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Freund oder Feind? China, die Zentralbank und SWIFT: Was braut sich da zusammen?

In China wurden bereits einige Anstrengungen unternommen, um sich vom Zahlungsnetzwerk SWIFT zu emanzipieren. Nun ist jedoch eine Quelle aufgetaucht, die von einem Joint Venture zwischen der chinesischen Zentralbank und dem Zahlungsnetzwerk kündet. Die Beweggründe liegen noch im Dunkeln.

Christian Stede
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Das internationale Zahlungsnetzwerk SWIFT hat zusammen mit dem Clearing Center und dem Forschungsinstitut für digitale Währungen der People’s Bank of China (PBoC) ein Finanz-Gateway-Unternehmen in China gegründet.  Dies geht aus einem Bericht des chinesischen Portals Qixin hervor. Die Meldung überrascht insofern, als China zuletzt an alternativen Systemen für internationale Transaktionen gearbeitet hat, die für SWIFT eher eine Konkurrenz darstellen. China verfolgt mit seiner digitalen Zentralbankwährung (CBDC) mehrere Ziele. Als eines davon galt stets auch eine geringere Abhängigkeit vom westlich geprägten Interbanken-System SWIFT.

Die Quelle, auf die sich auch andere aktuelle Medienberichte berufen, erwähnt als neu gegründetes Unternehmen die Finance Gateway Information Service Limited. Diese wurde am 16. Januar in Peking mit einem Gründungskapital von 10 Millionen Euro (12 Millionen US-Dollar) registriert. Demnach hat die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) über eine Tochtergesellschaft in Hongkong 55 Prozent des Kapitals eingebracht. Das China National Clearing Center (CNCC), eine hundertprozentige inländische Abwicklungsgesellschaft der PBoC, hält 34 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen.

China will den Yuan zunehmend internationalisieren

Zum Umfang und Zweck dieses Joint Ventures kann man im Moment nur spekulieren. Außer dem genannten Eintragungsprotokoll gibt es derzeit keine weiteren Informationen. Weder die PBoC noch SWIFT haben die Angelegenheit bisher kommentiert. Das Joint Venture kommt über ein Jahr, nachdem SWIFT ein Unternehmen in China gegründet hat, das sich vollständig in ausländischem Besitz befindet. Auch in diesem Fall sind die Beweggründe allerdings nicht ganz klar. Ein Grund könnte sein, die Internationalisierung des chinesischen Yuan aktiver zu unterstützen. So hatte es seinerzeit ein Bericht von China Daily gemutmaßt. 

Fakt ist jedenfalls, dass die meisten grenzüberschreitenden Transaktionen Chinas in US-Dollar abgewickelt werden. Nur etwa zwei Prozent der über SWIFT abgewickelten internationalen Transaktionen erfolgen in Yuan. Chinas eigenes Zahlungssystem CIPS ist gegenüber SWIFT praktisch bedeutungslos. Allerdings steht mit dem vom chinesischen Blockchain Service Network (BSN) initiierten Universal Digital Payment Network (UDPN) ein höchst ambitioniertes Projekt in den Startlöchern. Es könnte die Bedeutung Chinas bei internationalen Transaktionen deutlich erhöhen.

Die PBoC hat kürzlich mehrere stadtweite Tests der digitalen Währung der Zentralbank in Shenzhen und Suzhou durchgeführt. Insgesamt hat das Land digitale Yuan im Wert von etwa 10 Millionen US-Dollar an die Bürger ausgegeben. Diese können das Geld bei mehr als 20.000 Händlern ausgeben. 

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