen Baum. Die digitale Botschaft ist seit Anfang Oktober zusammen mit jedem Schmuckstück ausschließlich in den Christ-Filialen zubuchbar.


Um die gewöhnlichen Liebesbeweise endgültig in Stein zu meißeln, musste der Juwelier aus seiner Komfortzone herauskommen. Den Sprung auf die Blockchain schaffte das über 150 Jahre alte Schmuckgeschäft mit dem Hamburger Start-up foreverontheblockchain. Dieses bietet „digitale Liebesschlösser“ für Anlässe wie Hochzeiten, Geburten oder Freundschaften an, indem es Botschaften auf die Blockchain einschreibt.

Ehrlicherweise hatten wir die Schmuckindustrie nicht speziell im Blick und dass Christ jetzt der erste Kooperationspartner ist, ist Zufall – wenn auch ein sehr schöner. Ich kannte über eine Ecke den Geschäftsführer und so ging das Ganze dann los. Wir verhandeln aktuell aber auch noch mit einigen anderen Unternehmen und ich denke, dass wir alsbald noch mehr werden verkünden können.

Sven Hildebrandt, Gründer und CEO von foreverontheblockchain gegenüber BTC-ECHO

„Die gleichen Verhaltensmuster in jeder Branche“

Während viele traditionelle Industrien der Blockchain-Technologie mit Skepsis gegenüberstehen, traut sich der Juwelier einen Schritt in Richtung Innovation. Das digitale Pendant sei der Prototyp, auf den noch mehr Schritte in Richtung Krypto-Szene folgen könnten. So denke Christ darüber nach, Bezahlungen mit Kryptowährungen oder die Registrierung von Uhren auf der Blockchain in Zukunft zu ermöglichen.


Inwiefern diese Schritte tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, bleibt noch abzuwarten. Gegenüber BTC-ECHO schätzt der Hamburger CEO die Chancen hoch ein, dass Christ auf den Krypto-Zug aufspringt. Er beschreibt den Juwelier-Chef als jemanden, der nicht nur redet, sondern auch Ideen in die Tat umsetzt. „Es sind Menschen wie er, die Innovationen vorantreiben – von denen müsste es allgemein mehr geben“, meint Hildebrandt.

Ob Blockchain-Technologien in dem eher traditionellen Schmucksektor für mehr Innovationen sorgen könnten, bejaht der Gründer des Start-ups. „Ich komme ja eigentlich aus dem Finanzwesen und man kann interessanterweise die gleichen Verhaltensmuster in jeder Branche erkennen. Für Innovationen braucht es Menschen mit Mut, und die sind augenscheinlich überaus rar gesät.“


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