Selbst ist der Miner? Reines Dogecoin (DOGE) Mining – lohnt sich das?
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Dogecoin DOGE

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Dogecoin wird von der Community gerne als “Volkscoin” gegen den vermeintlichen Bonzen-Coin BTC positioniert. Doch lässt sich Dogecoin auch rentabel “schürfen”, ohne dass man Unsummen für Equipment ausgeben muss?

Dass sich Bitcoin Mining im kleinen Stil und ohne spezielle Hardware kaum wirtschaftlich betreiben lässt, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch auch bei den Top-Altcoins sieht es für Solo-Miner düster aus. Das gilt selbst für Dogecoin. Das heißt jedoch nicht, dass sich Dogecoin-Besitzer mit dem Hodln begnügen müssen. Denn Dienstleister wie Mining Pools oder Cloud-Mining-Anbieter ermöglichen auch kleinen Fischen, an der Sicherung des Dogecoin-Netzwerks zu partizipieren und einen kleinen Zusatzverdienst zu erwirtschaften.


Dogecoin (DOGE) Mining: Im Alleingang kaum rentabel

Auch mit dem kräftigsten Gaming-PC ist das Solo-Mining von Dogecoin kaum profitabel. Wer einer GPU dennoch die virtuelle Spitzhacke in die Hand geben möchte, ist gut daran beraten, sich einem Mining Pool anzuschließen. Mining Pools vereinen die Rechenleistung ihrer Teilnehmer, um ihre Chancen auf die nächste Block-Belohnung zu verbessern. Das Prinzip gleicht entfernt einer Tipp-Gemeinschaft. Der eigene Anteil an der Block-Belohnung fällt in der Regel proportional zur eingebrachten Rechenleistung, also der Hash Rate, aus. Wer hohe Ausgaben nicht scheut, kann hierfür einen eigenen Mining Rig zusammenstellen. Dogecoin lässt sich sowohl mit CPUs als auch mit GPUs minen, wobei letztere effizienter sind. Noch effizienter sind ASICs, die auf Scrypt, den Mining-Algorithmus von Dogecoin (und Litecoin), zugeschnitten sind. Seit 2014 kann – beziehungsweise sollte – Dogecoin via Merged Mining zusammen mit Litecoin geschürft werden.

Ein bekannter ASIC für DOGE und LTC ist der AntMiner L3. Das Problem: Der L3 ist – wie die meisten Miner aus dem Hause Bitmain – ständig vergriffen. Auch für gebrauchte Modelle muss man einen vierstelligen Betrag hinblättern. 

Spend Money to lose Money

Dazu gesellen sich die Stromkosten, die beim Betrieb der energiehungrigen Mining Hardware – egal ob GPU Rig oder ASIC – anfallen. Der Antminer L3++ hat beispielsweise einen Energiebedarf von 1.050 Watt. Dafür schafft er es auf eine Hash Rate von 596 Megahash pro Sekunde (MH/s). Die Chance, damit den nächsten Dogecoin zu finden, ist klein: Denn die 596 MH/s müssen dafür ins Verhältnis mit der Hash Rate des Netzwerks gesetzt werden. Diese liegt zur Zeit des Schreibens bei 356 Terahash/s (TH/s). Teilt man diese durch die 596 MH/s des Antminer L3, erhält man 597.315. Das bedeutet, man verfügt über rund 1/600.000 der gesamten Hash Rate im Dogecoin-Netzwerk. Anders ausgedrückt ist 597.315 die Zahl der Blöcke, die statistisch gesehen geschürft werden, bis der eigene Antminer einen Dogecoin Block findet – und die Block-Belohnung in Höhe von 10.000 DOGE (zur Zeit des Schreibens etwa 2.000 US-Dollar) verdient. Auch bei der kurzen Block-Zeit von Dogecoin (eine Minute) bedeutet das, dass man über 400 Tage Wartezeit einplanen muss, um mit dem Antminer L3 einen Dogecoin Block “Solo” zu Minen. Das dürfte jedoch für die allerwenigsten eine Option sein.

Das gilt auch für einen Kauf des Antminer-L3-Nachfolgers Antminer L7, der im November auf den Markt kommt. Der L7 schafft zwar beachtliche 9.500 MH/s, schlägt jedoch auch mit mindestens 12.800 USD zu Buche – wenn man ihn überhaupt ergattern kann; auch der Antminer L7 ist bereits ausverkauft.

Dogecoin Pool Mining

Besser fährt, wer seine Hash Rate in einen Mining Pool einspeist. Zumindest vergrößert man damit seine Chancen auf einen Teil der Block-Belohnung dramatisch. Freilich haben Pool Miner nur einen anteiligen Anspruch auf den Block Reward, der von ihrem Mining Pool verdient wird. In der Regel ist der Anteil proportional zur beigesteuerten Hash Rate. Darüber hinaus sind Mining Pools keine wohltätigen Vereine, sondern verlangen von ihren Mitgliedern Gebühren. Diese bewegen sich in der Regel zwischen 1 und 3 Prozent und werden vom Anteil des Miners am Block Reward abgezogen.

