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Marktupdate Evergrande-Fiasko vorerst gestoppt – wieso jetzt trotzdem Vorsicht geboten ist

Die Evergrande-Pleite ist vorerst abgewendet. Doch die Gefahr für Bitcoin und Co., die von Crashs am traditionellen Finanzmarkt ausgeht, sollten Krypto-Investor:innen nicht unterschätzen.

David Scheider
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Evergrande

Quelle: Shutterstock

Wie sensibel die Märkte dieser Tage auf Meldungen aus dem Finanzsektor reagieren, zeigt ein Blick gen China. Denn nachdem die Evergrande Group, Chinas zweitgrößter Immobilienentwickler, vermeldete, ausstehende Zinszahlungen entgegen der Erwartung doch bedienen zu können, dreht das Sentiment wieder ins Positive. Nicht nur die Aktien-, sondern auch die Kryptomärkte notieren deshalb heute im Plus.

Leithammel Bitcoin (BTC) beispielsweise kann mit einem Tagesgewinn von rund 4,5 Prozent aufwarten und notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei 44.039 US-Dollar (USD). Die Zweit- und Drittplatzierten Ether (ETH) und Cardano (ADA) machen sogar noch mehr Boden gut. ETH ist zum Stückpreis von 3.122 USD und ADA für 2,26 USD zu haben. Damit notieren die Coins mit 8,3 und 10,1 Prozent im Tagesplus.

Zeichen der Erholung bei Bitcoin.

Dass Bitcoin so sensibel auf die Nachrichtenlage außerhalb des Krypto-Sektors regiert, hatte so manche Marktbeobachterin überrascht. Schließlich schickt sich die Kryptowährung an, als Inflationsschutz dienlich zu sein – und Investor:innen gegen genau diese Unwägbarkeiten am Finanzmarkt abzusichern. Was war geschehen?

Das Huhn töten, um die Affen zu erschrecken

Am Montag hatte Evergrande erklärt, ausstehende Zinscoupon-Zahlungen, die am heutigen Donnerstag (23. September) fällig sind, nicht bedienen zu können. Man habe Liquiditätsprobleme, hieß es. Wenn aber der zweitgrößte Immobilienkonzern der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ins Wanken gerät, ist das keine Bagatelle. Im Gegenteil: Auch 2008 erfolgte die Ausbreitung der weltweiten Finanzkrise über den Immobiliensektor. Auch die Zurückhaltung der chinesischen Regierung, die bei Konzernen dieser Größe ein Wörtchen mitzureden hat, beunruhigte die Anlegerinnen und Anleger. Will man an Evergrande ein Exempel statuieren?

Doch vorerst sind die Befürchtungen ausgeräumt: Die Evergrande Group kann die heute fälligen Zinszahlungen in Höhe von 83,5 Millionen USD doch bedienen. Das freut neben Dow Jones, S&P 500, Nasdaq und DAX auch den Krypto-Markt. Denn nicht nur die Top-Coins klettern nach oben, auch der Gesamtmarkt liegt beachtliche 7,1 Prozent im Plus und bringt wieder eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen USD auf die Waage.

Wie genau Evergrande das Geld für die 5,8-prozentige Zinszahlungen für die 2025 fällige Anleihe auftreiben konnte, ist nicht bekannt. Dass die chinesische Zentralbank (PBOC) 18,6 Milliarden USD (120 Milliarden Yuan) an frischer Liquidität in die Märkte gebracht hat, dürfte aber zumindest geholfen haben.

Allerdings ist die Gefahr, die vom chinesischen Immobiliensektor ausgeht, längst nicht gebannt. Zwar mag die Evergrande-Pleite vorerst vom Tisch sein. Betrachtet man jedoch den langfristigen Chart, kann von Gesundung keine Rede sein. Bereits seit Juli 2020 befindet sich das Unternehmen im Abwärtstrend und hat seit dem mittelfristigen Top bei 25 USD rund 90 Prozent seines Wertes eingebüßt.

Aktienkurs Evergrande Group. Quelle: Yahoo Finance.

Der vergangene Kursrutsch am Krypto-Markt hat allerdings gezeigt: Bitcoin und Co. sind – zumindest in der kurzen Frist – gegen Crashs am traditionellen Finanzmarkt nicht gefeit.

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