Internet der Dinge Helium Network (HNT) – wie man vom IoT-Boom profitieren kann
Leon Waidmann

von Leon Waidmann

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Internet of Things Helium Network

Quelle: Shutterstock

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Helium (HNT) baut derzeit das weltweit erste drahtlose Peer-to-Peer-Netzwerk für das Internet der Dinge (IoT) auf. Was bedeutet das und wie kann man als Investor davon profitieren?

Das Internet der Dinge ist in aller Munde und weltweit kommunizieren immer mehr Maschinen miteinander. Sei es der Mülleimer, der per Funk um Leerung bittet, der E-Scooter, der unterwegs Auskunft gibt, ob seine Batterie noch funktioniert oder die Klimaanlage, die sich automatisch an die realen Wetterbedingungen anpasst: Alles soll vernetzt werden, überall, jederzeit und das natürlich so kostengünstig wie möglich.


Der weltweite Umsatz IoT-Industrie betrug im Jahr 2017 110 Milliarden US-Dollar. Prognosen gehen davon aus, dass dieser Wert bis 2025 auf rund 1,6 Billionen US-Dollar ansteigen wird.

Internet der Dinge (IoT)
Quelle: Statista, Ausgaben für IoT in Milliarden

Fast alle IoT-Geräte müssen ständig mit dem Internet verbunden sein. Allerdings sind aktuelle Lösungen wie Mobilfunk, WiFi und Bluetooth suboptimal und auch das 5G-Netzwerk hat mit Problemen zu kämpfen. Das liegt daran, dass diese Technologien oftmals zu teuer, zu stromhungrig oder in ihrer Reichweite zu begrenzt sind. Genau dieses Problem will das Krypto-Projekt Helium angehen.

Was ist das Helium-Netzwerk?

Helium ist ein dezentrales Blockchain-Netzwerk für IoT-Geräte. Amir Haleem, Shawn Fanning und Sean Carey gründeten das Projekt 2013. Das Team von Helium will ein kabelloses IoT-Netzwerk aufbauen, das es Geräten auf der ganzen Welt ermöglicht, sich drahtlos mit dem Internet zu verbinden, ohne das diese stromfressende GPS-Hardware oder teure Mobilfunktarife benötigen.

Im Zentrum des dezentralen Blockchain-Netzwerk von Helium steht dabei der HNT-Token. Dieser kann für Bezahlungen und bei Governance-Abstimmungen innerhalb des Netzwerk verwendet werden. Dadurch hat Helium einen zweiseitigen Markt für Anbieter und Nutzer geschaffen, die Internet für ihre IoT-Geräte benötigen. Das Projekt will so einen Markt der im Moment von Monopolen kontrolliert wird vollständig dezentralisieren.

Drahtlose Internetverbindung soll zu einer Ware werden, die durch Wettbewerb angeheizt wird und überall auf der Welt zu einem Bruchteil der derzeitigen Kosten verfügbar ist. Bei dieser ambitionierten Mission wird Helium von namhaften Venture Capital Firmen, darunter Khosla Ventures, FirstMark Capital, GV (ehemals Google Ventures), HSB/MunichRe Ventures und anderen unterstützt.

Wie funktioniert das Helium-Netzwerk?

Helium verwendet das bestehenden Internet und baut darauf ein dezentrales Netzwerk für IoT-Geräte auf. Jeder hat die Möglichkeit sich diesem Netzwerk anzuschließen. Nutzer können ganz einfach einen Minirouter von Helium in ihrer eigenen Wohnung aufsetzen und für andere IoT-Geräte Internet zu Verfügung stellen. Auf die Verbindungen können dann zum Beispiel verifizierte IoT-Geräte zugreifen oder Daten, die für bestimmte Gruppen interessant sind getracked werden. So können beispielsweise die E-Scooter von Lime, die ebenfalls Partner von Helium sind, auf diese Hotspots zugreifen, um Kosten einzusparen.

Das gesamte System dahinter ist sehr offen, da jeder sich an diesem Netzwerk beteiligen kann. Sowohl Endverbraucher als auch Unternehmen können HNT-Hotspots kaufen und selbständig betreiben. Außerdem soll mithilfe der Blockchain-Technologie und einem neuen Konsensalgorithmus, der sich Proof-of-Coverage nennt, garantiert sein, dass sowohl die Daten von Anbietern als auch von Nutzern sicher sind.

Darüber hinaus ermöglicht der Proof-of-Coverage-Algorithmus es, dass jederzeit verifizierbar ist, wo sich ein Hotspot in der physischen Welt befindet und ob man dessen Daten vertrauen kann.

Außerdem verfügt jeder Helium-Hotspot über ein sogenanntes Long Range Wide Area Network (LoRaWAN), das eine fast 200-mal größere Reichweite als ein durchschnittlicher WLAN-Router hat. Die verschiedenen IoT-Geräte können sich daher kostengünstig und ohne WLAN oder SIM-Karte mit den Netzwerken verbinden. Darüber hinaus soll die Verbindung über LoRaWAN stromsparender sein als über WLAN.

Anfang 2021 gab es weltweit knapp 15.000 Helium-Hotspots. Mittlerweile gibt es über 32.000 Hotspots von Helium, die rund um den Globus verteilt sind.

Helium Network
Quelle: https://explorer.helium.com/coverage#2/30.12/-4.56

Gerade in den letzten Monaten hat Helium in den USA, Europa und China einen enormen Hype erlebt, der sich auch im HNT-Preis widerspiegelt. Anfang Januar notierte HNT noch bei 1,27 US-Dollar. Inzwischen kostete ein einzelner HNT-Token 17,14 US-Dollar.


