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Finanzmarkt im Überblick  Das wird für Bitcoin und Krypto diese Woche wichtig

Anleger im Krypto-Space sollten in der aktuellen Handelswoche diese Wirtschafts- und Finanzdaten genau im Blick haben.

Stefan Lübeck
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Stock Exchange Gebäude

Beitragsbild: Shutterstock

| Deutsche Erzeugerpreise und das Sitzungsprotokoll der EZB stehen diese Woche im Fokus.

Nachdem es zu Wochenbeginn noch nach einer Kurserholung am Kryptomarkt ausgesehen hatte, sorgte die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed zur Wochenmitte wie erwartet für einen deutlichen Anstieg der Handelsvolatilität. Eine erneute Leitzinsanpassung um 75 Basispunkte auf 3,25 Prozent sorgte am klassischen Markt für den nächsten Abverkauf. Der US-Dollar-Index (DXY) stieg in der Folge weiter gen Norden und markierte bei 113,22 ein frisches Jahreshoch. Die großen US-Aktienindizes rutschten bis zum Wochenschluss rund 5 Prozentpunkte gen Süden zurück an ihre Verlaufstiefs aus dem Juni 2022. Auch die meisten Kryptowährungen, allen voran Ethereum (ETH), folgten diesem Abverkauf und tendierten ebenfalls deutlich schwächer.

Einen kleinen Lichtblick stellt der im Verhältnis überschaubare Kursabschlag bei der Krypto-Leitwährung Bitcoin (BTC) dar. Der Bitcoin-Kurs fiel in einer Erstreaktion zwar ebenfalls deutlich zurück auf 18.153 US-Dollar, konnte sich in den Folgetagen jedoch gut behaupten und bildete im Gegensatz zum Dow-Jones-Index (DOW30) kein neues Jahrestief aus. Dass sich der Kryptosektor als Hochrisiko-Anlage zusammen mit dem US-Technologie-Index Nasdaq verhältnismäßig gut aus der Affäre ziehen konnte, ist in dieser Situation als bemerkenswert anzusehen. Womöglich sehen Anleger Bitcoin wieder verstärkt als Wertespeicher an. Diese Tendenz muss sich jedoch in den kommenden Wochen noch bestätigen. Wie die Kryptokurse in dieser Woche auf die bevorstehenden Inflationszahlen reagieren könnten und welche Termine in der aktuellen Handelswoche darüber hinaus von Relevanz sein dürften, erfährst du im nachfolgenden Übersichtsartikel.

EZB-Chefin Lagarde und Fed-Chef Powell mit neuen Statements zum Wochenauftakt

Am morgigen Dienstag, dem 27. September, treten Frau Lagarde, die wichtigste Währungshüterin der Eurozone, sowie ihr Kollege, Fed-Chef Jerome Powell, jeweils um 13:30 Uhr (MEZ) vor die Kameras, um separat voneinander ihre jüngsten Einschätzungen zur aktuellen wirtschaftlichen und geldpolitischen Lage zu geben. Beobachter werden jeden Satz der Notenbankvorsitzenden genau analysieren, um mögliche Hinweise auf eine Änderung der EU- und US-Zinspolitik zu identifizieren. Bestätigt die obersten Währungshüter die geplanten geldpolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der ausufernden Inflation und thematisieren womöglich zusätzliche Schritte ihrer Notenbanken, könnte sich dieses abermals negativ auf den Aktien- wie auch den Kryptomarkt auswirken.

