Achtung Betrug Hochkonjunktur für Corona-Betrüger: FBI warnt vor Bitcoin-Abzocke
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

FBI Federal Bureau of Investigation Eingang mit Logo

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Eine US-Sicherheitsbehörde warnt vor der Zunahme an Krypto-bezogenen Betrugsversuchen während der Covid-19-Pandemie. Wer etwa fremdes Geld an Exchanges sendet, kann sich der Geldwäsche schuldig machen.

In außergewöhnlichen Zeiten haben Betrüger Hochkonjunktur. Dies geht aus einem Dossier hervor, das die US-Sicherheitsbehörde FBI auf seiner Website publiziert. In dem am Ostermontag veröffentlichen Schreiben, warnt das FBI explizit vor Trickbetrügern, die ahnungslose Bürger mit Krypto-Scams in die Falle locken. Demnach nutzten Betrüger eine immer breiter werdende Akzeptanz für Bitcoin und Co. für die Abzocke. In dem Schreiben heißt es:


Menschen aller Altersgruppen, einschließlich älterer Menschen, werden Opfer von Kriminellen durch Krypto-bezogene Betrugsprogramme. Entwicklungen in der Krypto-Technologie und eine wachsende Zahl von Unternehmen, die diese als Zahlungsmittel akzeptieren, haben die wachsende Popularität und Zugänglichkeit von Kryptowährung vorangetrieben.

Warnung vor Straftaten mit Krypto-Bezug

Die Behörde listet sodann vier Schemata auf, die Betrüger augenscheinlich für ihre kruden Geschäfte nutzen. Dabei dient auch das Coronavirus immer häufiger als Aufhänger für die Betrügereien.

  • Erpressungsversuche. Mit dem angeblichen Besitz intimer Informationen will man „Lösegeldzahlungen“ auf Bitcoin-Adressen erpressen. Aktuell versuchen Kriminelle laut FBI auch mit der Covid-Pandemie Kasse zu machen, indem man mit einer absichtlichen Ansteckung der Opfer droht.
  • Work from Home Scams. Unter sogenannten Work from Home Scams (zu Deutsch etwa Heimarbeit-Abzocke) versteht die Bundesbehörde Betrugsversuche, bei denen man zur Akzeptanz von „Spenden“ aufgefordert wird. Opfer sollen ihre Bankverbindung preisgeben und erhaltene Spenden sodann an eine Exchange überweisen. Dort tauschen die Täter das transferierte Fiatgeld in Kryptowährung um. Das FBI warnt, dass der Transfer illegal erwirtschafteten Geldmitteln den Straftatbestand der Geldwäsche erfüllen kann.
  • Falsche Corona-Medizin. Drittens warnen die Ermittler vor dem Kauf von angeblichen Covid-19-Medikamenten. Auf umregulierten Marktplätzen bieten Händler demnach vorbeugende Medizin gegen eine Covid-Erkrankung an und verlangen dafür Bitcoin und Co. Wenn Händler ausschließlich BTC als Zahlungsmittel akzeptieren, so das FBI, sollten alle Alarmglocken klingeln.
  • Investment-Scams. Zuletzt warnt das Papier vor fast schon sprichwörtlichen ICO Scams. Typischerweise lockt man Anleger durch exorbitante Gewinnversprechen an. Die erwartete Rendite bliebe aber in der Mehrheit der Fälle aus.

Auffällig ist indes die Klischeehaftigkeit des Schreibens. Zwar listet das FBI durchaus Krypto-bezogene Straftaten auf. Allerdings stehen bis auf den letzten Punkt Kryptowährung überhaupt nicht im Zentrum der kriminellen Energie. Vielmehr locken Betrüger potenzielle Opfer durch andere, Krypto-unabhängige Straftaten in die Falle – und versuchen Krypto-Zahlungen zu erpressen.


Krypto-Scams hoch im Kurs

Insbesondere die Nachbeben des ICO-Booms 2017 bereiten Behörden auf der ganzen Welt nach wie vor Kopfschmerzen. Schließlich galt das Investment-Vehikel seinerzeit als der ganz große Wurf. Dieser Tage belächeln kundige Krypto-Investoren Initial Coin Offerings allerdings nur noch müde. Denn seitdem die US-Börsenaufsicht ICOs als Securities einstuft und daran hohe regulatorische Hürden knüpft, hat sich das Thema fast von selbst erledigt.

Immer wieder erreichen uns jedoch Nachrichten um ICO-Schemata, die spektakuläre Gerichtsverhandlungen nach sich ziehen. Zuletzt berichteten wir etwa über den 30-Millionen-US-Dollar-Betrug CG Blockchain Inc.


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