In kurzen Zeitabständen fielen mehrere Krypto-Protokolle mutmaßlichen Hackern zum Opfer. Das berichtet Coindesk unter Berufung auf die Blockchain-Sicherheitsfirmen PeckShield, Blockaid und LookonChain. Diese hatten in den letzten sechs Stunden auffällige Transaktionen registriert. Betroffen waren die Verus-Ethereum-Bridge, das Bitcoin-Skalierungsnetzwerk B² Network sowie die Perpetual-Handelsplattform AFX.
Der Schaden beläuft sich nach aktuellen Schätzungen auf etwa 35 Millionen US-Dollar. Den größten Einzelverlust verzeichnete AFX, über den BTC-ECHO bereits berichtete. Über eine auf Arbitrum betriebene Bridge wurden laut den ausgewerteten Blockchain-Daten rund 24,15 Millionen US-Dollar entwendet.
Die Verus-Bridge verlor weitere 7,54 Millionen US-Dollar in Ether, tokenisiertem Bitcoin sowie mehreren Stablecoins. Besonders bitter: Es war bereits der zweite Sicherheitsvorfall beim Protokoll innerhalb weniger Monate, erst im Mai hatten Angreifer 11,5 Millionen US-Dollar entwendet.
Beim B² Network wurden rund 3,9 Millionen US-Dollar gestohlen. Das Projekt bestätigte den Sicherheitsvorfall mittlerweile, setzte Staking-Funktionen aus und versprach eine vollständige Entschädigung betroffener Nutzer.
Hinweise auf den oder die Täter gibt es bislang nicht.
Hacks auf Krypto-Projekte nehmen zu
Die Angriffe reihen sich nahtlos in eine Reihe von Vorfällen ein, bei denen Krypto-Projekten Gelder durch Exploits gestohlen wurden. Fast täglich melden Analysefirmen Attacken.
Allein vergangene Woche fielen die DeFi-Protokolle Bonzo Lend und Ostium mutmaßlichen Cyberkriminellen zum Opfer. Beide verbuchten nicht nur Schäden in Millionenhöhe, sondern mussten auch den Betrieb temporär einstellen.
Angreifer machen sich meist Schwachstellen im Code der Protokolle zunutze, um Gelder abzuzweigen. Die voranschreitenden Entwicklungen im KI-Sektor würden Hackern die Arbeit zudem erleichtern, so die Meinung verschiedener Blockchain-Experten. Der Chef des Blockchain-Sicherheitsunternehmens Certik warnte deshalb bereits Ende Mai vor einem “unfairen Spiel”.
Für DeFi-Projekte ist das ein echtes Problem – und das nicht nur wegen gestohlener Gelder. Denn je öfter solche Vorfälle passieren, desto geringer ist die Bereitschaft institutioneller Investoren, in den Bereich vorzustoßen.