Um 14:30 Uhr (MEZ) veröffentlicht das Census Bureau in den USA sodann die jüngsten Auftragseingänge für langlebige Güter. Diese Auftragseingänge spiegeln die Nachfrage nach industriellen Güter für den abgelaufenen Monat August wider. Marktbeobachter erwarten einen Rückgang um 0,5 Prozentpunkte. Bereits im Vormonat waren die Auftragseingänge für langlebige Güter um 0,1 Prozent gefallen. Wenn der Auftragseingang langlebiger Gebrauchsgüter jedoch höher als prognostiziert ausfällt, wirkt sich dieses in aller Regel bullish auf den US-Dollar (USD) aus. Fällt der Auftragseingang hingegen stärker als erwartet, dürfte der Kurs des US-Dollar kurzfristig sinken. Ein schwächerer US-Dollar war zuletzt positiv für die Kursentwicklung von Bitcoin und Co.

Aktualisierte Daten zum CB Verbrauchervertrauen sowie dem Verkauf neuer Häuser

Im Laufe des Nachmittags folgen um 16:00 Uhr (MEZ) frische Daten zum Verbrauchervertrauen in den USA. Das vom Conference Board gemessene Verbrauchervertrauen spiegelt den Optimismus der Konsumenten zur konjunkturellen Entwicklung in den USA wider. Die Prognose für den Monat September liegt mit104,0 knapp oberhalb des veröffentlichten Werts von 103,2 für den Vormonat August. Im Juli hatte das Vertrauen der Verbraucher noch 95,3 betragen. Steigt das Vertrauen der Verbraucher wie im Vormonat weiter an, wäre das ein erstes Indiz für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den USA und würde Fed-Chef Powell mehr Spielraum für zukünftige Entscheidungen bieten. Werden die Analystenerwartungen hingegen verfehlt, und das Verbrauchervertrauen fällt zurück in Richtung des Schwellenwerts von 100 oder gar darunter, würde diesen die Tendenz einer anhaltenden wirtschaftlichen Abschwungs in den USA bestätigen. Die US-Notenbank wird die Entwicklung des CB Verbrauchervertrauens daher genau beobachten.

Ebenfalls um 16:00 Uhr (MEZ) präsentiert das Conference Board Verkaufszahlen neu gebauter Häuser. Die monatlich bekanntgegebenen Daten dienen zur Bewertung der Konsumlust der US-Bürger. Höher als prognostizierte Verkaufszahlen indizieren eine Verbesserung des zuletzt abnehmenden Konsumverhaltens in den USA. Sollten die Hausverkäufe jedoch schwächer als die von den Experten erwarteten 500 Tausend Einfamilienhäuser ausfallen, deutet dieses auf eine Verschlechterung der Konsumlust hin. Noch im Vormonat hatte die Zahl verkaufter Häuser 511 Tausend betragen. Die Hausverkäufe dienen als Gradmesser für den Zustand des wichtigen Immobilienmarktes in den USA. Sollte die Nachfrage am Häusermarkt weiter schwächeln, müsste die Notenbank ihre aktuelle Geldpolitik womöglich anpassen, um einen Zusammenbruch des Immobiliensektors, wie zuletzt in 2008 gesehen, zu verhindern. Verbessert sich die Situation am Häusermarkt wider Erwarten, hätte die Fed weiteren Spielraum für die geplanten Zinserhöhungen.

Schwebende Hausverkäufe sowie weitere Notenbank-Ansprachen zur Wochenmitte

Am Mittwoch, am 28. September, um 16:00 Uhr (MEZ), folgen die aktuellen Verkaufszahlen von bestehenden Häusern in den USA. Die schwebenden Hausverkäufe beschreiben die monatlichen Verkaufszahlen der bereits vorhandenen Eigenheime in den USA. Analysten rechnen für den Monat August mit einer Stabilisierung, der zuletzt weniger stark als vermutet rückläufigen Zahl an Hausverkäufen. Für den Monat August prognostizieren die Marktexperten einen Rückgang im Verhältnis zum Vormonat um moderate -1,4 Prozentpunkte. Schon der Rückfall im Juli war mit -1,0 Prozent bereits geringer ausgefallen als die von Ökonomen vermutete Reduktion um -4,0 Prozent.