So verdient man HNT-Token

Das Helium-Netzwerk belohnt alle diejenigen, die über einen sogenannten Helium-Hotspot Internet für IoT-Geräte zur Verfügung stellen mit HNT Token. Diese Hotspots sind physische Geräte, die für das Mining und die Übertragung von Daten im HNT-Netzwerk benötigt werden. Aber warum ist der HNT-Token überhaupt wertvoll?

Der HNT-Token wird benötigt, um Transaktionen im Helium-Netzwerk durchzuführen. Darüber hinaus müssen Unternehmen, die die Daten von Hotspots verwenden wollen, HNT kaufen und diese anschließend zerstören. Dadurch verringert sich das Gesamtangebot aller HNT und im Gegenzug dafür erhalten die Unternehmen sogenannten Data Credits. Diese können sie dafür verwenden, um für den Zugang zu Daten bezahlen zu können.

Derzeit gibt es fünf verschiedene Hotspot-Modelle, die im Helium-Store gelistet sind und deren Preis zwischen 410 und 577 US-Dollar liegt. Diese Hotspots sind sowohl als Innen- als auch als Außenmodelle erhältlich.

Quelle: https://www.helium.com/store

Allerdings sind die Modelle im Moment so beliebt, dass die Hersteller seit Anfang April nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten können. Es kann daher drei bis vier Monate dauern, bis man seinen Helium-Hotspot geliefert bekommt. Wer nicht so lange warten will, kann sein Glück bei Ebay versuchen. Jedoch verkaufen sich die verschiedenen Geräte dort für mehrere tausend Euro.

Helium-Mining kann äußerst profitabel sein

Geld verdienen mit Helium-Hotspots kann extrem profitabel sein. Wie viel man verdienen kann, hängt jedoch davon ab, wo man seinen Helium-Hotspot positioniert. Es ist einerseits wichtig, dass man in der Reichweite von anderen Hotspots ist.

Andererseits ist es aber auch wichtig, dass man nicht von zu vielen Hotspots umgeben ist. Im Vergleich zu den USA gibt es vor allem in Deutschland und dem restlichen Europa noch extremes Potenzial für Wachstum.

Derzeit sind die besten Orte städtische Gebiete. Jeder Hotspot hat eine Reichweite von ca. 15 Kilometern. Diese lässt sich jedoch durch eine höhere Platzierung des Hotspots oder durch die Installation einer Antenne erweitern. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn man der Erste in seiner Gegend ist, der einen Hotspot aufstellt. Das liegt daran, dass man seine Einnahmen über einen kurzen Zeitraum extrem steigern kann, wenn mehr Hotspots in der gleichen Gegen hinzugefügt werden.

Insbesondere in deutschen Großstädten wie Berlin, Frankfurt oder München kann das Helium-Mining aktuell extrem profitabel sein.

Helium Explorer
Quelle: Helium Explorer

Ein Helium-Miner in Berlin Mitte kann monatlich zwischen 2.000 bis 3.000 US-Dollar an Einnahmen für seinen Besitzer generieren. Mit einem Hotspot an einer solchen Position wäre es derzeit möglich, dass man innerhalb von nur einem Monat sein gesamtes Investment zurückerhält. Wer herausfinden will wie profitabel Helium-Mining in den jeweiligen Regionen sein kann, sollte einen Blick auf die Helium-Explorer-Karte werfen. Auf dieser Karte sieht man in welchen Gebieten bereits Helium-Hotspots stehen und kann sich, nachdem den einzelnen Hotspot ausgewählt hat, Details über dessen Einnahmen anzeigen lassen.

Fazit

Helium ist nach seinem Start nur sehr langsam gewachsen, doch mittlerweile scheint der Netzwerkeffekt dafür zu sorgen, dass das Projekt exponentiell wächst. Von etwa 7.000 Hotspots im Agust 2020 ist das Helium-Netzwerk bis Anfang Mai 2021 auf über 30.000 Hotspots angewachsen. Zwar ist das Helium-Netzwerk in den USA schon relativ stark verbreitet, aber derzeit gibt es immer noch extrem viel Wachstumspotenzial in Europa und Asien.

Die Technologie von Helium scheint zu funktionieren und es ist wahrscheinlich, dass die Anzahl der Hotspots auch in den nächsten Monaten massiv steigen wird. Der Netzwerkeffekt des Projektes ist enorm und selbst wenn der HNT-Kurs um 80 Prozent fällt, wäre es derzeit in deutschen Großstädten immer noch äußerst profitabel Helium zu minen. Insgesamt ist Helium daher ein Projekt das immer noch sehr viel Potenzial besitzt und weltweit maßgeblich beim Wachstum der IoT-Industrie helfen könnte.

Trotzdem muss man anmerken, dass die Engpässe bei den Hotspot-Lieferanten und die damit stark gestiegenen Anschaffungskosten, viele Kleinanleger im Moment kategorisch ausschließen. Darüber hinaus ist noch unklar, wie sicher das Helium-Hotspot-Netzwerk wirklich ist. Ebenso sind noch viele Fragen zum Datenschutz offen und auch die enorm hohen HNT-Belohungen, die aktuell an Hotspot-Inhaber ausbezahlt werden, sind auf Dauer nicht nachhaltig.


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