Aktuell lohnt sich selbst das Pool Mining von Dogecoin hierzulande nicht wirklich; zumindest, wenn wir wieder den Antminer L3 verwenden und nicht über einen Zugang zu kostenlosem Strom verfügen. Denn, auch wenn der Scrypt-Algorithmus weniger rechenintensiv als Bitcoins SHA256 ist, bleibt DOGE eine Proof-of-Work-Währung. Die Kilowattstunde kostete deutsche Haushalte im vergangenen Jahr durchschnittlich 33,8 Cent (rund 0,39 USD). Beim derzeitigen Dogecoin-Kurs von rund 0,2 USD und einer Pool-Gebühr von 1 Prozent und ergibt sich mit einem Antminer L3 folgendes Bild:


Dogecoin Mining Rentabilität. Quelle: Coinwarz.com

Bei gleichleibender Hash Rate, Stromkosten und Dogecoin-Kurs würde das einen Verlust von jährlich 1.262 USD bedeuten – rentabel ist anders. Das Bild hellt sich nur etwas auf, wenn man Dogecoin via Merged Mining mit zusammen mit LTC schürft. In 30 Tagen könnte man mit dem L3+ 1.193 DOGE und einen halben Litecoin minen.

Merged Mining von DOGE und LTC Quelle: Minerstat.com

Deutlich besser sieht das mit dem Antminer L7 aus, wenn man denn doch einen ergattern konnte. Mit dessen 9.500 MH/s könnte man derzeit rund 450 DOGE pro Tag minen. Abzüglich der Stromkosten bliebe ein Nettoerlös von rund 77 USD. Allerdings muss bedacht werden, dass die Spitzenleistung bei 3.425 W nur Zustande kommt, wenn das Gerät auf mindestens 25°C gekühlt wird. Die Stromkosten für die Kühlung schmälern den Gewinn weiter.

Wirklich rentabel wird es erst, wenn man den LTC Block Reward miteinkalkuliert. Mit den 9.500 MH/s man derzeit auf einen Nettogewinn von rund 4.000 USD pro Monat.

Cloud Mining von Dogecoin

Schließlich besteht noch die Möglichkeit, Dogecoin “über die Cloud” zu minen. Anbieter wie Nicehash oder Genesis Mining ermöglichen es, Mining-Geräte beziehungsweise deren Hash Rate für bestimmte Kryptowährungen anzumieten – zumindest in der Theorie. In der Praxis gilt hier oft das, was auch beim Kauf von ASICs die Regel ist: Kontingente sind stark begrenzt und häufig vergriffen. Darüber hinaus werden Cloud Mining Verträge oft über einen fixen Zeitraum abgeschlossen, was wenig Raum lässt, um flexibel auf das Marktgeschehen zu reagieren. Wer es sich in der Zwischenzeit anders überlegt, etwa, weil der geminte Coin massiv im Wert fällt, dem sind folglich die Hände gebunden.

Ein Beispiel: Beim Anbieter Nicehash – einer der wenigen größeren Cloud-Mining-Plattformen, die derzeit noch Scrypt-Mining-Kontingente bieten, kostet 1 TH/s aktuell durchschnittlich 0.3564 Bitcoin pro Tag. Um die Rechenleistung des Litecoin und Dogecoin Miners Antminer L3+ (rund 0,0006 TH) zu mieten, müsste man täglich 0,00021384 BTC (beim derzeitigen Bitcoin-Kurs: rund 7 Euro) berappen. Erzielt man dabei den Dogecoin-Erlös, der im Abschnitt Solo Mining errechnet wird – rund 31 DOGE (aktuell 5,20 Euro) pro Tag – wäre das immer noch ein Verlustgeschäft. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Nicehash und die jeweils verwendeten Mining Pools weitere Gebühren erheben. Damit gilt für das Cloud Mining, was auch für das Solo Mining gilt: weniger ist weniger.

Fazit: Dogecoin Mining ist nichts für jedermann

Dogecoin Mining ist derzeit nicht wirklich profitabel – es sei denn, man ist bereit, Unsummen für Equipment auszugeben und Nachbars Starkstromanschluss zu kapern. Zwar könnte man mit der Hash-Power eines einzelnen L7 unter den richtigen Voraussetzungen heute vergleichsweise viel Mining Rewards abstauben. Wenn Bitmain im November jedoch die neue Generation seines Scrypt-Miners ausliefert, dürfte sich das auch der Dogecoin Difficulty niederschlagen – man würde dann weniger DOGE beziehungsweise LTC pro Hash verdienen.

Wer sich dennoch aus Spaß an der Freude einmal am Mining versuchen will, der findet beispielsweise in der Software Easy Miner einen einsteigerfreundlichen Ausgangspunkt.


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