Exklusiv Fractal: Mit Polkadot gegen das Duopol von Google und Facebook
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Der Kompass steht auf Polkadot

Quelle: Shutterstock

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Der Werbemarkt wird vor allem von zwei Datenkraken kontrolliert: Google und Facebook. Fractal will dieses Duopol aufbrechen und setzt dabei unter anderem auf die Technologie von Polkadot. Wir haben einen exklusiven Einblick in den Whitepaper-Entwurf erhalten, der am 4. Februar veröffentlicht werden soll.

Fractal will das Internet – konkret: das Anzeigengeschäft im Web – revolutionieren. Dieses liegt mittlerweile fest in den Händen einiger weniger großer Player. Namentlich Google und Facebook, die bei Werbeanzeigen im Internet ein Duopol aufgebaut haben. Das gilt auch für die Daten der Werbekunden. Wer zielgerichtet Werbung platzieren möchte, ist dafür auf die Datensammelkraken angewiesen. Fractal will dem zentralisierten Anzeigengeschäft nun eine Blockchain-basierte Alternative gegenüberstellen. Die Mission: Die asymmetrische Informationsverteilung im Web auflösen und Nutzerdaten zu einem Gemeingut machen, ohne dabei die Privatsphäre des individuellen Users zu verletzen. Die allgegenwärtigen Cookies, die das Surfverhalten von Nutzern Website-übergreifend dokumentieren, sollen damit der Vergangenheit angehören. Dafür setzt Fractal auf die Blockchain-Technologie von Polkadot.

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Polkadot ermöglicht es uns, viele Transaktionen zu geringen Kosten im Netzwerk auszuführen. Damit wird es zum ersten Mal möglich, den Widerspruch zwischen Anwenderdatenschutz und  Datenverifizierbarkeit aufzulösen. Das bedeutet, dass Nutzer ihre eigenen werberelevanten Daten kontrollieren und damit auch den Zugriff auf diese Daten kontrollieren, Datenkäufer wie zum Beispiel Verlage oder Werbetreibende die Echtheit überprüfen können. Andere System lösen das entweder zentral – und sind somit nicht offen und weniger nutzerfreundlich – oder die Daten sind nicht verifizierbar. Diesen Widerspruch können wir nun erstmals lösen,

erklärt Fractal-Gründer und CEO Julian Leitloff gegenüber BTC-ECHO.

Am morgigen 4. Februar plant das Start-up die Veröffentlichung des Whitepaper-Entwurfs zum Fractal-Protokoll. BTC-ECHO hatte exklusiv bereits vorab Gelegenheit, einen Blick darauf zu werfen.

Fractal: Whitepaper-Entwurf

Das Whitepaper beschreibt ein Ökosystem, dessen Teilnehmer sich in fünf verschiedene Rollen gliedern lassen: Werbende (Advertisers), Nutzer (Users), Prüfer (Verifiers), Versicherer (Insurer) sowie Zeugen (Attester).

Die Werbetreibenden veröffentlichen ein Gesuch (Ad Buy) im Fractal-Protokoll, das folgende Angaben enthalten muss: Die angepeilte Zielgruppe (z.B. Nationalität, Altersspanne, Interesse), die gewünschte Nutzer-Reaktion (etwa Download einer App oder Abschluss eines Abonnements) den Preis, der vom Werbenden für jede erfolgreiche Nutzer-Interaktion gezahlt wird (Bid Price) sowie das Gesamtbudget für die Kampagne.

Ein Anteil des vorgesehenen Kampagnen-Budgets hinterlegen die Werber in eine Treuhand Wallet, die Ad Escrow. Auf diese Weise sollen Spam-Attacken verhindert werden.

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Nutzer behalten die Kontrolle über ihre Daten

Die Nutzer behalten dabei stets die Hoheit über ihre Daten. Sie entscheiden, welche Informationen sie teilen möchten. Hier kommen die Zeugen ins Spiel. Diese “Attester” sind dafür zuständig, die Nutzerdaten zu verifizieren und Referenzen (“Credentials”) auszustellen. Eine Möglichkeit, dezentrale Credentials zu erstellen und zu verwalten, kommt beispielsweise von dem Start-up KILT, mit dem Fractal kooperiert. Auch KILT setzt auf Polkadot.

Während die Zeugen die Echtheit der Nutzerdaten garantieren, überprüfen die Verifier, dass auch die Nutzer-Interaktionen authentisch sind. Ist das der Fall, überweist der Verfifier den Bid Price für die Interaktion auf eine gesonderte Treuhand-Wallet, den Arbitrage Escrow. Auf diese Weise will Fractal das virulente Problem von Betrug im Anzeigen-Geschäft, etwa in Form von gefälschten Klickzahlen, angehen.

Der Fractal Token (FCL)

Der FCL ist das native Zahlungsmittel im Fractal-Ökosystem. Das Whitepaper führt bislang sechs Anwendungsfälle für FCL an:

  • Advertiser zahlen Bid Prices in FCL;
  • Advertiser staken FCL im Ad Escrow;
  • Verifier staken FCL in der Arbitrage-Escrow;
  • Versicherer staken FCL im Arbitrage-Esccrow;
  • Benutzer bezahlen den Attester für ihre Credentials in FCL;
  • Attester erhalten FCL für die Ausstellung von Credentials.

Dabei können die FCL Beträge für Bid Prices und Werbebudgets auch in Stablecoins denominiert sein. Den aktuellen Wechselkurs dafür sollen Oracles liefern. Das Whitepaper nennt hier die Polkadot-Projeke Acala und PolkaOracle als potenzielle Kandidaten. Weitere Details zum FCL Token sollen in einer späteren Version des Whitepapers folgen.

Man darf gespannt sein, ob es dem noch jungen Projekt gelingen wird, das Duopol von Google und Faceook zu brechen. “Wir haben die größten Unternehmen der Welt gegen uns aufgebracht. Machen wir uns nichts vor: Der Plan, das freie Web zu retten, ist bestenfalls unwahrscheinlich. Aber wir müssen es versuchen.”

So CEO Leitloff in einem Medium-Post kampfeslustig.

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