Da die Verkäufe bestehender Häuser rund 90 Prozent des amerikanischen Immobilienmarktes darstellen, ist diese Kennzahl eine wichtige Komponente für die Beurteilung der US-Verbraucherausgaben. Fallen die Verkaufszahlen für bestehende Eigenheime im August besser aus als erwartet, könnte dieses auf eine erste Stabilisierung am zuletzt schwachen Häusermarkt hindeuten. Dieses könnte jedoch in einer anhaltenden Dollar-Stärke resultieren.

US-Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal am Donnerstag

Am Donnerstag, dem 29. September, folgen um 14:30 Uhr (MEZ) frische Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA für das zweite Quartal 2022 vom Bureau of Economic Analysis. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt unter Ökonomen als die wichtigste volkswirtschaftliche Kennzahl. Es beschreibt die Summe der in einem Land hergestellten Güter und Dienstleistungen abzüglich erbrachter Vorleistungen. Anhand der BIP-Daten können Marktexperten Rückschlüsse auf die aktuelle Wirtschaftskraft der USA ziehen. Die Experten prognostizieren wie schon im Vormonat August einen Rückgang um -0,6 Prozentpunkte. Sollte sich das US-BIP leicht verbessern und gegenüber dem Vormonat eine Stabilisierung aufweisen, wäre dieses ein Indiz für die Fed, dass sich die US-Wirtschaft trotz steigender Leitzinsen zunehmend resilient zeigt. Weitere Leitzinsanpassungen wäre in den Folge wahrscheinlicher. Ein deutlich schwächeres Bruttoinlandsprodukt dürfte sich hingegen negativ auf die Dollar-Stärke auswirken und den Kryptomarkt optimalerweise beflügeln.

Podcast

Verbraucherpreisindex (VPI) in Europa und PCE-Kernrate in den USA zum Wochenschluss

Zum Wochenschluss am Freitag, dem 30. September, richten sich die Augen der Marktteilnehmer um 11:00 Uhr (MEZ) zunächst auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (VPI) für den Euroraum für den Monat September. Nachdem die Inflationsrate mit 9,1 Prozent oberhalb der Erwartung von 8,9 Prozent lag, rechnen die Experten nun mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 9,6 Prozent. Eine stärker als erwartet ansteigende Inflationsrate macht eine erneute beträchtliche Zinserhöhung der EZB im Oktober abermals wahrscheinlich. Sollte der Verbraucherpreisindex indes niedriger als prognostiziert ausfallen, ist eine bullishe Erstreaktion am Kryptomarkt vorstellbar. Der Druck auf die EZB, weitere drastische Zinsschritte in 2022 umzusetzen, würde damit etwas nachlassen.

Um 14:30 Uhr (MEZ) wird schließlich die PCE-Kernrate der von Privathaushalten getätigten Konsumausgaben für den zurückliegenden Monat August veröffentlicht. Sie beschreibt die Änderung der Dienstleistungs- und Warenpreise im Vergleich zum Vormonat. Die PCE-Kernrate exkludiert in der Berechnung mögliche Preisveränderungen für Energie und Lebensmittel. Im Vormonat hatte die PCE-Teuerungsrate 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat betragen und lag damit unter den Prognosen von 0,3 Prozent. Dieses stellt den schwächsten Anstieg in den letzten 12 Monaten dar. Die Notenbank Fed nutzt den PCE-Preisindex als wichtiges Vergleichsmaß für die Bewertung des Preisdrucks auf die Bürger. Sollte der PCE-Index für den aktuellen Monat wieder höher als erwartet ausfallen, wäre dieses bearish zu werten. Die Fed müsste ihre anvisierte Zinspolitik weiter konsequent verfolgen, um die Inflation zu bekämpfen. Gleichsam dürfte auch der US-Dollar weiter an Stärke hinzugewinnen, was sich in den letzten Monaten negativ auf die Kurse von Bitcoin und Co. auswirkte.

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