Die dunkle Seite der Bitcoin-Börse: Helen Hai von Binance soll Schuhfabrik in Äthiopien betrieben haben
Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Quelle: Shutterstock

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Die Bitcoin-Börse Binance unterhält offenbar personelle Verstrickungen zu einer Schuhfabrik in Äthiopien. Dort produzieren Menschen für 52 US-Dollar im Monat Schuhe, die unter anderem zur Modelinie der Tochter des US-Präsidenten Ivanka Trump gehören sollen. Das soll unter der Schirmherrschaft der Vorsitzenden der Charity Organisation von Binance, Helen Hai, passieren. So legt es ein kürzlich veröffentlichtes Video des YouTubers Chico Crypto nahe. 

Disclaimer: Die hier dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen überprüft. Dennoch können wir keine Garantie für die komplette Vollständigkeit und Richtigkeit der dargestellten Informationen geben. 

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Die Wohltätigkeitsorganisation der Bitcoin-Börse

Die Wohltätigkeitsorganisation der weltweit größten Bitcoin-Börse Binance hat sich große Ziele auf die Fahnen geschrieben. Laut offizieller Homepage zählen zu diesen unter anderem die Abschaffung von Armut, Hunger, Ungleichheit und die Schaffung einer weltweiten Trinkwasserversorgung.

Wie ein Video des YouTube-Bloggers Chico Crypto nun jedoch nahelegt, gibt es personelle Verstrickungen der Bitcoin-Börse, die alldem gegenläufig sind. Demnach betrieb die Vorsitzende der Charity Organisation, Helen Hai, eine Schuhfabrik in Äthiopien, in der Menschen zeitweise für 40 US-Dollar monatlich arbeiteten. Dabei produzieren sie doppelt so viel wie eine gleichwertige Fabrik in China, allerdings bei einem Zehntel des Gehalts.

Helen Hai: Vorsitzende der Binance Charity Organisation & Botschafterin des guten Willens

Zunächst stützen sich die Informationen auf einen Bericht des Tech-Magazins Breakermag. In einem Artikel vom Oktober 2018 berichtet dort Corin Faife, dass Helen Hai eine Schuhfabrik in Äthiopien betrieb, in der die Arbeiter weniger als 50 US-Dollar im Monat verdienten. Außerdem ist sie „Botschafterin des guten Willens“ bei der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO). Dort heißt es:

Helen Hai ist CEO der Made-in-Africa-Initiative, die Regierungen in Afrika zu Industrialisierung und Investitionen berät. Sie ist außerdem Mitgründerin von C&H Garments, einem Pionier der pan-afrikanischen exportorientierten Kleidungshersteller. […] 2016 hat Hai den renommierten Preis des National Order of Lion erhalten. […] Als Botschafterin des guten Willens [Goodwill Ambassador] der UNIDO fokussiert sie sich auf die Industrialisierung Afrikas.

Wie nun aus dem Bericht von Faife hervorgeht, arbeitete Hai zuvor für die Huajian Group, einem chinesischen Schuhhersteller, der eine chinesische Schuhfabrik im Industriegebiet von Addis Ababa, der Hauptstadt von Äthiopien betreibt. Ebendiese Huajian Group war 2017 in die Schlagzeilen geraten, da ein Undercover-Aktivist dort Verstrickungen zur Schuhlinie von Ivanka Trump aufdeckte. Wie China Labor Watch an anderer Stelle berichtet, sind die Arbeitsbedingungen des Unternehmens menschenunwürdig. Demnach arbeiteten die Menschen in den chinesischen Filialen der Huajian Group von 7:10 Uhr bis 22:00 Uhr, also gute 15 Stunden am Tag für einen Lohn, der unter dem Mindestlohn lag.

Monatslohn reicht maximal für zwei Wochen

In einem Video zur Fabrik in Äthiopien spricht Helen Hai hingegen persönlich darüber, dass der Monatslohn der Arbeiter lediglich für zwei Wochen im Monat zum Leben reiche. Sie führt dies allerdings auf einen „Mangel an Disziplin“ zurück.

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Bereits 2012 stellte wiederum das französische Nachrichtenmagazin 20 Heures fest, dass die Arbeiter dort für 45 US-Dollar im Monat arbeiteten. Dabei handelte es sich um ein Zehntel des Lohnes von chinesischen Arbeitern, allerdings bei doppelter Produktivität. Sechs Jahre später wiederum wurde gegenüber der Associated Press verlautbart, dass sich der Lohn angehoben habe. Auf 51 US-Dollar im Monat.

Laut Aussagen der Arbeiter seien die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter denkbar schlecht. So habe es weder Schutzkleidung gegeben, auch das Essen sowie Hygienemaßnahmen seien schlecht gewesen. Die Wasserqualität sei ferner so miserabel gewesen, dass manche Arbeiter an Typhus erkrankt seien. Eine Krankheit, die unbehandelt zum Tode führen kann.

Die Binance Charity Organisation & die Industrialisierung Afrikas

Wie Chico Crypto nun nahelegt, ist die Binance Charity Organisation nach wie vor in die dortigen Arbeitsverhältnisse verstrickt. Der Skandal an der Sache: Die Wohltätigkeitsabteilung der Bitcoin-Börse finanziert sich aus Listing-Gebühren für Kryptowährungen. Somit, meint der YouTuber, will Binance darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein „Paid to Played Exchange Model“ handelt. Eine Börse also, die sich für Listings von neuen Kryptowährungen (gut) bezahlen lässt.

Für die Zukunft plane Hai ferner, zwei Milliarden Euro in den Standort in Äthiopien zu investieren, um letztlich von der dortigen Arbeitskraft zu profitieren. In der Arena rund um Addis Abeba haben sich bereits sechs chinesische Firmen angesiedelt, in zwei Jahren sollen es 80 Unternehmen mit 20.000 Arbeitern sein.

Das ganze Video könnt ihr hier sehen:

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