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Impact oder Strohfeuer? IMPT.io – Gelingt der Millionen-Coup für eine grünere Welt?

Das Projekt IMPT.io hat noch vor dem PreSale einen 12-Millionen-US-Dollar-Start hingelegt. Dabei verspricht das Projekt hohe Renditen bei einer grünen CO₂-Bilanz. Was ist dran?

Phillip Horch
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Green Washin mit IMPT.io

Beitragsbild: Shutterstock

| Nichts als Greenwashing bei IMPT.io?

Der nächste Bullrun könnte der “nachhaltigste” aller Zeit werden. Und dafür scheint es höchste Zeit zu werden. Bei all den grauen Wolken, die Bitcoin beim Proof of Work rausbläst, kommt der grüne Wind im Krypto-Sektor gerade recht. Schließlich, und das ist wohl oder übel der Hauptmotivator, verkaufen sich grün gestrichene Investments immer besser. Jüngstes Beispiel: das Token-Projekt IMPT.io.

IMPT.io: Das Versprechen

IMPT.io hat großes vor. Laut offiziellem Whitepaper soll die Plattform jedem und jeder dabei helfen, den eigenen CO₂-Fußabdruck auszugleichen. Die Plattform soll es Nutzern ermöglichen, während des Shoppings Emissionsgutschriften (“Carbon Credits”) zu erwerben. Ebenso soll es möglich werden, diese Gutschriften direkt über die Plattform zu kaufen. Eine dieser Carbon-Credits erlaubt die Emission von einer Tonne CO₂. Der oder die durchschnittliche Deutsche würde also 11,2 dieser Gutschriften benötigen, um den eigenen Verbrauch zu kompensieren. (Wie der Emissionshandel im Detail funktioniert, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen).

Das ganze passiert selbstverständlich in Tokenform: Alle Emissionsgutschriften gibt es in Form von Token. Nutzer und Nutzerinnen bekommen sie in Form von Non-fungible Token (NFTs). Ferner soll die Plattform dazu dienen, Nutzer und Nutzerinnen mit internationalen Umweltprojekten zu verbinden, die sich der Emissionsreduktion verschrieben haben. Außerdem will IMPT.io Einzelhändler versammeln, die einen Anteil ihrer Verkaufsmarge für Umweltprojekte spenden. Das Versprechen ist groß: Mehr als 10.000 der größten Einzelhändler mit über 2 Milliarden unterschiedlichen Projekten will die Plattform an Land ziehen.

Schließlich soll es für alle Nutzer und Nutzerinnen die Möglichkeit geben, den eigenen Impact auf die Umwelt zu messen. All diese Faktoren sollen schließlich in und durch die IMPT Token dargestellt werden. Mit diesen kann man schließlich die Emissionsgutschriften kaufen. Und so schließt sich der Kreis.

Der IMPT Token

Bei den Token, die derzeit im PreSale verkauft werden, handelt es sich um einen Utility Token. Folgende Funktionen sieht das Projekt für den Token vor:

  • Bezahlungen innerhalb der Plattform: Alle Tätigkeiten innerhalb der Plattform sollen mit dem Token bezahlt werden.
  • Premium Services. Wer die IMPT Token hält, bekommt “Premium Services”. Diese sollen sich besonders auf “besondere” NFTs beziehen.
  • Reduzierte Gebühren. Wer den Token nutzt, muss weniger Gebühren zahlen.
  • Teilnahme an der dezentralen autonomen Organisation (DAO). Das Ziel der Plattform ist es, mit der Zeit dezentral zu werden. Nutzer und Nutzerinnen sollen mit dem Token die Möglichkeit haben, an Entscheidungsprozessen teilzuhaben,

IMPT.io: Lohnt sich das Investment?

Bisher läuft das Projekt gut. Noch vor dem PreSale konnte das Team 12 Millionen US-Dollar einsammeln. Auch die Story, die das Unternehmen erzählt hört, sich gut an. Der Use Case ist definitiv vorhanden. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass es hier in Zukunft größere Kurssteigerungen gibt.

Allerdings kann niemand sagen, ob sich das Projekt tatsächlich durchsetzt. Denn von den Tausenden von Partner-Unternehmen, von denen im Whitepaper gesprochen wird, kann bisher keine Bestätigungen finden. Ob all die Versprechen tatsächlich eingehalten werden, liegt allenfalls in den Sternen.

Wer sich außerdem die Struktur der Token ansieht, wird bemerken, dass sie nicht direkt mit dem Use Case der Plattform verbunden sind. Die Suggestion, mit der Nutzung des Tokens etwas für die Umwelt zu tun, kann also als irreführend verstanden werden. Das bedeutet letztlich, dass es für den Emissionshandel nicht zwingend nötig ist, den IMPT Token zu nutzen.

So kann man vielmehr davon ausgehen, dass wir in naher Zukunft viele solcher Projekte sehen werden. Eingesessene Beobachter und Beobachterinnen des Krypto-Marktes dürften sich hier schnell an die Initial-Coin-Offering-Welle (ICO) aus dem Jahr 2017 erinnert fühlen. Hier gab es tausende von Projekten, die schön formulierte Whitepaper hatten, eine Menge Geld einsammelten und nachher nichts abliefern.

Fazit

Wer etwas Spielgeld übrig hat, kann die Münzen ruhig werfen und versuchen, etwas vom Hype mitzunehmen. Wer rechtzeitig wieder abspringt, könnte sich auch Gewinne sichern.

Wer jedoch tatsächlich etwas für die Umwelt tun möchte, kann sich bei Projekten wie Atmosfair umsehen und etwas von den Gewinnen für ein grünes Gewissen einsetzen. Dann spart man sich die Wartezeit, bis die IMPT.io-Plattform tatsächlich existiert und all die angekündigten Partner an Bord sind. Dann kann man immer noch (wieder) einsteigen.

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