Die regulatorischen Probleme in den USA reißen für Kalshi nicht ab. Der Prognosemarkt muss nun in drei weiteren Bundesstaaten seine Dienstleistungen einstellen. Das geht aus verschiedenen gerichtlichen Verfügungen hervor.
Den Anfang macht der Bundesstaat Washington. Ein Gericht verhängte am 13. August eine Anordnung. Darin wird Kalshi verpflichtet, “das Anbieten, Annehmen oder Vermitteln von diversen Wetten auf Sport, Wahlen, Politik, Unterhaltung, Kultur, Technik und Wissenschaft einzustellen”. Damit wolle das Gericht den Prognosemarkt für die Irreführung der Verbraucher zur Rechenschaft ziehen, erklärt Staatsanwalt Nick Brown.
Die Anordnung reicht jedoch noch weiter. Nicht nur muss Kalshi Nutzer anhand ihrer Internetadresse aussperren, sondern bis zum 2. September auch eine genauere Standortprüfung (Geofencing) einrichten.
Gegen die Sperre wehrt sich das Unternehmen. In einem Antrag an das Gericht, bat Kalshi um eine Überprüfung des Urteils. Gegen den Konkurrenten Crypto.com habe der Bundesstaat keine Maßnahmen verhängt, obwohl die Plattform vergleichbare Angebote bereitgestellt habe, heißt es.
Michigan und Nevada stoppten Kalshi schon früher
Der Streit ist nicht neu. In zwei anderen Bundesstaaten laufen ähnliche Verfahren seit Wochen. In Michigan entschied ein Kreisgericht bereits Ende Juni, dass Kalshis Sportkontrakte verbotene Sportwetten seien. Die Verfügung des Gerichts in Michigan verpflichtete das Unternehmen, den Bundesstaat technisch auszusperren.
In Nevada untersagte ein Gericht im Mai Wetten auf Sport, Wahlen und Unterhaltung. Ermittler der Glücksspielaufsicht konnten danach trotzdem solche Kontrakte kaufen und zwangen Kalshi im Juli zu einem Vergleich: Kalshi muss ein genaueres Standortssystem einbauen oder 120.000 US-Dollar pro Tag zahlen.
CFTC steht Kalshi zur Seite
Auch in anderen Bundesstaaten hat Kalshi einen schweren Stand. New Mexico, Wisconsin, Minnesota, Illinois, Arizona, Rhode Island, Connecticut und New York eröffneten ebenfalls Verfahren gegen den Prognosemarkt.
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC sieht das Vorgehen als groben Verstoß gegen Bundesrecht und verklagte die Bundesstaaten ihrerseits. “Wir werden diese schurkischen Staatsanwälte stoppen”, sagte CFTC-Chef Michael Selig kürzlich bei Trumps Krypto-Gipfel.
Zuletzt hatte Klashi enorm von der Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko profitiert. Das monatliche Wettvolumen stieg von 16,81 Milliarden auf 31,5 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von 87,4 Prozent.
